Kirchheimer Umland

Eltern brauchen längere Öffnungszeiten

Kirchheim schafft neue Ganztags-Kindergartenplätze – Regelgruppen sind immer unbeliebter

In Kirchheim gibt es ein Überangebot an Kindergartenplätzen. Das Dumme ist nur: Es sind die falschen Plätze. Zumindest aus Elternsicht. Weil immer mehr Mütter arbeiten gehen, sind Plätze in Ganztagsgruppen gefragt. Davon gibt es in Kirchheim noch zu wenige.

Kirchheim. In Kirchheim fehlen 80 Ganztagsplätze für Kinder ab drei Jahren. Regelgruppen könnten teilweise Kinder aufnehmen, sind aber wegen der kürzeren Öffnungszeiten immer unbeliebter. Im Kindergartenjahr 2013/14 gab es in städtischen Einrichtungen 1 067 Plätze, von denen 1 032 belegt waren.

Die Stadt reagiert nun auf die Wünsche der Eltern. Sie wandelt freiwerdende Plätze in Ganztagsplätze um. 20 Kinder können ab September ganztags in den Konrad-Widerholt-Kindergarten gehen. Durch den Umbau der Pavillons an der Eduard-Mörike-Schule und die Schaffung einer Kindertagesstätte entstehen in Ötlingen 40 Betreuungsplätze.

Zusätzlich wird einer der freien Träger beauftragt, zum September des kommenden Jahres eine weitere Ganztagsgruppe mit 20 Plätzen ins Leben zu rufen. Das wäre bei „Topkids“, „Doschler“ und „Schneckenhäusle“ möglich. Welche Kita den Zuschlag bekommt, steht noch nicht fest. Was es die Stadt kostet, hingegen schon: 20 zusätzliche Plätze schlagen mit 200 000 Euro jährlich zu Buche. Bis zum Kindergartenjahr 2016/17 sollen insgesamt 80 neue Ganztagsplätze zur Verfügung stehen.

Aktuell gibt es in Kirchheimer Kitas 153 Ganztagsplätze für unter Dreijährige. 164 Kinder ab drei Jahren können in Kindergärten von früh bis spät betreut werden. „Rein rechnerisch sind somit genügend Ganztagskindergartenplätze für die unter Dreijährigen vorhanden“, heißt es bei der Stadt. Aufgrund des blitzartigen Ausbaus der Krippenplätze im Jahr 2013 könne es allerdings zu Dellen bei einzelnen Trägern und Gruppen kommen. Darüber hinaus rechnet die Stadt damit, dass die Nachfrage nach einer acht- oder sogar zehnstündigen Betreuung ab dem dritten Geburtstag des Kindes zunimmt, da einige Eltern nach Ende ihrer Elternzeit wieder Vollzeit arbeiten wollen. Dass Ganztagsplätze fehlen, berichten auch die freien Träger, die „erheblichen Mehrbedarf“ angemeldet haben.

Die Stadt muss für Kinder von Eltern, die in Kirchheim arbeiten, Plätze bereitstellen. Dazu ist sie gesetzlich verpflichtet. Wie viele das sind, ist schwer vorherzusagen. In den vergangenen beiden Jahren haben deutlich mehr Eltern aus Nürtingen, Wendlingen oder dem Lenninger Tal einen Platz in Kirchheim in Anspruch genommen als andersherum. Laut der Stadt zieht es Eltern aus anderen Kommunen vor allem zu den freien Trägern: 81 Prozent würden ihr Kind dort betreuen lassen.