Kirchheimer Umland

Die Suche nach dem Traumjob kann beginnen

Projekt Berufsberatung mal anders: In der Kirchheimer Innenstadt werden auf elf Stellwänden verschiedene Ausbildungen vorgestellt. Von Melissa Seitz

Was für unterschiedliche und außergewöhnliche Berufe es rund um die Teckstadt gibt, wird bei einem Spaziergang auf der Max-Eyth-
Was für unterschiedliche und außergewöhnliche Berufe es rund um die Teckstadt gibt, wird bei einem Spaziergang auf der Max-Eyth-Straße deutlich. Foto: Carsten Riedl

Seit ein paar Stunden sieht die Max-Eyth-Straße ein wenig anders aus als sonst. Von der Post in Richtung Rathaus reiht sich eine Stellwand an die nächste. Ein junger Mann bleibt an einer stehen, isst genüsslich sein Eis und schaut sich an, was Lucas Schmidetter tagtäglich leistet. Der 20-Jährige macht eine Ausbildung als Fenster- und Glasfassadenbauer in Kirchheim. Ein paar Schritte weiter kommt eine Frau gerade aus der Bücherei, sie scheint es eilig zu haben. Im Vorbeigehen scannt sie schnell einen QR-Code. Ist der Beruf des Papiertechnologen etwas für ihren Sohn?

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Die Stellwände des Projekts „Forum für Talente“ scheinen genau das zu bewirken, was sich Initiator Mirko Lehnen erhofft hat: Ganz unverbindlich informieren sich Kirchheimer über verschiedene Ausbildungsberufe in der Region. Arbeit gehört für den Fotografen zum Alltag. Deswegen stehen die Stellwände mit Fotos und kleinem „Schmankerl-Text“ genau dort, wo sich der Alltag abspielt: in der Kirchheimer Innenstadt.

„Den Beruf könnte ich mir auch vorstellen. Dort sollte ich ein Praktikum machen.“ - Genau dieser Gedanke soll den Jugendlichen beim Spaziergang durch die Max-Eyth-Straße in den Sinn kommen. Ein paar Klicks auf der Homepage des Projektes und ein Telefonat reichen aus, um ein Praktikum zu ergattern. „Forum für Talente“ schafft eine Win-win-Situation: Jugendliche finden eventuell ihr Talent und Unternehmen neue Azubis.

Viele offene Stellen in Kirchheim

„Die Situation in den Betrieben sah vor zehn Jahren noch ganz anders aus“, erzählt Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker bei der Eröffnung der Ausstellung. Damals rissen sich die Jugendlichen förmlich um einen Ausbildungsplatz in der Teckstadt. Im Moment gibt es aber mehr offene Ausbildungsstellen als Bewerber. Die Einstellung der jungen Menschen hat sich laut der Stadtchefin verändert. „Fast jeder geht jetzt studieren“, sagt sie. Doch Studium heißt nicht gleich Traumjob mit Traumgehalt. „Nicht jeder, der studiert hat, findet gleich einen guten Job“, sagt Angelika Matt-Heidecker. Kein Wunder also, dass sich gerade die jungen Leute bei der Eröffnung rar machen.

Das sind die schlauen Köpfe hinter dem Projekt.
Das sind die schlauen Köpfe hinter dem Projekt. Foto: Carsten Riedl

Insgesamt zehn Unternehmen aus Kirchheim und der Umgebung nehmen an dem Projekt teil. Unter ihnen das Autohaus Schmauder und Rau. Savvas Thomaidis macht eine Ausbildung zum Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik - ein Beruf, der nicht wirklich bekannt ist. „Manche Berufe führen ein Dornröschen-Dasein“, stellt Geschäftsführerin Bettina Schmauder fest. Das soll sich ändern.

Die Stellwände zeigen zehn zufriedene Azubis. Und genau diese Art von Werbung brauchen junge Schüler: „Wer liest sich denn Wälzer mit allen Ausbildungsberufen durch? Die Stellwände sind perfekt für Jugendliche. Die Bilder sind ansprechend, und die Texte sind wirklich verständlich geschrieben“, stellt Bettina Schmauder fest.

Info Den Traumjob noch nicht gefunden? Dann auf in die Kirchheimer Innenstadt. Die Stellwände sind noch bis zum 4. August entlang der Max-Eyth-Straße zu sehen. Die kompletten Texte gibt es auf der Homepage www.forumfuertalente.de.