Kirchheimer Umland

„Einfach mal die Welt retten“

Theologe berichtet von Erfolgen der Hilfsorganisationen

„Einfach mal die Welt retten“
„Einfach mal die Welt retten“

Der Pfarrer Winrich Scheffbuch referierte bei den „Dettinger Gesprächen“ über die Frage „Was können wir angesichts der großen Weltnöte tun?“

Stefanie Klink

Dettingen. Scheffbuch war viele Jahre lang Pfarrer in der Ludwig-Hofacker-Gemeinde in Stuttgart. Zusätzlich war er an der Gründung der Hilfswerke „Hilfe für Brüder“ und „Christliche Fachkräfte International (CFI) beteiligt und leitete diese Organisationen auch. Später engagierte er sich bei „Licht im Osten“, der Deutschen Evangelischen Allianz und den „Co-Workers International“ - hier war er ebenfalls als Geschäftsführer tätig.

Dem Moderator der Veranstaltung Wilfried Patz antwortet Scheffbuch gleich zu Beginn, dass er nicht zählen würde, wie häufig er für Vorträge unterwegs sei. Aber „meine Frau wäre gerne mehr zuhause“ meint er, „ohne sie mache ich nichts, sie sitzt dort hinten.“

Eine Besucherin aus Unterlenningen erzählt, dass ihre beiden Enkel bereits für die Organisation „Co-Workers International“ auf den Philippinen und in Spanien Hilfsprojekte unterstützt haben.

Bernhard Schilling aus Kirchheim sorgt für die musikalische Untermalung des Abends mit Akkordeon und Gesang und trägt gleich zu Beginn ein israelisches Hochzeitslied vor.

Aus seinem reichen Erfahrungsschatz in der Entwicklungshilfe und Missionsarbeit greift Scheffbuch Beispiele heraus, die die Weltnöte aus seiner Sicht verdeutlichen: Die HIV-Epidemie in Afrika, der Balkankonflikt, die brutale Gewaltherrschaft von Idi Amin in Uganda, der Mao-Kult in China. Für die vielen Krisen und Konflikte der Welt sieht Scheffbuch keine Lösung, aber er verweist auf ein Zitat der Nobelpreisträgerin Pearl S. Buck: „Wer die Welt verbessern will, kann gleich bei sich selbst anfangen“. In diesem Sinne berichtet Scheffbuch von den Erfolgen, die Hilfsorganisationen weltweit erzielen und die die häufig gestellte Frage: „Kommt die Hilfe überhaupt an?“ mit einem deutlichen „Ja!“ beantworten. „Sie können nicht ahnen, wie viel Gutes heute geschieht“ berichtet Scheffbuch über die Arbeit vieler Hilfsorganisationen. Aber er weist auch darauf hin, dass „in der Entwicklungshilfe heute viele frustriert sind, weil es ja immer schlimmer“ werde mit der Not. Wichtig sei dennoch, dass „alle Hilfe über die Leute vor Ort“ ablaufe, dass die Einheimischen ausgebildet werden und beispielsweise als Handwerker, Ärzte und Hebammen in ihrer Heimat, in Kenntnis ihres Landes und ihrer Sprache Gutes bewirken können. „Ihnen müssen wir zuhören und dann entscheiden, ob wir unterstützen wollen. Sie müssen wir unterstützen.“ Scheffbuch schließt mit den Worten:

„Ich möchte Ihnen einfach Mut machen, dass es so viele kleine Leute gibt die in der Kraft von Christus so viel gewirkt haben.“

Eine Besucherin aus Kirchheim ist am Ende ein wenig enttäuscht - sie fand den Vortrag etwas zu abstrakt und „zu wenig greifbar für das, was wir hier gerade erleben“.

Die einzige Frage, die im Anschluss an den Vortrag gestellt wird, zielt interessanterweise auch genau darauf ab. Johannes Stulz aus Dettingen fragt: „Vielleicht haben Sie gesehen, dass hier auf dem Weg zur Halle sehr viele Flüchtlinge waren. Was sagen Sie dazu? Viele engagieren sich ja. Können Sie uns da etwas an die Hand geben?“ Scheffbuch antwortet mit einer Gegenfrage: „Was ist mit den Hinterbliebenen? Was ist mit denen, die das Geld nicht aufgebracht haben“ um herzukommen, sei die Frage, die ihn bewegt.

Die „Dettinger Gespräche“ finden viermal im Jahr zu wechselnden Themen statt und werden von einer kirchlichen Arbeitsgruppe aus der evangelischen Kirchengemeinde in Dettingen initiiert. Siegfried Schmidt und Wilfried Patz erzählen, dass die „Dettinger Gespräche“ bereits seit 18 Jahren existieren und von Schmidt ins Leben gerufen wurden, um „Impulse, Berührung herzustellen mit der Botschaft Jesus’“. Dass das Thema des Abends so hochaktuell sein würde, war den Veranstaltern nicht bewusst – der Vortrag wurde schon vor einem Jahr geplant.

Foto: Stefanie Klink

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