Kirchheimer Umland

Freiwillige Feuerwehr kritisiert Verzögerungen

Bilanz 2016 verbrachten die Kirchheimer Kameraden 12 835 Stunden im Einsatz, um Menschenleben zu retten.

Kirchheim. 390-mal rückte die Freiwillige Feuerwehr Kirchheim im vergangenen Jahr aus. Insgesamt verbrachten die Abteilungen Stadtmitte, Ötlingen, Lindorf, Jesingen und Nabern damit 12 835 Stunden im Einsatz - eine Steigerung um 1 718 Stunden gegenüber dem Vorjahr. An manchen Tagen gingen bei den Floriansjüngern bis zu sieben Alarmierungen ein. Laut Feuerwehrchef Roland Schultheiß, der 2017 neue Aufgaben wie die Baustelle am Albvorlandtunnel auf die Kirchheimer Feuerwehr zukommen sieht, sei das auch den Arbeitgebern zu verdanken, die die Freiwilligen für die Einsätze freistellen.

Aktuell verfügen die fünf Abteilungen über 258 aktive Mitglieder. Zehn Prozent davon sind Frauen, deren Anteil laut Roland Schultheiß stetig wächst. Ein Trend, der sich Fabian Carucci zufolge in der Kinder- und Jugendfeuerwehr fortsetzt. Die verzeichnet momentan 114 Mitglieder, von denen 21 Prozent Mädchen sind, wie der Jugendfeuerwehrwart berichtet. Um den Nachwuchs muss sich die Freiwillige Feuerwehr keine Sorgen machen. Denn mit 114 jungen Leuten im Alter von sechs bis achtzehn Jahren in ihren Reihen stellen die Kirchheimer Floriansjünger einen Spitzenrekord im Landkreis Esslingen auf.

Neben den normalen Diensten durchliefen 73 Feuerwehrleute im vergangenen Jahr diverse Ausbildungen auf Kreisebene und an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal. So probten 36 von ihnen im Brandübungscontainer den Ernstfall. Außerdem wurden Lehrgänge im Bereich der Grund-, Atemschutz-, Maschinisten- und Funkausbildung besucht.

Gleichzeitig ist die Feuerwache in der Henriettenstraße eine wichtige Ausbildungsstätte. So nahmen 2016 über 1 200 Feuerwehrleute aus dem Landkreis Esslingen die von ihr angebotenen Lehrgänge wahr. In diesem Zusammenhang lobt Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker den sehr guten Ausbildungsstand der Kameraden, mit dem die Sicherheit der Bürger im Stadtgebiet nachhaltig gewährleistet wird.

Roland Schultheiß kritisiert bei der Jahreshauptversammlung den von der Stadtverwaltung geänderten Fahrplan zur Sanierung der Feuerwache. Der Stadtbrandmeister räumt ein, dass die Kameraden 2015 einer Verschiebung der Bauarbeiten zugestimmt hatten. Die sollten gemäß der Vereinbarung, die auch mit den Gemeinderäten getroffen wurde, im Jahr 2020 komplett abgeschlossen sein. „Doch beim Blick auf den Finanzplan der nächsten drei Jahre frage ich mich, wo das gesamte Geld für die Sanierung der Wache hingekommen ist“, sagt Schultheiß.

Ursprünglich waren für Bauarbeiten acht Millionen Euro eingeplant worden. Momentan seien aber für 2017 und 2018 nur rund 1,5 Millionen Euro ausgewiesen, so Roland Schultheiß, für den es lediglich eine Frage der Zeit ist, bis aufgrund des undichten Daches die Leitstelle samt Technik unter Wasser steht. Daniela Haußmann

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