Kirchheimer Umland

Herbstbelebung sorgt für kleine Lichtblicke

Arbeitsmarkt Im Oktober sind die Arbeitslosenzahlen in der Region stärker als im Landesdurchschnitt gesunken.

Arbeitsamt Symbol Symbolbild  Agentur für Arbeit
Arbeitsamt Symbol Symbolbild Agentur für Arbeit

Kreis. Die Arbeitslosigkeit ist im Oktober im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen mit den Landkreisen Esslingen und Göppingen gesunken: Insgesamt waren im vergangenen Monat 20 436 Frauen und Männer ohne Arbeit. Das ist ein Rückgang im Vergleich zu September um 5,5 Prozent. Gegenüber Oktober 2019 waren allerdings 5437 Menschen mehr arbeitslos gemeldet, was einem Anstieg um 36,2 Prozent entspricht. Die Arbeitslosenquote in beiden Landkreisen sank im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf jetzt 4,5 Prozent. Im Landkreis Esslingen waren im Oktober insgesamt 13 350 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 724 Personen oder 5,1 Prozent weniger als im September, aber 35,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote lag im Kreis bei 4,3 Prozent, in Esslingen bei 4,7 Prozent, in Kirchheim bei 4,2 Prozent, in Leinfelden-Echterdingen bei 3,8 Prozent und in Nürtingen bei 4,1 Prozent.

„Der Oktober zeigt sich nicht nur in den schönsten Farben, sondern lässt auch durch die saisonal übliche Herbstbelebung mehr Lichtblicke am Arbeitsmarkt erkennen“, sagt Karin Käppel, Leiterin der Göppinger Arbeitsagentur. Die Arbeitslosigkeit sei bei nahezu allen Personengruppen im Vormonatsvergleich gesunken, sogar stärker als im Land Baden-Württemberg. Der Abstand zum Vorjahr habe sich erstmals wieder verringert, und die Betriebe meldeten wieder mehr offene Stellen, auch wenn man noch weit vom Niveau vor der Krise entfernt sei. So sei es im Oktober mehr arbeitslosen Menschen als zuvor gelungen, eine Beschäftigung aufzunehmen. „Allerdings stehen wir jetzt aus meiner Sicht an einem Scheidepunkt zwischen einer weiteren Besserung und erneuter Delle, wenn sich die weltweite Corona-Pandemie auf die exportorientierte Wirtschaft auswirkt und Strukturprobleme verschärft“, sagt Käppele. Seit Wochen steige die Zahl der Neuinfektionen auch in beiden Landkreisen des Bezirks. Mögliche Einschränkungen würden darüber entscheiden, in welche Richtung der Arbeitsmarkt auf dem Weg in den Winter abbiege, meint Käppel.

Die Zahlen zur „realisierten Kurzarbeit“ liegen der Agentur für Arbeit jetzt für den April vor. Danach haben im April 73 780 Arbeitnehmerm in 6218 Betrieben oder Betriebsabteilungen kurzgearbeitet. Im Landkreis Esslingen waren es 4207 Betriebe oder Betriebsabteilungen mit 49 846 Beschäftigten. „Kurzarbeit ist ein flexibles Ins- trument, um Unternehmen Gestaltungsfreiräume beim Umgang mit den Auswirkungen der Pandemie zu geben und gezielt darauf reagieren zu können“, betont Karin Käppel. aa

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