Kirchheimer Umland

Gleich zwei neue Mieter für die Kreuzkirche

Ende Oktober gab es den letzten evangelischen Gottesdienst in der Kreuzkirche. Schon an Weihnachten übernimmt die griechisch-ort
Ende Oktober gab es den letzten evangelischen Gottesdienst in der Kreuzkirche. Schon an Weihnachten übernimmt die griechisch-orthodoxe Gemeinde das Gebäude. Befristet auf vier Jahre, soll es dort unter der Woche auch ein Ausweichquartier für die Ganztagsbetreuung der Raunerschule geben.Foto: Carsten Riedl

Überraschende Wende im Fall „Kreuzkirche“ – dieses Mal aber rundweg positiv: Die evangelische Gesamtkirchengemeinde scheint endgültig fündig geworden zu sein bei der Suche nach Nachnutzern. Interesse haben sowohl die Stadt Kirchheim als auch, nach wie vor, die griechisch-orthodoxe Gemeinde.

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Andreas Volz

Kirchheim. Für die Stadt Kirchheim dürfte es sich um eine Übergangslösung handeln, wie sie sich zu keinem geeigneteren Zeitpunkt hätte anbieten können: Vom kommenden Schuljahr an ist die benachbarte Raunerschule auf Räumlichkeiten für die Ganztagsbetreuung angewiesen – bis der Um-, An- und Neubau des Rauner-Campus abgeschlossen ist. Deshalb möchte die Stadt Kirchheim die Gemeinderäume der Kreuzkirche für vier Jahre anmieten, zum Gebrauch während der Schulzeit von Montag bis Freitag. Dieser Lösung muss der Gemeinderat zwar noch zustimmen. Aber angesichts der Tatsache, dass Container sehr viel teurer wären, ist Kirchenpfleger Bernd Kemmner zuversichtlich, hier einen vertrauenswürdigen Vermieter zu bekommen.

Ein weiterer Mieter wird die griechisch-orthodoxe Gemeinde, die nun also doch zu Weihnachten die Kreuzkirche übernehmen wird. Ihren ersten Gottesdienst sollen die Griechen bereits am 25. Dezember in der Kreuzkirche feiern. Dekanin Renate Kath freut sich über diese Entwicklung ganz besonders: „Vor zwei Monaten war es ja ganz bitter, dass hier nicht sofort wieder Gottesdienste stattfinden würden. Und nun wird die Kreuzkirche doch schon im alten Jahr wieder als Kirche genutzt.“

Nachdem die Verhandlungen über einen Erbpachtvertrag im Sommer zunächst gescheitert waren, übernimmt die griechische Gemeinde das Gotteshaus im Rauner jetzt erst einmal mietweise. Sie benutzt die Kreuzkirche am Wochenende, sodass sie mit der Ganztagsbetreuung an der Raunerschule zeitlich nicht kollidiert. Die gemeinsam genutzten Räume beschränken sich ohnehin auf das Foyer und auf die Küche.

Und noch eine überraschende Wende hat es gegeben: Die Priester der griechisch-orthodoxen Gemeinde sind jetzt von ihrem Metropoliten doch wieder ermächtigt worden, über die Erbpacht für das Grundstück zu verhandeln. Sie könnten das Gebäude, nicht das Gelände, bereits auf Neujahr 2017 erwerben und würden dann gegebenenfalls auch den Mietvertrag mit der Stadt übernehmen.