Kirchheimer Umland

Eine wählerische Schönheit, die jede Mühe wert ist

Magnolienbäume im Frühjahr. Foto: Benjamin Kästle
Magnolienbäume im Frühjahr. Foto: Benjamin Kästle

Sofern man nicht einen ganzen Park voll von ihr hat, kann man die Blüten der Magnolie nur für kurze Zeit genießen. Mit ihren teils großen, teils kleinen, mal weißen, mal farbigen Blüten bereichert sie die frühlingshafte Flora in Stadtparks und Gärten. Mehr als 200 Arten nennen sich Magnolie, benannt nach dem französischen Botaniker Pierre Magnol. Mehr als die Hälfte steht allerdings auf der Roten Liste. Durch Rodung fehlen ihnen die sicheren Lebensräume. Doch um sich zumindest vor Fressfeinden schützen zu können, bildet die schöne Magnolie giftige Stoffe in ihrer Rinde und ihrem Holz. Sie gilt trotzdem nur als leicht giftig und verursacht lediglich Hautreizungen. All ihre Arten stammen aus Asien und Amerika. Sie ist sogar das Nationalsymbol von Nordkorea und wird dort häufig mit der Sommer-­Magnolie dargestellt. Der amerikanische Staat Mississippi wird oft auch Magnolienstaat genannt. Die offizielle Staatsblume ist die Magnolie, da sie dort besonders häufig vorkommt. Vor der letzten Eiszeit war sie auch in Europa zu Hause, doch die Kälte der wachsenden Gletscher machte ihr den Garaus und sie zog sich in wärmere Gebiete zurück. Trotz ihrer Schönheit werden die Blüten in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet oder dienen sogar als Nahrungsmittel. Besonders gut geht es der Pflanze im Sonnenschein. Sollten die Umstände nicht optimal sein, weigert sie sich bald weiterzuwachsen und bildet nur wenige Blüten aus. Dank ihres Giftes hat sie zwar kaum Probleme mit Schädlingen, jedoch ist der Winter für sie umso härter. Gute Nachbarn sind der Krokus, Rhododendren und Narzissen. Somit zeichnet sich die Magnolie besonders durch ihr wählerisches Verhalten aus, ist jedoch jede Mühe wert. Elise Czaja


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