Kirchheimer Umland

Ein Meilenstein für das Seniorenheim

Pflege Wenn nichts mehr schiefgeht, bekommt Notzingen bis 2019 ein eigenes Seniorenzentrum. Für die Baugenehmigung gibt es grünes Licht. Von Katja Eisenhardt

Ein Entwurf zeigt, wie das Gebäude von der Südseite her aussehen soll. Foto: pr

Wenn alles klappt, dann ist es das wohl größte Bauprojekt, das es im Ort je gegeben hat“, kündigte Bürgermeister Sven Haumacher im Notzinger Gemeinderat an. Gemeint ist das Asklepia-Seniorenzentrum, das auf einem Grundstück östlich der Sporthalle am Notzinger Müllerweg entstehen soll. 2019 soll es fertiggestellt sein. Jetzt stehen für die Planer des Büros Schatz Projectplan aus Schorndorf die Ausführungsplanung, Ausschreibung und die Vergabe der Arbeiten an.

Rico Hann, Pflegedienstleiter des Asklepia-Seniorenzentrums in Kirchheim war gemeinsam mit Planer Cyril Probst in die Sitzung des Gemeinderats gekommen, um über die Details des Neubaus zu informieren. Dass in Notzingen ein Seniorenzentrum entstehen soll, hält Hann für sehr wichtig: „In Kirchheim steht mit 27 Bewohnern und zwölf Tagespflegeplätzen ein eher kleines Seniorenzentrum. Die Nachfrage ist aber so hoch, dass wir aus allen Nähten platzen.“ Viele der ambulanten Kunden in Kirchheim würden aus Notzingen kommen. Umso besser sei es also, wenn es künftig direkt vor Ort einen weiteren Asklepia-Standort gebe.

Heute noch Wiese, bald Bauland: Die Pläne für ein Seniorenzentrum in Notzingen werden immer konkreter. Ein Entwurf zeigt, wie da
Heute noch Wiese, bald Bauland: Die Pläne für ein Seniorenzentrum in Notzingen werden immer konkreter. Foto: Carsten Riedl

Seit gut zwei Jahren läuft die Planung bereits. Langsam wird das Vorhaben konkret. Insgesamt sind im neuen Asklepia-Seniorenzentrum 45 stationäre Einzelzimmer - alle mit barrierefreiem Bad - und 15 Tagespflegeplätze geplant. Ursprünglich war das Gebäude l-förmig gedacht. Diese Idee wurde von den Planern nochmals überdacht, damit sich das Haus besser in die Umgebung einfügt. Bewusst habe man im Eingangsbereich sowohl ein Sekretariat als auch ein Schwesternzimmer eingeplant, erläutert Rico Hann: „Es gibt immer mehr demente Patienten. So haben wir eine größere Sicherheit, dass keiner unbemerkt das Gebäude verlassen könnte.“

Auf die Frage von Alfred Bidlingmaier (CDU), ob die insgesamt 17 Stellplätze ausreichen, betonte Rico Hann, da sei er sich ganz sicher. Zumal von den insgesamt 40 bis 45 Angestellten - darunter auch die Teilzeitkräfte - „nie mehr als zehn bis zwölf gleichzeitig im Haus sind“.

Wichtig sind dem Betreiber neben dem Versorgungsprinzip „Alles aus einer Hand“ Gestaltungsdetails wie die großen Fenster. „Damit zum einen viel Licht hereinkommt, zum anderen auch ein Rollstuhlfahrer problemlos rausschauen kann“, sagt Rico Hann. Das Gebäude solle optisch mehr einem größeren Wohnhaus gleichen als einem Seniorenheim. So füge es sich besser in die Umgebung ein.

Einen Knackpunkt gab es, der im Gremium kurzzeitig für Diskussion sorgte: Um das Bauvorhaben wie geplant umsetzen zu können, ist eine Befreiung von der vorgesehenen Traufhöhe notwendig. Diese liegt in der Planung 80 Zentimeter über den bisher gültigen Vorgaben von maximal 5,70 Metern - allerdings mit einer Traufhöhe von 6,50 Metern immer noch einen halben Meter unter jener der Sporthalle. Letztlich wurde das grundsätzliche Einvernehmen zwar einstimmig erteilt, hinsichtlich der notwenigen Befreiung für die zusätzlichen 80 Zentimeter gab es aber drei Gegenstimmen aus dem Gemeinderat. Unterm Strich lautete der Tenor im Gremium: Was lange währt, wird endlich gut. So sei das Vorhaben, ein Pflegeheim im Ort zu bauen, „einige Male auf der Kippe gestanden. Dass diese Lücke in der Infrastruktur nun geschlossen wird, ist angesichts des zunehmenden Alters der Bevölkerung mehr als notwendig“, brachte es Herbert Hiller (CDU) auf den Punkt.

So ist das Gebäude aufgebaut

Im Norden soll jetzt ein parallel zur Herdtfeldstraße verlaufender Gebäudeteil entstehen. In diesem finden sich über einer Tiefgarage mit zwei Etagen zwei Wohngruppen mit je 15 stationären Pflegeplätzen. Im Dachgeschoss sind eine Betreiberwohnung sowie Archivräume geplant.

Parallel zum Müllerweg schließt ein Verbindungsbau an - inklusive dem Eingangsbereich, Foyer und Aufenthaltsräumen. Die Zufahrt ist über den Müllerweg vorgesehen.

Beim dritten Gebäudeabschnitt handelt es sich um einen um 120 Grad abgewinkelten, gen Süden ausgerichteten Bau. In diesem sollen unter anderem die Büros und die Küche des Seniorenzentrums untergebracht werden, ebenso wie die 15 Tagespflegeplätze samt Aufenthalts- und Ruheräumen und einem Gartenanteil. Im ersten Obergeschoss ist hier die dritte stationäre Wohngruppe mit 15 Einzelzimmern geplant. Im Gegensatz zum Hauptbau mit Satteldach, bekommt dieser dritte Bauteil ein Flachdach, auf dem eine begrünte Dachterrasse entstehen soll. ke

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