Kirchheimer Umland

Gute Gründe für neue Hoffnung

Konzert Ein ganz besonderes Konzertprojekt findet am kommenden Samstag in der Notzinger Gemeindehalle statt.

Chorprobe in der Holzmadener Kirche mit Chorleiter André Moselewski.Foto: Markus Brändli
Chorprobe in der Holzmadener Kirche mit Chorleiter André Moselewski.Foto: Markus Brändli

Notzingen. Das christliche Kinderhilfswerk „Compassion“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder aus Armut zu retten, ihnen Hoffnung und eine Perspektive im Leben zu geben. Compassion Deutschland ist dabei einer von 12 Partnern, die in 26 Ländern Lateinamerikas, Asiens und Afrikas durch Patenschaften helfen. Musiker und Komponist Helmut Jost und seine Frau Ruthild Wilson sind als Botschafter des Hilfswerks aktiv und waren persönlich in Afrika vor Ort. So entstand die Idee zu ihrem aktuellen Bühnenstück „Hope – eine afrikanische Geschichte“, mit dem die Musiker die Arbeit der Hilfsorganisation und deren positive Auswirkungen ins Bewusstsein rücken wollen.

In den 16 Liedern, einer Mischung aus Gospelsongs, Popballaden und rockigen Hits in „afrikanischem Gewand“, wird die Geschichte eines afrikanischen Jungen mit Namen „Hope“ erzählt. Diese beginnt bei der Geburt und führt über die schwierigen Lebensumstände in der Heimat bis hin zu neuer Hoffnung durch Bildung, die durch Compassion ermöglicht wird. Das multimediale Auftaktkonzert am Samstag in der Notzinger Gemeindehalle bildet den Startschuss für eine deutschlandweite Tour mit insgesamt sieben Terminen.

Neben den Musikern von Helmut Jost‘s Gruppe „Gospelfire“ ist in Notzingen der Holzmadener Gospel-Projektchor von André Moselewski ebenso mit von der Partie wie der in Hochdorf lebende Hörfunk- und Fernsehjournalist und Moderator Andreas Malessa, der während der rund zweistündigen Veranstaltung in einem Kurzinterview mit Vital Nsengiyumua aus Ruanda dessen persönliche Erfahrung mit dem Kinderhilfswerk Compassion beleuchten wird.

Er ist sozusagen das lebende Beispiel für den Jungen „Hope“. Der junge Mann lebt seit zwei Jahren in Deutschland, aktuell in Plochingen, und studiert an der Uni Stuttgart Umweltschutztechnik. Während des Völkermords 1994 in Ruanda habe er neben seinem Vater zahlreiche weitere Mitglieder seiner Familie verloren, erzählt Vital Nsengiyumua. „Wir sind insgesamt acht Kinder, die meine Mutter dann allein versorgen musste. Als ich sieben Jahre alt war, kam ich ins Patenschaftsprogramm von Compassion. Nur so war es möglich zur Schule zu gehen. Später habe ich dann ein Stipendium für ein Bachelorstudium in Ruanda bekommen“, nennt Vital wichtige Meilensteine seines Lebens. Es ist das erste Mal, dass er seine Geschichte vor einem großen Publikum erzählt. „Es geht darum, welche Wege es heraus aus der Armut gibt und dass die Bildung dabei der Schlüssel ist“, so Andreas Malessa. Zugleich soll das Stück den Besuchern neue Hoffnung geben in Zeiten, in denen viele von Misstrauen, Angst und Resignation geprägt sind: „Vital ist ein Zeuge dafür, dass man sich begründet Hoffnung machen kann.“

Seit September probt der gut 70-köpfige Holzmadener Gospel-Projektchor für das Konzert am kommenden Samstag: „Das ist schon ein ganz besonderes Projekt. Allein schon deshalb, weil wir diesmal mit absoluten Vollprofis gemeinsam auf der Bühne stehen werden“, erklärt Moselewski. Der Kontakt zu Helmut Jost und dessen Formation „Gospelfire“ sei über Organisator Stephan Friederich vom Treffpunkt „Kirche und Kultur“ der evangelischen Kirchengemeinde Notzingen zustande gekommen. „Für jedes der sieben Hope-Konzerte auf der Tour wurden Kooperationen mit lokalen Gospel-Chören eingegangen, fürs Auftaktkonzert in Notzingen sind das wir“, so Moselewski. Zu Helmut Jost und dessen Musik habe er eine ganz persönliche Verbindung, erzählt der Chorleiter, „seine Musik begleitet mich im Prinzip seit meine Jugend, er ist einer der prägendsten christlichen Künstler und heute der deutsche Gospel-Musiker und -komponist schlechthin. Das ist einfach auch eine Musikrichtung, die ich sehr mag“, so André Moselewski. Katja Eisenhardt

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