Kirchheimer Umland

Ein Mix aus Wohn-und Gewerbegebiet soll entstehen

Städtebau Eine Änderung des Hochdorfer Flächennutzungsplans ermöglicht künftig Gewerbe im „Mittleren Feld“.

Hochdorf. Damit im geplanten Wohn- und Gewerbegebiet „Mittleres Feld“ künftig ein neuer Edeka sowie eine Erweiterung des Hochdorfer Gewerbegebiets möglich werden, ist eine Änderung des Flächennutzungsplans notwendig. Mit diesem Thema hat sich der Gemeinderat beschäftigt. Dabei ist zwischen zwei Bereichen zu unterscheiden, wie Stadtplanerin Galina Strumberger vom Stuttgarter Büro „Schreiberplan“ erläuterte: Für den westlichen Bereich „Obeswiesen“, der direkt an die bestehende Bebauung angrenzt, ist ein Wohngebiet geplant. Der Bebauungsplan für diesen Bereich kann im beschleunigten Verfahren aufgestellt werden. „Hier geht es daher nur um eine Berichtigung von den bisher landwirtschaftlichen Flächen in Wohnbauflächen“, erklärte Strumberger. Für die östlich daran angrenzenden Bereiche, die ein Mischgebiet, eine eingeschränkte gewerbliche Fläche, eine gewerbliche Baufläche und ein Sondergebiet für den großflächigen Einzelhandel einschließen, ist eine Änderung des Flächennutzungsplans notwendig.

Galina Strumberger hatte dem Gemeinderat konkrete Bedarfszahlen hinsichtlich des künftigen Wohnraums und der Erweiterung des Gewerbegebiets mitgebracht, die zeigen: Es besteht Handlungsbedarf. Trotz der entstehenden Wohngebiete „Hofäcker I“ ist nach wie vor ein hoher Bedarf an Wohnraum vorhanden. Bis 2035, was in etwa dem Planungszeitraum eines Flächennutzungsplans entspreche, liege dieser bei rund 3,3 Hektar Wohnbaufläche. Mit „Hofäcker I“, „Obeswiesen“ und dem angrenzenden Mischgebiet wäre es möglich, den Bedarf annähernd zu decken. Im Ort selbst gebe es zwar noch 28 Baulücken, diese seien allerdings alle in privater Hand und könnten daher nicht angerechnet werden. Zudem hätten auch die Hochdorfer Gewerbetreibenden einen erhöhten Flächenbedarf angemeldet - „da sind jene, die auf eigenem Grund im bestehenden Gewerbegebiet erweitern könnten, nicht mit eingerechnet. Mit ihnen wären es rund 4,1 Hektar Flächenbedarf“, so Strumberger.

Eine Regelung gibt es in Sachen des neuen Edeka: Entsteht dieser, darf das Gebäude des aktuellen Markts nicht mehr als großflächiger Einzelhandel genutzt werden. Zudem dürfe der neue Edeka nicht die Umsätze des Hochdorfer Einzelhandels gefährden, wobei laut einer Prognose dafür keine Gefahr bestehe.

Bis auf die Fraktion der Grünen stimmte der gesamte Gemeinderat für die Änderung des Flächennutzungsplans. Die Grünen begründeten ihre Gegenstimmen mit der vorgesehenen Größe des Gewerbegebiets. Mit allem anderen sei man einverstanden. „Der Vorentwurf des Umweltberichts zeigt, dass das Vorhaben einen großen Eingriff in den Landschaftsraum bedeutet, inklusive einer großen Fläche, die versiegelt wird.“ Auch der Verkehr durch den Ort werde zunehmen, so Kai Liebermeis­ter. Doris Dirmeier wies auf hohe Anzahl an auszugleichenden Ökopunkten hin. Da sei es nicht mit ein paar neuen Bäumen, Grünstreifen oder einem geschwungenen Bachlauf getan. Man sei sich dessen bewusst, so Bürgermeister Gerhard Kuttler. Verschiedene Ausgleichsmaßnahmen seien vorgesehen. Dazu gehöre auch die Wiederverwertung der hochwertigen Böden an anderer Stelle. Als weitere Möglichkeiten zum Ausgleich wies Markus Krämer (CDU) auf die Dachbegrünungen und die geplante Talbachneugestaltung hin. Zudem könnten neue Arbeitsplätze im Gewerbegebiet auch den innerörtlichen Verkehr verringern: „Wer in Hochdorf lebt und arbeitet, braucht kein Auto.“ Ja, das Gebiet sei groß, betonte auch Beate Schmid (SPD), man habe die Hochdorfer Gewerbetreibenden aber lange genug vertröstet und müsse daher reagieren. Erhard Schmid (Freie Wähler) hob neben der nötigen Gewerbegebietserweiterung zudem auch die geplanten Mehrfamilienhäuser positiv hervor, da allein schon bei der jüngeren Hochdorfer Generation ein hoher Bedarf bestehe. Katja Eisenhardt

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