Kirchheimer Umland

Eine neue Generation Lehrer

Bildung In der Kapelle des Kirchheimer Schlosses wurden 54 künftige Fachlehrer im Seminar willkommen geheißen und vereidigt. Die Verantwortlichen freuen sich darüber, da Personalmangel herrscht. Von Winfried Müller

Seminarschuldirektor Klaus Buck bat die neuen Fachlehreranwärter um Engagement und Eigeninitiative.Foto: Torsten Wenzler
Seminarschuldirektor Klaus Buck bat die neuen Fachlehreranwärter um Engagement und Eigeninitiative.Foto: Torsten Wenzler

Am liebsten hätte die leitende Schulamtsdirektorin des Schulamtes Nürtingen, Dr. Corina Schimitzek die angehenden Lehrer „sofort mitgenommen in die Schulen“. Bei der aktuellen, gespannten Lage in der Lehrerversorgung ein verständlicher Wunsch. So schnell konnte er aber nicht erfüllt werden. Mit der Vereidigung und dem damit begründeten Beamtenverhältnis auf Widerruf ist jedoch ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zur Fachlehrkraft getan. Damit beginnt die dreijährige Ausbildung am Pädagogischen Fachseminar sowie an Ausbildungsschulen in der Region. Kirchheim genießt seit Langem einen hervorragenden Ruf in der Lehrerausbildung, die Bewerbung zum Unesco-Seminar für nachhaltige Bildung ist ein weiterer Beweis für die permanente Qualitätsinnovation der Bildungseinrichtung.

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Eingeleitet wurde die feierliche Veranstaltung durch das Bläserensemble unter der Leitung der Musiklehrbeauftragten Karin Köditz. Die Reihe der Grußworte wurde von der Oberbürgermeisterin der Stadt Kirchheim, Angelika Matt-Heidecker, eröffnet. Sie hob zunächst die große Bedeutung des Fachseminars für die Stadt hervor, bringe es doch dadurch jedes Jahr neue Menschen mit eigenen, kreativen Ideen und Vorstellungen in die Teckstadt. Dadurch komme es immer wieder zu sehr fruchtbaren Kooperationen, etwa die Entwicklung der Inhalte für die QR-Codes der digitalen Stadtführung oder die Gestaltung eines nachhaltigen Kaffeebechers. In der langen Stadtgeschichte habe Bildung stets eine zentrale Rolle gespielt. Heute ist Kirchheim ein attraktiver Bildungsstandort. „Bringen Sie sich ein, mit dem, was Sie aus Ihren Berufen mitbringen, bleiben Sie neugierig und tragen Sie Bildung wie ein Grippevirus, das sich schnell verbreitet, in die Schulen“, so das Stadtoberhaupt. Als Vertreterin des Regierungspräsidiums stellte Regierungsschuldirektorin Recknagel-Saller zu Beginn ihres Grußwortes eine Frage in den Raum, die zum Perspektivenwechsel aufforderte: „Würden Sie bei sich selbst im Unterricht Schüler sein wollen?“. Zum einen müsse eine Lehrkraft Beziehungen zu den Schülern aufbauen. Zum anderen sei auch die Fachkompetenz gefragt. Das Pädagogische Fachseminar stehe, wie im Namen impliziert, für beides. Schimitzek, in Vertretung der Staatlichen Schulämter Nürtingen und Göppingen, sprach, an die zukünftigen Lehrkräfte gewandt, insbesondere die vielfältigen Änderungen in der Schullandschaft und die daraus resultierenden Anforderungen an den Lehrberuf an. Der Wandel „Von der Belehrungskultur zur kompetenzgestützten Lernkultur“ müsse durch gut ausgebildete Lehrkräfte getragen werden.

Die Bläsergruppe leitete mit dem „Muppets Show Theme“ über zu den Begrüßungsworten von Seminarschuldirektor Klaus Buck. Sein besonderer Dank schloss diejenigen ein, die zum Gelingen der Feier beigetragen hatten, Frau Scheibner, Lehrbeauftragte im Fach Alltagskultur und Gesellschaft, für die Dekoration und den Fachbereich Musik für seine Beiträge. Mit Bestehen der Eignungsprüfung sei eine große Hürde mit Erfolg genommen, so der stellvertretende Seminarleiter. „Sie haben sich für einen erfüllenden und anspruchsvollen Beruf entschieden.“ Die Fachlehrerausbildung runde das Spektrum in multiprofessionellen Lehrkräftekollegien in besonderer Weise ab. Mit Kirchheim stehe für die Ausbildung eine in langer Tradition stehende, mit moderner, erwachsenengerechter Ausstattung eingerichtete Bildungseinrichtung zur Verfügung. Um die Ausbildung erfolgreich gestalten zu können, werde aber auch von jedem Bewerber Eigenverantwortung, Engagement und Initiative erwartet, formulierte Klaus Buck die klaren Erwartungen vonseiten der Ausbildungsstätte.

Mit Ablegen des Diensteides und der Überreichung der Urkunde endete der formale und zentrale Teil der Feierstunde. „Einfach Beethoven“, eine Bearbeitung der Europahymne, markierte den Übergang zur Vorstellung des Ausbildungspersonalrates mit seinen Mitgliedern, Aufgaben und Angeboten.