Kirchheimer Umland

Es fehlt am Geld und an den Lehrkräften

Kirchheim. Weil der Lions-Club als Dienstleistungsverein die Vorteile von Sprachkursen klar erkennt, hilft er unbürokratisch dabei, solche Kurse zu finanzieren. Auf 10 510 Euro beläuft sich die Summe, die der Verein der Freunde des Lions-Clubs Nürtingen-Kirchheim allein zwischen 2009 und 2014 für Sprachkurse aufgebracht hat.

Marianne Gmelin vom Kirchheimer Arbeitskreis Asyl ist sehr dankbar für diese Unterstützung: Pro Teilnehmer schieße der Lions-Club derzeit 150 Euro zu, berichtet sie. Trotzdem leiste jeder Teilnehmer auch einen Eigenbeitrag von 50 Euro. Das sei wichtig, um ihnen aufzuzeigen, dass der Kurs für sie wertvoll ist. Marianne Gmelin stellt denn auch fest: „Da kann man nur sehr pflichtbewusste Leute hinschicken, deswegen verlangen wir auch den Beitrag von ihnen. Und wir haben richtig gute Teilnehmer.“

Die Finanzierung der Kurse ist indessen nur eine von mehreren Fragen, mit deren Beantwortung der Unterricht steht und fällt. Eva Vogelmann, die zuständige Fachbereichsleiterin der Volkshochschule Kirchheim, sagt, dass der aktuelle Kurs, der nur aus Flüchtlingen besteht, von Mai bis Juli gesichert sei. „Ob es im September weitergeht, kommt darauf an, wie die Finanzierung läuft.“

Aber Eva Vogelmann hat noch ein zusätzliches Problem: „Ich weiß nicht mehr, wo ich die Lehrkräfte hernehmen soll.“ Es gebe einen regelrechten Konkurrenzkampf um Kursleiter. Bei den Volkshochschulen in Göppingen und in Nürtingen würden bereits höhere Honorare gezahlt als in Kirchheim. Folglich komme auch Kirchheim nicht mehr drum herum, über eine Aufstockung nachzudenken.

Am Ende könnte es also doch wieder darauf hinauslaufen, dass die Erweiterung der Sprachgrenzen sich innerhalb der engen Grenzen bewegt, die die finanziellen Möglichkeiten setzen.ANDREAS VOLZ

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