Kirchheimer Umland

„Friederike“ hilft Unken beim Laichen

Wald Kirchheims Revierförsterin Carla Hohberger blickt auf das Jahr 2018 zurück und stellt die Pläne für 2019 vor.

Wald, BäumeSchmuckbild, WinterDen Wald vor lauter Bäumen nicht sehen
Wald, BäumeSchmuckbild, WinterDen Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Kirchheim. „Friederike“ ist nicht nur Goethes verlassene Geliebte aus dem elsässischen Sessenheim, die man sich gemeinhin als sehr sanftmütig vorstellt. Nein, „Friederike“ kann auch ordentlich toben - wenn sie als Orkantief daherkommt. Das war vor über einem Jahr der Fall, Mitte Januar 2018. Auch in Kirchheim hat diese „Friederike“ ihre Spuren hinterlassen, wie Carla Hohberger im Finanz- und Verwaltungsausschuss des Gemeinderats erläuterte.

„2018 hatten wir eine hohe zufällige Nutzung, insgesamt 2 900 Festmeter“, sagte die Revierförsterin. Unter „zufälliger Nutzung“ ist Holz zu verstehen, dass ungeplant anfällt. Nicht alles davon geht auf das Orkantief zurück. Auch in einer anderen Beziehung hat sich das Wetter 2018 negativ auf den Kirchheimer Wald ausgewirkt: indem es die Ausbreitung des Borkenkäfers begünstigt hat.

Carla Hohberger kann aber selbst „Friederike“ noch etwas Positives abgewinnen: Zwar wurde rund ein Hektar Wald dem Erdboden gleichgemacht. Aber der Abtransport des Holzes hat im Boden Fahrspuren hinterlassen, die einer geschützten Tierart zugutekommen. Die Gelbbauchunke laicht in den Bodenrillen, wenn sich darin Wasser sammelt. Deshalb liegen derzeit noch viele Folien auf den Fahrspuren. Die Folien sollen verhindern, dass sich Fressfeinde der Gelbbauchunke dort niederlassen. Sie sollen aber auch verhindern, dass das Gras zu hoch wird, was für die Unken ebenfalls hinderlich wäre. Im März oder im April kommen die Folien allerdings wieder weg, weil sie sonst auch der laichenden Gelbbauchunke im Weg wären.

Aber nicht nur die Gelbbauchunke liegt für 2019 voll im Plan, auch die Jungbestandspflege, die auf 16 Hektar vorgesehen ist. Der geplante Holzeinschlag liegt bei 4 900 Festmetern. Erstmals fällt auch das Eschentriebsterben wieder weniger ins Gewicht: „An den meisten Straßen sind die Eschen schon entfernt.“ Andreas Volz