Kirchheimer Umland

Die Scheuer ist offen für alle

Jugendtreff in Ohmden trifft sich in der Pfarrscheuer

Alle zwei Wochen ist in der alten Pfarrscheuer in Ohmden was los: Jugendliche ab dem Alter von 13 Jahren haben die Möglichkeit, sich Freitagabends in der Pfarrscheuer zu treffen.

Ohmden. Seit 2011 gibt es den Jugendtreff „Die Scheuer“. „Der Name kommt daher, dass wir uns in der alten Pfarrscheuer treffen“, sagt Sven Nagelsdiek (24), der mit Sebastian Attinger (29) und Frank Zeller (32) zusammen den Jugendtreff gegründet hat. Alle drei sind dabei geblieben und betreuen den Jugendtreff auf ehrenamtlicher Basis bis heute. „Die Idee war damals, einen Jugendtreff zu etablieren – denn neben den Angeboten der Vereine sah es mau aus in Ohmden“, erinnert sich Sven Nageldsdiek an die Gründungsmotivation.

Ab dem Konfi-Alter können die Jugendlichen kommen. „Das Altersspektrum reicht von 13 bis circa 16“, erklärt Nagelsdiek. Alle zwei Wochen freitags treffen sich die Jugendlichen um 19 Uhr. Das Programm ist vielfältig: „Wir planen immer quartalsweise. So gibt es immer einen Ausflug, einmal ,Wieso, Weshalb, Warum?‘, einmal ,It‘s your time‘, bei dem sich die Jugendlichen selbst das Programm überlegen, und dann die restlichen Termine mit klassischer Jugendarbeit. Also kochen wir mal zusammen, spielen Gesellschaftsspiele aber auch mal Konsolenspiele über den Beamer. Im Sommer sind wir viel draußen“, sagt Nagelsdiek. Das Medium der Jugend ist Facebook – deshalb findet sich dort das aktuelle Programm. Zudem hängen auch Plakate aus.

Heute stehen Outdoor-Spiele auf dem Programm. Draußen aktiv sein, selbst tätig werden, ist die Devise. Keiner hängt rum, alle sind offen und probieren etwas Neues aus. Also ist eine Slackline im Pfarrgarten gespannt, Krocket liegt zum Ausprobieren bereit. Doch zuerst sitzen alle zusammen, es gibt einen kurzen „Input“, beispielsweise ganz aktuell zur Flüchtlingsthematik oder auch christliche Themen. Wobei Sven Nagelsdiek betont, dass der Treff zwar in der Pfarrscheuer stattfindet und auch von der Kirche getragen wird, aber offen ist für alle Jugendlichen aus Ohmden, egal welcher Konfession sie angehören – und möglicherweise auch gar nichts mit der Kirche anfangen können. Am Rande der Sitzgelegenheit ist ein Grill, wo die Jugendlichen ihre mitgebrachten Würstle grillen können. Für Getränke ist auch immer gesorgt: Der örtliche Friseur Bubikopf spendiert diese zum Verkauf – der Erlös dient für Anschaffungen.

Vergangene Woche dagegen war das Thema ernster – was aber durchaus bei den Jugendlichen ankommt. „Bei ,Wieso, Weshalb, Warum?‘ greifen wir ein Thema heraus und bereiten es vor. Dann stellen wir es den Jugendlichen vor und bieten Raum für Fragen und Diskussionen“, beschreibt Sven Nagelsdiek den Programmpunkt. „Letzte Woche haben wir über die Flüchtlingsthematik gesprochen. Die Jugendlichen sind sehr offen, Themen werden durchaus auch ausdiskutiert und sie zeigen großes Interesse“. Vorbereitet und ausgearbeitet werden diese Themenschwerpunkte vom Leitungsteam.

So viel ehrenamtliches Engagement ist – auch über eine so lange Zeit – heute nicht mehr selbstverständlich, aber für die drei im Leitungsteam gehört die Arbeit in der Scheuer schon seit Jahren zur persönlichen Lebensgestaltung: „Ich finde es toll, und es macht Spaß, mit den Jugendlichen etwas zusammen zu machen. Mir ist ein aktives Gemeindeleben wichtig. Klar ist es manchmal nervig, aber man kriegt ja so viel zurück, beispielsweise über gute Gespräche“, erklärt Sven Nagelsdiek seine Motivation.

Und das Gute ist: Das Gründungsteam hat inzwischen auch schon „Nachwuchs“: Vier junge Leute Anfang 20 bringen sich ebenfalls ein – die Zukunft der Scheuer ist für die nächsten Jahre also auf alle Fälle gesichert.

Die Pfarrscheuer in Ohmden ist Treffpunkt der Dorfjugend, die im Sommer gerne im Garten spielen - und Krocket ausprobieren. Foto
Die Pfarrscheuer in Ohmden ist Treffpunkt der Dorfjugend, die im Sommer gerne im Garten spielen - und Krocket ausprobieren. Fotos: Judith Reischl
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