Kirchheimer Umland

„Es ist ein Stich ins Herz“NACHGEFRAGT

Von der Videothek zum Indoor-Spielplatz

Die Schließung der letzten Kirchheimer Videothek kommt für Inhaber Herbert Huber nicht überraschend. Der Abschied schmerzt dennoch.

War der Kundenrückgang absehbar?

HERBERT HUBER: Die Branche ist erledigt. Das digitale Zeitalter hat das Ende des Videoverleihs eingeläutet.

Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor?

HUBER: Wir haben uns bereits vor acht Jahren neu orientiert. In Ludwigsburg betreiben wir einen Indoor-Kinderspielplatz. Die Videothek in Kirchheim betreibe ich als Hobby; als kostspieliges Hobby.

Ziehen Sie nach Ludwigsburg um?

HUBER: Nein, ich bin mit der Region verwurzelt. Ich bleibe in Notzingen.

Bedauern Sie das Ende der Videothek?

HUBER: Ja, es ist ein Stich ins Herz, die letzte bestehende Videothek in Kirchheim nach 30 Jahren zu schließen.

Was passiert mit dem bald leer stehenden Laden?

HUBER: Der Laden gehört uns und wir werden ihn entweder verkaufen oder vermieten. Mit seiner idealen Lage und den fünf eigenen Parkplätzen werden wir ihn wohl schnell an den Mann bringen.

Was gefällt Ihnen besser, Indoor-Spielplatz oder Videothek?

HUBER: Die Videothek hat viel Spaß gemacht, sie war Hobby und Arbeit zugleich. Da ist der Indoor-Spielplatz schon anstrengender, wenn am Wochenende rund 600 Kinder zum Spielen kommen und verköstigt werden wollen.

Was werden Sie vermissen?

Huber: Morgens in der Videothek die Zeitung zu lesen und abends die Theke abzuwischen, abzuschließen und Feierabend zu haben. Jetzt fahre ich halt jeden Morgen nach Ludwigsburg und versuche den täglichen Stau zu umfahren.

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