Kirchheimer Umland

Gärten als grüne Ruheoasen

Zum Tag des offenen Gartens konnten sich die Notzinger bei anderen Hobbygärtnern inspirieren lassen

Ob Naturpool oder Kräutergarten: Bei der Gartengestaltung sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Der Tag des offenen Gartens in Notzingen bot Gelegenheit, einen Blick über den Gartenzaun zu werfen. Familie Aldinger und Claudia Hosp geben Anstöße.

Notzingen. Entspannen, ausruhen, die Freizeit genießen – die Oase daheim liegt im Trend. Manch einer schafft sich in seinem Garten ein zweites Wohnzimmer, ein Stück Lebensqualität jenseits des hektischen Alltags. „Gärten sind wie gute alte Freunde. Sie können trösten, beglücken, versöhnen, begeistern", wie ein unbekannter Autor so treffend formulierte. Früher hatte der Hausgarten die Aufgabe, die Besitzer mit Lebensmitteln zu versorgen, heute hat er sich zu einem Ruhepol für den Menschen entwickelt, der das Verlangen nach Natur und Vogelgezwitscher stillt.

Diesen Traum erfüllten sich auch Dieter und Cornelia Aldinger. Im Rahmen des Tages des offenen Gartens zeigten die beiden den Besuchern des Kreistreffens der Obst- und Gartenbauer ihre eigene kleine Oase. Organisiert wurde das Treffen vom Obst- und Gartenbauverein Notzingen, der den über 200 Teilnehmern die Möglichkeit bot, in Notzingen Impulse und Inspirationen für die eigene Gartengestaltung zu erhalten.

Das Herzstück der 1 500 Quadratmeter großen Gartenanlage bildet ein Naturpool, der über ein System mit biologischer Selbstreinigung verfügt und so für ein ungetrübtes Badevergnügen sorgt. Hans Fahrion, Inhaber von Fahrion Garten- und Landschaftsbau, erklärt, dass die Filteranlage dem Pool Schmutzwasser entzieht. Das verloren gegangene Wasser werde durch Regenwasser ersetzt, das extrem nährstoffarm sei. Bei der Wartung und Pflege eines Naturpools muss Hans Fahrion zufolge nur wenig beachtet werden – wenn er richtig angelegt wurde. Dieter und Cornelia Aldinger haben den Naturpool vor sechs Jahren mit Wasser gefüllt, das seither nie getauscht werden musste.

Die beiden Gartenbesitzer haben sich rund um ihr Bauernhaus einen Ruhepol geschaffen, zu dem Hecken und Mauern als Sichtschutz, aber auch Buchsbäume, Stauden und Blumen sowie ein Gemüsegarten gehören. Cornelia Aldinger betont, dass seitdem Gartenumbau mehr Insekten und Vögel auf dem Gelände unterwegs sind und einen Beitrag zum Wohlfühlfaktor leisten.

Claudia Hosp begann vor drei Jahren ihren Garten umzugestalten. Nach dem Umbau ihres Bauernhauses Anfang 2012 entstand eine mit viel Liebe gestalte Anlage. Ihr Zentrum ist ein Gartenhaus, das durch einen eleganten Splittweg mit allen Gartenteilen und dem Haupthaus verbunden ist. Der Rasen wird von Stauden eingefasst und verleiht dem Garten einen parkähnlichen Charakter.

Sie hat sich ganz bewusst für einen Rollrasen entschieden. „Er ist sehr dicht und bei ordentlicher Pflege fällt der Unkrautanflug deutlich geringer aus, als bei einem gesäten Rasen", sagt die Gartenarchitektin. Ein Rasen sei nichts Pflegeleichtes: Während der Hauptwachstumsphase muss er zweimal pro Woche gemäht werden. Zweimal im Jahr ist eine Düngung erforderlich. Außerdem kommt einmal die Woche über Nacht der Rasensprenger zum Einsatz.

Wer sich auf dem heimischen Grundstück eine grüne Oase schaffen will, müsse dazu nicht unbedingt tief in die Tasche greifen. „Splittwege sind zwar arbeitsintensiver als Pflasterbeläge", sagt die Expertin, „dafür sind sie relativ einfach herzustellen." Ihr Garten ist eine Mischung aus Bauern- und Wohngarten, in der der Besucher Salbei, Lorbeer, Liebstöckel, Frauenmantel und Gehölze wie den Strauch der sieben Söhne des Himmels oder einen Blumenhartriegel der Sorte Venus findet. Am Anfang sei es wichtig, die Pflanzen je nach Temperatur zwei- oder dreimal die Woche zu gießen, damit sie nicht vertrocknen. Das gelte für die ersten zwei Jahre, danach können sich die Pflanzen selbst versorgen.

Der Vorsitzende des OGV Notzingen Gerhard Eppinger hätte sich gewünscht, dass mehr junge Leute und Kinder an den Gartenbesichtigungen teilnehmen. „Kinder, deren Eltern mit ihnen Zeit im Garten verbringen, können viel über Natur und Umwelt lernen", erklärt Eppinger. Der Verein hatte im Vorfeld der Veranstaltung mit der Notzinger Grundschule zusammengearbeitet: So wurden die Schüler dazu ermuntert, sich mit Themen wie Umwelt, Ernährung und Gartenkultur auseinanderzusetzen.

Familie Aldingers Garten besticht durch einen Naturpool (oben). Claudia Hosp hingegen setzt auf kleine Wege und ganz viel Grün (
Familie Aldingers Garten besticht durch einen Naturpool (oben). Claudia Hosp hingegen setzt auf kleine Wege und ganz viel Grün (unten). Fotos: Daniela Haußmann
Anzeige