Kirchheimer Umland

Fake-News für Kinder

Randnotiz von Antje Dörr über Kinder und Corona.

Symbolbild Kinder, Kinderbetreuung
Symbolbild

Man ist ja geneigt, den Kindern die Welt etwas einfacher zu erklären, als sie wirklich ist. In Krisenzeiten ist diese Neigung ausgeprägter als sonst, weil es auch so gut funktioniert. Wenn Seuchen drohen, ist die Salve der „Waruuuum?“-Fragen viel kleiner als sonst. Ein Beispiel: Der Vierjährige futtert seit Corona Apfelschnitze mit einer Begeisterung, die bisher für Gummibärchen reserviert war. Waruuuum? Weil Verwandte dem Kind erklärt haben, Äpfel hälfen gegen das Virus. Dem kauenden Kind zu sagen, dass auch zehn Äpfel am Tag nicht immun gegen das Virus machen, dafür aber Flitzkacke begünstigen, bringen wir nicht übers Herz. Das Andere hat schon ganz rissige Hände, denn das begeistert gesungene „Happy Börsday“ bei jedem Händewaschen, manchmal in dreifacher Ausführung, ist zu viel des Guten, zumal das Kind nicht unterscheidet, ob es Kontakt mit potenziell infizierten Menschen (also nie) hatte oder nur mit dem Dreckberg vor der Haustür (täglich). Dass der Vierjährige uns erklärt hat, man dürfe den Boden der Bäckerei aktuell nicht abschlecken, finden wir dagegen begrüßenswert. Die Info, dass das Corona-Virus auf toten Oberflächen nicht lange überleben kann, behalten wir ausnahmsweise für uns.


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