Kirchheimer Umland

Die Teckschule ist Vorreiter

Bildung Die Digitalisierung ist in der Dettinger Grundschule schon weit fortgeschritten. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die einstige Hauptschule saniert und auf den neuesten Stand gebracht wird. Von Iris Häfner

Janett Schmidt-Währisch (links) und Kerstin Schmid im Innenhof der Dettinger Teckschule.  Foto: Carsten Riedl
Janett Schmidt-Währisch (links) und Kerstin Schmid im Innenhof der Dettinger Teckschule. Foto: Carsten Riedl

Die Schule ist mittlerweile mehr als ein reiner Lernort. Sie übernimmt immer mehr erzieherische Aufgaben. Dem Rechnung zu tragen, ist eine Herausforderung für sämtliche Verantwortlichen. Sie verteilt sich auf mehrere Schultern. Das sind nicht nur Schulleitung und Lehrer, sondern auch Schulsozialarbeiter, Kernzeitbetreuer, Verwaltung und nicht zuletzt der Gemeinderat. Die Kommune ist für die bauliche Gestaltung ihrer Schulen zuständig. Dettingen hat die Entscheidung getroffen, sich auf die Grundschule in ihrem Ort zu konzentrieren und aus diesem Grund die Hauptschule geschlossen. Dieses Gebäude wird deshalb seit einiger Zeit für die Grundschüler umgebaut. Demnächst steht der letzte Bauabschnitt an, die Mensa wird dort untergebracht sein. Noch geht das Leben mit der Baustelle weiter, doch Schüler und Lehrer sind schon Profis im Umgang mit Architekt und Bauarbeitern.

Was bislang entstanden ist, kann sich sehen lassen. Die bestehende Infrastruktur wurde genutzt, und die Schule kann mit diesen Pfunden wuchern. Weil Nähmaschinen vorhanden waren, gibt es eine entsprechende Näh-AG. Das Pendant dazu ist die kleine Werkstatt, in der handwerklich gearbeitet werden kann. Dazu kommt noch ein Lese-Raum, der mit vielen Büchern und gemütlichen Sitzmöglichkeiten ausgestattet ist, und weitere Räume, die für spezielle Angebote genutzt werden können - sei es im Kreativ- oder naturwissenschaftlichen Bereich. Im Innenhof mit dem markanten Baum im Zentrum ist eine tolle Spiellandschaft mit Trampolin und anderen Geräten entstanden. Das wissen die Lehrkräfte zu schätzen, allen voran Rektorin Kerstin Schmid und Konrektorin Janett Schmidt-Währisch. Seit einem Jahr leiten die beiden nun bereits die Dettinger Grundschule und sind ein eingespieltes Team.

„Ein wichtiger Meilenstein ist die Digitalisierung unserer Schule“, sagen beide unisono. Hier hat die Schule mit dem Medienentwicklungsplan auch ordentlich vorgelegt. Seit Dezember 2019 ist die Teckschule zertifiziert und kam deshalb in den Genuss von Geldern aus dem Digitalisierungspakt. Janett Schmidt-Währisch kennt sich bestens in diesem Sektor aus, sie ist die Ansprechpartnerin für Schüler und Kollegen. Die Klassenräume sind unter anderem mit Beamer, Lautsprechern und interaktiven Tafeln ausgestattet, es gibt eine Dokumentenkamera. Erklärvideos können so im Unterricht gezeigt, Gedichte angehört oder den Schülern die ersten Schritte im Umgang mit Computer, Programmen und Internet beigebracht werden. In einem Raum gibt es fest installierte Computer-Arbeitsplätze, Tablets für Schüler und Lehrer wurden ebenfalls bestellt und stehen zur Verfügung. „Zu Hause wird der Computer gerne für Spiele genutzt. Bei uns lernen die Schüler den Umgang mit dem Medium. Sie recherchieren zu Themen, bearbeiten Bilder, erstellen Tabellen“, erklärt Janett Schmidt-Währisch. Sie klärt ihre Schützlinge auch über das Recht am eigenen Bild auf. „Das alles ist sehr vielschichtig“, sagt sie.

Dem allem vorangegangen ist eine intensive Vorbereitungsphase des Lehrerkollegiums. So konnten alle Lehrkräfte mitgenommen und eingebunden werden, sodass alle auf dem gleichen Wissensstand sind. „Das war gut für die Kollegen. Sie konnten ein Jahr selbst mit den Geräten und Programmen arbeiten und sie ausprobieren. Jetzt fühlen sich alle sicher im Umgang damit“, zeigt Kerstin Schmid die Vorteile der Übungsphase auf. Ab diesem Schuljahr gilt es, dieses Medium auch einzusetzen.

Begonnen hat alles mit dem pädagogischen Tag. Teams wurden gebildet und die Themen erarbeitet. Auch das Kreismedienzentrum in Göppingen wurde besucht. Dort reifte die Entscheidung, wie die Klassenräume ausgestattet werden. „Das war ein wichtiger Prozess“, fasst die Rektorin zusammen.

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