Kirchheimer Umland

Eine Stelle ohne Vorgänger

Seit Oktober ist Carolin Koepke Jugendreferentin der Katholischen Gesamtkirchengemeinde Kirchheim

Die Jugendarbeit brauchte dringend Verstärkung. Also beantragte Gemeindereferentin Susanne Appl mutig die Schaffung einer neuen 50-Prozent-Stelle. „Mehr habe ich mich nicht getraut“, sagt sie. Wenn schon, dann richtig, sagte sich der Gesamtkirchengemeinderat und verdoppelte. Und das einstimmig.

Jugendreferentin Carolin Koepke - sie wurde für eine neu geschaffene Stelle der Katholischen Gesamtkirchengemeinde Kirchheim ein
Jugendreferentin Carolin Koepke - sie wurde für eine neu geschaffene Stelle der Katholischen Gesamtkirchengemeinde Kirchheim eingestellt. Foto: Peter Dietrich

Kirchheim. Normalerweise sind katholische Jugendreferenten auf Dekanatsebene angestellt. Es ist selten, dass sich eine Kirchengemeinde vor Ort eine solche Stelle leistet. Sankt Ulrich und Maria Königin haben es nun getan. Die Befristung auf drei Jahre folgt den rechtlichen Zwängen bei neuen katholischen Stellen, die Stelle ist aber auf Dauer vorgesehen. „Das ist kein befristetes Projekt“, betont Appl.

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Am 1. Oktober hat Carolin Koepke ihren Dienst angetreten. Ihr erster Eindruck könnte nicht besser sein: „Ich fühle mich superwohl in der Kirchengemeinde“, sagt die 24-Jährige, die in Nürtingen wohnt. Aufgewachsen ist sie in Köngen, war dort zuerst Ministrantin in der Kirchengemeinde Zum Guten Hirten, wurde Oberministrantin. In der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) trug sie ehrenamtlich bis hinauf zur Diözesanebene Verantwortung. Dabei blieb sie auch parallel zu ihrem Studium in Tübingen; zuerst machte sie dort ihren Bachelor in Empirischer Kulturwissenschaft. Dann wurde sie doch noch von der Liebe zur Pädagogik eingeholt, sattelte an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd ein Masterstudium in Bildungswissenschaften drauf. Für ihr Praktikum ging sie zur Volkshochschule in Tübingen.

Kirchheim kannte sie schon aus ihrer Tätigkeit im Dekanat. „Das war für mich ein starkes Zeichen“, lobt sie die Entscheidung, die neue Vollzeitstelle zu schaffen. Sie bewarb sich und kam zum Vorstellungsgespräch für ihre erste Stelle. Dieses verlief etwas ungewohnt, sie saß acht Leuten gegenüber. „Ihr entscheidet“, hatte Pfarrer Franz Keil den Vertretern der Jugendlichen gesagt und sich zurückgehalten.

Auf Koepke warten in der bestehenden Jugendarbeit Ministranten, Zeltlager, immer wieder die große 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und vieles mehr. Sie unterstützt und begleitet die ehrenamtlichen Mitarbeiter. Doch sie will nicht nur Jugendliche erreichen, die von sich aus kommen, auch „Jugendarbeit und Schule“ ist ihr Thema. Außerdem will sie Angebote für jugendliche Flüchtlinge machen.

Im Kellergeschoss des Kindergartens Sankt Gabriel, neben der Kirche Sankt Ulrich, gibt es schöne, vor einigen Jahren mit dem Kindergarten renovierte Jugendräume. Dort einen offenen Treff anzubieten, scheiterte bisher an den personellen Kapazitäten. Der Name dieser Räume, „Bierbrezel“, sollte nicht täuschen, denn Alkohol gibt es dort keinen. Der zweite Ort, wo Koepke oft zu treffen sein wird, ist das Bohnauhaus. Dort befinden sich die Jugendräume der Kirchengemeinde Maria Königin.

„Ich habe großes Glück, dass ein tolles Team hinter mir steht“, sagt Carolin Koepke. Zu diesem Pastoralteam gehören zwei Pfarrer, zwei Pastoralreferenten, Diakon und Gemeindereferentin. Die Vernetzung geht über die Kirchengemeinde hinaus, Koepke vertritt die kirchliche Jugendarbeit in der Kirchheimer AG Jugend- und Gemeinwesenarbeit. Einer ihrer Partner in der Jugendarbeit ist das Kommunikationszentrum für interkulturelle Zusammenarbeit (KIZ) im Bohnauhaus für Jugendliche.

Gibt es bei ihr noch mehr Hobbys, außer Jugendarbeit? „Ich reise sehr gerne“, sagt Koepke. Nach dem Abitur verbrachte sie acht Monate in Neuseeland, mit Arbeit und Urlaub. Sie liest gerne Krimis, vor allem düstere aus Schweden, auch historische Romane oder mal einen Frauenroman. Sie liest auch viel in englischer Sprache: Beim Bachelorstudium hatte sie Englisch als Nebenfach gewählt.