Kirchheimer Umland

Diesen Platz kann man nicht aufgeben

Zahlreiche Bürger haben die Grillstelle Allmer Brünnele im Rübholz wieder auf Vordermann gebracht

Pfingsten ist vorüber, die Jahreszeit von Radtouren und Wandertagen ist in vollem Gange. Die Grill- und Spielplätze sind gut ausgelastet. Da ist es gut, dass tatkräftige Bürger die Ärmel hochgekrempelt haben, um einen beliebten Platz auf der Markungsgrenze wieder herzurichten.

Diesen Platz kann man nicht aufgeben
Diesen Platz kann man nicht aufgeben

Kirchheim. Die Grillstelle Allmer Brünnele im Staatswald Rübholz ist vielleicht kein richtiger Geheimtipp, aber um sie hordenweise mit Bierkisten, Campingmöbeln und Musikanlage anzusteuern, liegt sie schlicht zu wenig verkehrsgünstig mitten im Wald. Denn idyllisch an einem Bächle gelegen, umgeben von Bäumen, ist sie lediglich zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar. Ein wunderbarer Ort für Wandertage, Kindergartenfeste und Familienausflüge.

„Für die Lindorfer ist das Allmer Brünnele der Ort für Traditionsfeste wie die Verabschiedung der künftigen Schulkinder aus dem Kindergarten. Er ist fester Bestandteil von Kinderferienprogrammen und Waldwochen“, berichtet der Lindorfer Ortsvorsteher Stefan Würtele. Er erhielt eines Tages einen Anruf vom Revierförster Hartmut Scheuter: Die Feuerstelle, Bänke und Tische waren in die Jahre gekommen. Sie faulten vor sich hin und waren am Zusammenbrechen. Das Forstamt wollte dafür keine Verantwortung mehr übernehmen. Den Platz neu einzurichten, war zu teuer. Auch wollte das Amt sich wegen der Kosten nicht mehr um die Verkehrssicherungspflicht kümmern.

Für Würtele war schnell klar: „Diesen Platz kann man nicht einfach aufgeben.“ Aber da war ja noch die Gemarkungsgrenze zu berücksichtigen. Wo genau die aber verläuft, war aus den Flurkarten nicht eindeutig zu ermitteln. Also wurde die Grenze fachgerecht und aufwendig vermessen. Danach stand fest: Die Quelle und Fassung des Allmer Brünnele gehören zu Lindorf. Der Grillplatz allerdings zu Oberboihingen. Und sogar Wendlingen grenzt unmittelbar an.

Also begab sich der Ortschaftsrat Lindorf auf die Suche nach einem alternativen Standort. Das war aber gar nicht so leicht. Nicht zu weit ab vom Schuss, aber auch nicht zu nahe an Wohnhäusern sollte dieser liegen.

Im Jahr 2011 stellte sich dann heraus, dass die Oberboihinger und Wendlinger ebenfalls am Erhalt des Grillplatzes interessiert waren. So haben sich dann die Bürgermeister von Kirchheim, Wendlingen und Oberboihingen, der Ortsvorsteher von Lindorf, der Förster und einzelne Bürger zusammen- und auseinandergesetzt. Schnell war klar, dass man gemeinsam den Platz herrichtet und künftig auch gemeinsam für den Erhalt und die Sicherheit sorgt.

Die Lindorfer Feuerwehr richtete Brunnenstube und -fassung her. Die Firma Waggershauser stellte einen Bagger, Material und Mitarbeiter, um die Feuerstelle zu erneuern. Die Oberboihinger kümmerten sich gemeinsam mit dem Albverein und der Holzbaufirma Layh ums Mobiliar. Und der Wendlinger Bürgerverein betonierte die Fundamente mit Unterstützung der Baufirma Haufe. Neben den Ehrenamtlichen packten auch Bauhofmitarbeiter und Forstwirte mit an.

„Alle waren mit Eifer und Freude dabei,“ freut sich Stefan Würtele heute noch über die konstruktive Aktion. Wen wundert es bei einem solchen Gemeinschaftsprojekt. Die Kosten, die jährlich entstehen, übernimmt jede Gemeinde im Wechsel. Selbstverständlich durften die Akteure den Platz dann auch gemeinsam einweihen.

Entstanden ist ein besonderer Platz, an dem offenbar ein besonderer Geist weht. Ob es am Wasser des Allmer Brünneles liegt? Eine alte Lindorferin hat Würtele erzählt, dass sie sich noch daran erinnern könne, wie Frauen mit Milchkannen dort Wasser schöpften. Dieses soll angeblich eine spezielle Heilwirkung besitzen. Wofür oder wogegen, weiß aber keiner mehr genau. Wahrscheinlich fördert es einfach das Wohlbefinden und den Gemeinschaftsgedanken.

Diesen Platz kann man nicht aufgeben
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