Kirchheimer Umland

Die Vielfalt der heimischen Schmetterlinge entdecken

Naturschutz Das Umweltzentrum Neckar-Fils stellt mithilfe zweier Insektenexperten neue Infotafeln auf.

Walter Schön und Cornelia Schaul zeigen die neue Tafel. Foto: Dietrich
Walter Schön und Cornelia Schaul zeigen die neue Tafel. Foto: Peter Dietrich

Plochingen Manche Leute reisen bis auf die griechische Insel Rhodos, um dort im Tal der Schmetterlinge den „Russischen Bären“ zu sehen. „Das wäre nicht nötig, diesen Schmetterling gibt es genauso im Schurwald und am Jusi“, sagt Walter Schön. Er muss es wissen: Seit 2000 betreibt er eine Website zu Schmetterlingen und Raupen, die es bis jetzt auf drei Millionen Zugriffe gebracht hat. Nun hat der Kirchheimer für die neue Infotafel über Schmetterlinge und Falter vor dem Umweltzentrum Neckar-Fils in Plochingen die Hälfte der Fotos und viele Informationen beigesteuert. Die andere Hälfte kommt von Cornelia Schaul, die ebenfalls in Kirchheim wohnt.

Koordiniert hat das Tafelprojekt die Diplom-Biologin Brigitte Beier, für das Layout sorgte Marion Müller von der Stadt Plochingen, für das Aufstellen und die Betonverankerung der Plochinger Bauhof. Die Tafel passt im Design zu den anderen Plochinger Infoschildern und könnte Teil eines Lehrpfads werden, der im Rahmen der Aktion „Blühender Landkreis“ geplant ist. „Ich hoffe, das ist nicht die letzte Tafel“, sagt Brigitte Beier.

Direkt neben der neuen Tafel wurde als Lockmittel Schmetterlingsflieder gepflanzt, sodass die Besucher manche Schmetterlinge vom Schaubild direkt daneben in echt beobachten können. Alle 21 Arten auf der Tafel sind heimisch und im Umkreis von sechs bis acht Kilometern in der Natur zu finden. „Der Kleine Fuchs kommt häufig vor“, sagt Walter Schön, „der Große Fuchs war bei mir in Oberschwaben selten, ist hier aber ebenfalls häufig. Den Aurorafalter kennen viele nicht.“ Wie war das Schmetterlingsjahr 2018? Das sei ganz unterschiedlich. „Der Kaisermantel war zwei- bis dreimal so häufig wie normal, aber den Admiral vermisse ich, dem haben die Wärme und Trockenheit nichts genutzt.“ Walter Schöns Lieblinge sind die Schillerfalter, klein und groß: „Die blaue Farbe ist nur unter einem bestimmten Winkel zu sehen, sonst ist er braun.“ Manchmal sehen Männchen und Weibchen verschieden aus: „Beim Zitronenfalter ist nur er knallgelb, das Weibchen ist grünlich-weiß. Dieser Falter hält im Winter minus 20 Grad aus. Seine Körperflüssigkeit enthält im Winter Glyzerin, als Frostschutzmittel.“

Walter Schöns Lieblingsweg führt von Altbach durch die Weinberge nach Plochingen. Denn am sonnigen Südhang gibt es zur richtigen Jahreszeit viele Schmetterlinge zu sehen. Peter Dietrich

Weitere Infos erhalten Insektenfreunde auf der Internetseite www.schmetterling-raupe.de

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