Kirchheimer Umland

Drei Fragen an Professor und Autor Jørn Precht

Professor und Autor Jørn Precht. Foto: pr

1. Was hat der Film „Die Frauen von Stepford“ mit dem Thema des Frauenwirtschaftstages zu tun?

Es geht ja um Frauen in der digitalen Zukunft. Der Film hatte auch eine Zukunftsvision über Frauen. Es ist allerdings ein pessimistisches Zukunftsszenario. Die Frauen in diesem Film sind den Männern zu Diensten. Diese Wesen erfüllen den Männern jeden Wunsch, so eine Art Klischeevorstellung, wie sie möglicherweise in den 50ern bestand. Interessant, wie in den 70ern Science-Fiction-mäßig damit umgegangen wurde. Dieser Film ist ein klassischer Thriller und im Detail düsterer als die Neuverfilmung aus dem Jahr 2004 mit Nicole Kidman, das ist mehr eine Komödie.

2. Wie kriegen wir hier die Kurve zum Thema Frauen heute, inwieweit ist das ein frauenspezifisches Thema?

Wir versuchen herauszufinden, wo die Frauen sich positionieren wollen in dieser digitalen Welt. Der Film besagt eher, wo die Satire alte Frauenbilder aus den 50er-Jahren positioniert, nämlich in einer schrecklichen Zukunftsvision. Die Frage ist natürlich schon, inwieweit diverse Positionen tatsächlich von Androiden übernommen werden. Die ersten weiblichen Roboter sind ja nicht so weit von diesen „Frauen aus Stepford“ entfernt. Wir sind in der Realität schon viel näher dran, und das stellt natürlich auch Fragen zur Würde der Frau.

3. Kann es sein, dass wir hier gerade von Geräten wie etwa „Alexa“ reden?

Ja, ganz genau. Alexa spricht mit uns, sie hört uns immer zu, sie spielt Musik für uns. Das ist sicher nur der Anfang. Irgendwann sitzt sie bei uns im Wohnzimmer. Es würde mich sehr wundern, wenn sie nicht irgendwann auch in körperlicher Form bei uns wäre. ab

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