Kirchheimer Umland

Frühstück muss sein

Frühstück muss sein. Weniger aus ernährungstechnischen Gründen. Viel wichtiger ist das Frühstück als gemeinsamer Auftakt für einen guten Tag.

Wer allein die frühe Stunde begeht, kann in aller Ruhe bei Kaffeeduft und Druckerschwärze in den Tag gleiten und dann entspannt loslegen. Wer mit Familie frühstückt, badet für die kurze Zeit am gemeinsamen Tisch im prallen Leben: Während der Toaster klackend Scheibe für Scheibe ausspuckt, reden sich die Kinder den Ärger über den Mathelehrer von der Seele, lassen sich Mut zusprechen für die anstehende Englischarbeit oder ziehen schlaftrunken zerknitterte Zettel aus dem Ranzen, auf denen noch die Unterschrift für den nächsten Ausflug fehlt. Die Zeitung stößt kurze Diskussionen an über den neuen VfB-Trainer oder den Aktienmarkt und gibt Anregungen für die Abendgestaltung, die sogleich mit Für und Wider erörtert werden.

So viel Miteinander, so viel Information in wenig mehr als einer Viertelstunde, das gibt‘s nur am Frühstückstisch. Tagsüber geht nämlich jeder eigene Wege. Fußballtraining, Arbeit, Hobbys – gemeinsame Mahlzeiten sind angesichts vieler Pfliechttermine selten.

Das Frühstück wirkt nach. Wer sich morgens satt isst, kennt kein Elf-Uhr-Loch, kein vormittägliches Naschen von Schokoriegeln. Insofern wird durchs Frühstück vielleicht doch der Grundstock für eine einigermaßen vernünftige Ernährung über den ganzen Tag hinweg gelegt.

Es bleibt dabei: Frühstück muss sein. IRENE STRIFLER

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