Kirchheimer Umland

Ein ganz besonderer Tag

Bildung Die Einschulungsfeier der Grundschule in Schlierbach fand in Etappen und korrekt nach Corona- Bedingungen in der Dorfwiesenhalle statt. Der Stimmung tat das keinen Abbruch. Von Iris Häfner

Ordentlich Platz hatten die Eltern, wenigen Geschwister und Schultüten in der Schlierbacher Dorfwiesenhalle bei der Einschulungs
Ordentlich Platz hatten die Eltern, wenigen Geschwister und Schultüten in der Schlierbacher Dorfwiesenhalle bei der Einschulungsfeier. Foto: Carsten Riedl

Einfach alles anders: Bekanntlich stellt die Corona-Pandemie so vieles auf den Kopf, deshalb bilden auch die Einschulungsfeiern für die Abc-Schützen keine Ausnahme. Früher war alles besser - dieser abgedroschene und oft unwahre Satz bekommt heuer aber eine ganz neue Bedeutung. Die vergangenen Jahrzehnte liefen einfach nach einem wunderbaren Schema ab. Am ersten Schultag wurden die künftigen Erstklässler von Mama und Papa, Geschwistern, Omas und Opas, (Paten-) Tanten und Onkeln und anderen wichtigen Personen gemeinsam gefeiert. Nicht selten gleich am Ort des Geschehens, also in der Schulaula, oder einer Halle, die genügend Platz für viele Menschen bot. Dicht an dicht saßen die Gäste, um die Kinder feierlich in den neuen Lebensabschnitt zu begleiten.

Dieses Jahr: Jedes Kind durfte zwei Angehörige mitbringen, Bruder oder Schwester konnten auf den Schoß eines Elternteils sitzen oder im Kinderwagen strampeln. Oma und Opa, Freunde und Verwandte - Fehlanzeige beim offiziellen Teil des Tages. Jedes Stuhlpaar zierte ein Namensschild, links und rechts, vorne und hinten gab es einen Mindestabstand von eineinhalb Metern. Alles ganz korrekt nach Vorschrift.

Das Schöne: Der Stimmung tat das alles in der Schlierbacher Dorfwiesenhalle keinen Abbruch. Und das, obwohl die Kinder der Klasse 1a gestern „super früh aufgestanden und vielleicht ein wenig aufgeregt am Abend zuvor ins Bett gegangen“ sind, wie es die neue Rektorin der Grundschule, Bettina Haußmann, bei ihrer herzlichen Begrüßung formulierte.

Bereits um 8 Uhr hatte der ökumenische Schulgottesdienst mit den Pfarrern Georg Steffens von der evangelischen Georgskirche und Franz Keil von der katholischen Gemeinde St. Ulrich begonnen. Das war auch ein Novum. „Wir haben uns bei der Planung der Einschulungsfeier gedacht: Wir holen die Pfarrer hierher zu uns in die Dorfwiesenhalle“, erklärt Bettina Haußmann.

Die beiden Pfarrer öffneten eine Schultüte und holten ganz erstaunliche Dinge aus ihren Tiefen an den Tag. „Das ist ein Mundschutz, der ist wichtig in diesen Zeiten“, sagte Georg Steffens, als dieser an seinem Finger baumelte. Als nächstes fischte er eine Olivenseife heraus - auch wichtig wegen des Händewaschens. Es gab aber natürlich auch Süßigkeiten, etwa ein Lebkuchenherz, weil sich die Pfarrer einfach Lehrer mit viel Herz für ihre Schüler wünschen. Als sie den Kindern ihren Segen gespendet hatten, trat nach einer Umbaupause Bettina Haußmann ans Mikrofon. Sie zeigte sich überzeugt, dass dieser erste Schultag für ihre künftigen Schülerinnen und Schüler unvergesslich bleibt und versprach eine schöne Überraschung, die die Klassen 2 und 4 für die Neuen vorbereitet hatten.

Der Vorhang ging auf und die Bühne war voll mit Schülern. Auf dem Boden saßen die Metallophon-Spielerinnen, die das Instrument mit jeder Strophe weiterreichten und die Melodie darauf anstimmten. Hinter ihnen saßen ihre Mitschüler, die die illustrierte Geschichte vom Buchstabenbaum erzählten. An die Wand wurden unterschiedliche Zeichnungen gebeamt. Das erste Bild zeigte einzelne Buchstaben auf einzelnen Blättern. Nachdem sie wegen des Winds heruntergepurzelt waren, bekamen sie den Rat, sich doch in einer Gruppe zu vereinen, um so stärker zu werden und dem Sturm trotzen zu können - und schon bildeten sie Wörter. Die Krönung des Ganzen war ein kompletter Satz, der auch noch eine Botschaft ­enthielt und die Erstklässler in der Dorfwiesenschule willkommen hieß.

Danach wurden die neuesten Mitglieder der Schulgemeinschaft von der Rektorin einzeln mit ihrem Namen dazu aufgerufen, sich um ihre künftige Klassenlehrerin, Marion Ulmer, zu scharen. Als alle versammelt waren, ging‘s ins Klassenzimmer. Die Eltern konnten sich derweil auf dem Kunstrasenplatz mit einzeln verpackten Häppchen des Fördervereins stärken, ehe sie zur privaten Feier mit Verwandten und Freunden weiterzogen - und damit Platz machten für Klasse 1b mit dem gleichen Prozedere.

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