Kirchheimer Umland

Die Stromversorgung wird gesichert

Der Gemeinderat Dettingen informiert sich über das geplante Krisenmanagement der Kommune bei Stromausfall

Die Unwetter der vergangenen Tage zeigten es auf schreckliche Weise: Ein funktionierendes Krisenmanagement ist wichtig. Die Gemeinde ­Dettingen sorgt vor.

Die Stromversorgung wird gesichertHardware im Koffer
Die Stromversorgung wird gesichertHardware im Koffer

Dettingen. Das Leben der Menschen baut auf einer störungsfreien Stromversorgung auf. Höhere Gewalt oder Sabotage können zu lang anhaltenden und flächendeckenden Stromausfällen führen. Das Land Baden-Württemberg hat im Jahr 2014 einen Musternotfallplan „Stromausfall“ veröffentlicht. Dieser enthält eine Handlungsempfehlung , die die Versorgung in den Kommunen vorbereiten und sicherstellen soll.

Der Dettinger Gemeinderat beschloss daher im Jahr 2015, ein örtliches Versorgungskonzept zu erstellen. Daraus soll das kommunale Notfallmanagement entstehen. Mitarbeiter der „RBS Wave“ (ein Tochterunternehmen der EnBW) und der EnBW stellten am vergangenen Montag ihre Empfehlungen für das Versorgungskonzept dem Dettinger Gemeinderat vor. Mobile Notstromaggregate für das Rathaus und die Feuerwehr sowie für die Sporthalle und die Küche der Schlossberghalle sollen den jeweiligen Betrieb sichern.

Eine Kommunikation via Satellit soll das Versorgungskonzept ergänzen und im Katastrophenfall die telefonische Verbindung zwischen Gemeinden, Feuerwehren und anderen Hilfs- und Rettungsdiensten gewährleisten. Der Draht zu den Behörden in Baden-Württemberg soll durch dieses System ebenso gesichert sein. Bei einem Stromausfall der länger dauert, fallen die üblichen Kommunikationsmittel wie etwa über Handy, Internet und Festnetz aus.

Die Kosten für die vorgeschlagenen Notstromaggregate belaufen sich auf rund 84 000 Euro und für die Absicherung der Kommunikation soll der Feuerwehr im neuen Haushaltsplan 2017 ein Budget zur Verfügung gestellt werden.

Hermann Pölkow vom Gemeinderat stellte sich bei der Diskussion die Frage nach der Länge der Ausfallzeiten bei einem Notfallszenario. Björn Runzheimer von „Netze BW“ erklärte, dass die EnBW in erster Linie nicht mit einem Stromausfall rechne. Eine pauschale Zeitangabe sei kaum möglich. Fällt der Strom für 30 Minuten aus, sei dies noch kein Notfall. Sollte die Stromzufuhr jedoch länger als acht Stunden unterbrochen sein, was vor allem im Winter, wenn es kalt ist gravierend ist, setzt sich der Krisenstab zusammen.

Andreas Hummel beschäftigte sich mit der Gesetzeslage der Notfallkonzepte. Raphael Hering von „RBS wave“ konnte beruhigen. „Aktuell gibt es nur die Empfehlung des Landes.“ Edith König sorgte sich um die Versorgung der Pflegeheime. Kämmerer Jörg Neubauer gab Entwarnung: „Diese Häuser sind autark gesichert und haben eigene Notstromaggregate.“ Die Kosten dafür sollen 2017 in den Haushaltsplan kommen.

 

Im Notfallkoffer befindet sich die Hardware für den Satellitenempfang, ein drahtloses Telefon, ein Festnetzgerät für den Innenbereich und die entsprechenden Kabel.

Notstromversorgung und Kommunikation gehören zum Dettinger Notfallkonzept.Fotos:  Markus Brändli/Thomas Krytzner
Notstromversorgung und Kommunikation gehören zum Dettinger Notfallkonzept.Fotos: Markus Brändli/Thomas Krytzner
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