Kirchheimer Umland

Heißes Fest endet jetzt

Ausklang Noch am heutigen Samstag und am Sonntag ist das Weindorf auf dem Rollschuhplatz geöffnet. Die Wirte sind mit dem Verlauf trotz der Sommerhitze zufrieden. Von Thomas Krytzner

Wenn die Lauben am Kirchheimer Weindorf die Pforten für dieses Jahr schließen, sind drei Wochen Sommerfeeling unter schattigen Plätzen vorüber. Nicht nur die Gäste und Besucher, sondern auch die Wirte sind mit der diesjährigen Ausgabe zufrieden.

Das erste Festwochenende war schwächer besucht, weil da noch mehrere Feste in der Region stattfanden. Wie Robert Ruthenberg, Hotelchef vom Waldhorn, bestätigte, war das zweite Wochenende dann aber deutlich besser. Er zieht Vergleiche: „In den vorherigen Jahren sind wir später im August mit dem Weindorf gestartet.“

Auch bei HItze strömen die Besucher schon in der Dämmerung aufs Weindorf auf dem Rollschuhplatz und sitzen dort gern lang zusamm
Foto: Thomas Krytzner

Die Hitze war für die einen Segen, für die anderen eine Qual. Gestöhnt haben zeitweise alle unter den hohen Temperaturen, und damit „stieg der Wasserverbrauch“, weiß der Weindorfwirt. Es sei auch weniger gegessen worden. Statt deftiger Gerichte standen Sommersalate auf der Hitliste der Gäste im Weindorf. „Ansonsten hatten die heißen Tage aber keine Auswirkungen, außer dass wohl öfters eine Schorle bestellt wurde, statt purer Wein.“

Trotz oder gerade wegen der Hitze strömten die Besucher aufs Weindorf. Wasser stand vermehrt auf der Getränkehitliste. Foto: Tho
Trotz oder gerade wegen der Hitze strömten die Besucher aufs Weindorf. Wasser stand vermehrt auf der Getränkehitliste. Foto: Thomas Krytzner

Begeistert ist Ruthenberg von den Gourmet-Tagen. „Marius Tim Schlatter hat regionale Gerichte gezaubert, und die Gäste waren begeistert.“ Der passionierte Wirt vermutet, dass der Jungkoch wohl so manchen Sternekoch in den Schatten gestellt hätte. „Die Küche im Windorf hat generell ein sehr hohes Niveau“, erklärt der zufriedene Laubenwirt. Man hätte sich diese gute Qualität auf lange Sicht erarbeitet. Ebenso sei die Qualität der Weine sehr gut.

Jung und Alt gesellt sich gern

Die Gäste am Weindorf waren bisher immer bunt gemischt. Obwohl sich beispielsweise das gesetztere Publikum eher zu Michael Holz in die Bärenlaube begab und das jüngere Publikum sich bei Ruthenberg verwöhnen ließ, saßen Jung und Alt in den Lauben letztlich bunt gemischt nebeneinander und feierten gemeinsam. „Es war wie ein Stadtfest im Weindorf. Da kam schon ein wenig Urlaubsfeeling auf“, meinen die Wirte, die mit dem bisherigen Verlauf des Weindorfs durchaus zufrieden sind.

Robert Ruthenberg blickt in die Zukunft: „Von mir aus kann das Wetter jedes Jahr so warm sein.“ Zwischendurch mal Regen sei ja gut für die Pflanzen, „aber das dann bitte am Vormittag“. Die Umsätze seinen etwa gleichbleibend, obwohl die Preise ja in diesem Jahr etwas angehoben wurden. Die Stimmung war an den vergangenen Festtagen durchweg gut: „Es war bisher einfach ein tolles Weindorf.“

Durchaus positiven Einfluss hat auch das gleichzeitig stattfindende Open-Air-Kino. Robert Ruthenberg versichert: „Wir befruchten uns da gegenseitig. Wir arbeiten Hand in Hand zusammen.“

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Foto: Thomas Krytzner

Geradezu vorbildlich war die ausgelassene und friedliche Stimmung auf dem Weindorf. Der Laubeninhaber dazu: „Trotz der vielen Menschen in den Lauben und Gassen gab es keine Handgreiflichkeiten.“ Es gab auch keine Diebstähle oder sonstige Belästigungen, wie der Wirt bestätigte. Er vermutet: „Der Wein scheint wohl alle friedlich zu stimmen.“

Letzte Gelegenheit

Noch dieses Wochenende ist das Weindorf auf dem Rollschuhplatz geöffnet. Die Wettervorhersagen stimmen positiv. Das sieht auch Robert Ruthenberg so: „Die Kirchheimer sollen kommen, um Auf Wiedersehen zu sagen. Das Wetter soll ja traumhaft werden. Da gibt es keinen Grund, das Weindorf nicht zu besuchen.“ Ab 17 Uhr öffnen wie immer die Lauben und warten mit Leckereien und kühlen Getränken auf feierfreudige Besucher.

Frisch Vermählte feiern fröhlich auf dem Weindorf

Die „Weinstraße“ gehört dazu.Foto: Krytzner
Die „Weinstraße“ gehört dazu.Foto: Krytzner

Gunther Schölpple wohnt in Nabern und ist ein echter Weindorf-Experte. „Ich bin jedes Jahr hier auf dem Rollschuhplatz und genieße die Atmosphäre unter den Lauben.“ Doch in diesem Jahr ist alles ein bisschen anders: Vor zwei Monaten hat er seine Susanne geheiratet, und für die Ex-Schorndorferin ist es der erste Besuch auf dem Weindorf in Kirchheim. „Mir gefällt es hier sehr gut. Es gibt leckeres Essen und vor allem süffigen Wein“, freut sie sich. Was die beiden frisch Vermählten schätzen, ist das Platzangebot. „Ich finde es toll, wenn man aufs Fest kommt und einen Platz findet, wo es nicht zu laut ist“, sagt Gunther Schölpple und zeigt auf ein Holzgestell mit fünf verschiedenfarbigen Weinen in Gläsern. „Die Weinstraße gehört jedes Jahr dazu.“ Susanne Schölpple ergänzt: „Deshalb sind wir auch mit dem Fahrrad gekommen. Das kann man zur Not schieben, wenn der Besuch auf dem Weindorf zu lange dauert.“ Sie sind sich jetzt schon sicher, dass sie auch im kommenden Jahr wieder auf dem Weindorf sein werden. Thomas Krytzner

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