Kirchheimer Umland

Feuerwehrhaus platzt aus den Nähten

Planung Zu klein, nicht sicher, technisch überholt: Ein aktuelles Gutachten belegt, dass ein Umbau des Notzinger Feuerwehrhauses nicht sinnvoll ist. Jetzt beginnt die Suche nach einem neuen Standort. Von Katja Eisenhardt

Alles viel zu eng: Zwischen die Fahrzeuge und die mobilen Umkleidespinde passt gerade mal eine Person. Meike Naun vom Hauptamt d
Alles viel zu eng: Zwischen die Fahrzeuge und die mobilen Umkleidespinde passt gerade mal eine Person. Meike Naun vom Hauptamt demonstriert den massiven Platzmangel.Foto: Katja Eisenhardt

Das Ergebnis ist eindeutig und es hat gravierende Folgen“, sagt Hauptamtsmitarbeiterin Meike Naun über das Feuerwehrhaus-Gutachten. Ein Architekturbüro wurde im Juni damit beauftragt, das Feuerwehrhaus in Notzingen mal genau unter die Lupe zu nehmen. Fakt ist: Das Gerätehaus, das im Jahr 1976 gemeinsam mit dem angrenzenden Rathaus fertiggestellt wurde, entspricht in zahlreichen Punkten nicht mehr den heutigen Anforderungen. Auf Herz und Nieren war jedes einzelne Stockwerk des Gebäudes samt seines Außenbereichs von den Fachleuten geprüft worden.

Die Probleme beginnen draußen. „Der Eingang in der Bachstraße ist nicht barrierefrei, stattdessen führt dieselbe Treppe zu den Feuerwehrräumen, wie auch zum Sitzungssaal des Rathauses. Es gibt keine Alarmstellplätze, heißt: Rücken die Feuerwehrleute im Einsatzfall mit ihren Privatautos an, müssen sie im Zweifel erstmal auf Parkplatzsuche gehen. „Der Hof ist flächenmäßig viel zu klein, die Einsicht an den Einfahrten zur Wellinger Straße und zur Bachstraße sehr schlecht, dadurch entsteht Unfallgefahr“, erklärt Meike Naun.

Keine Küche, sondern Küchenzeile

Weiter geht es im Untergeschoss: Die Deckenhöhe des Schulungsraums ist zu niedrig, die Kleiderkammer „erschreckend klein“. Die Küche könne man als solche kaum bezeichnen, „das ist vielmehr eine kleine Küchenzeile“. Und dann das Erdgeschoss - der Dreh- und Angelpunkt während eines Einsatzes: „Das fängt schon bei den alten Falttüren der Halle an, die von Hand zu öffnen sind und dann nach innen aufgehen, wodurch der ohnehin zu geringe Platz nochmals verkleinert wird“, nennt Meike Naun zentrale Schwachstellen. Als „besonders“ umschrieb sie den Umkleidebereich. So befinden sich die Spinde, von denen sich je zwei Feuerwehrleute einen teilen müssen, direkt hinter den Fahrzeugen und sind von diesem Bereich nicht baulich abgetrennt. „Außerdem gibt es im Umkleidebereich keine Möglichkeit zur Trennung von Frauen und Männern, und es grenzen keine sanitären Anlagen direkt an, sodass man sich zum Beispiel nach einem Einsatz direkt neben den Umkleiden duschen könnte.“

Insgesamt ist der fehlende Platz ein großes Problem, das sich durchs gesamte Gebäude zieht. Dazu kommt eine unzureichende technische Ausstattung: „Das fängt mit der Absauganlage an und hört im Funkraum auf“, fasst Meike Naun zusammen. Ungünstig sei zudem die Aufteilung im Obergeschoss, wo sich der Raum der Jugendfeuerwehr nebst Sitzungssaal und einer Hausmeisterwohnung befinden. „Das ist mehr ein Provisorium, zumal der Jugendfeuerwehrraum als Multifunktionsraum genutzt wird. Auch hier ist die Fläche zu klein, und es gibt zu wenige sanitäre Anlagen.“

Ein neuer Standort muss her

Schaut man sich den Soll-Ist-Vergleich im und ums Feuerwehrhaus an, wird deutlich: Das reicht nicht mehr aus. Zusammengefasst sind im Gebäude gut 375 Quadratmeter an Nutzfläche vorhanden, notwendig wären 1 050 Quadratmeter. Bei den Außenflächen dasselbe Bild. Vorhanden sind gut 475 Quadratmeter, nötig wären 1 495 Quadratmeter. Der Gemeinderat und die Verwaltung sind sich einig: Eine Sanierung oder ein Umbau löst die gravierenden Probleme nicht. Zu groß sind der Platzmangel und die Sicherheitsmängel. Eine Erweiterung ist am aktuellen Standort nicht möglich. Stattdessen muss sich die Gemeinde gemeinsam mit der Feuerwehr zeitnah auf die Suche nach einem geeigneten Grundstück für einen Neubau machen. Vielleicht könne man zur Überbrückung zumindest ein paar der Sicherheitsprobleme beheben, regte Hans Prell in der Gemeinderatssitzung an, „damit den Einsatzkräften nichts passiert“.

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