Kirchheimer Umland

Hier gibt es Äpfel frisch vom Baum

Aktion So mancher Obstbaum auf Schlierbacher Gemarkung ziert ein gelbes Band. „Pflück mich!“ heißt die Aktion, bei der jedermann ernten darf. Von Volkmar Schreier

Das gelbe Band am Baum zeigt: Die Früchte dieses Baumes dürfen von allen nach Herzenslust geerntet und gegessen werden.Foto: Vol
Das gelbe Band am Baum zeigt: Die Früchte dieses Baumes dürfen von allen nach Herzenslust geerntet und gegessen werden.Foto: Volkmar Schreier

Das Echo auf die Aktion ist groß, zumindest bei Facebook: Über 7000 Likes, mehr als 800 Kommentare auf der Facebook-Seite der Gemeinde, der Post wurde weit über 6000 Mal geteilt. Dabei wollte die Gemeindeverwaltung nur auf die Aktion der Gemeinde und des Obst- und Gartenbauvereins hinweisen, damit überzähliges Obst nicht auf und unter den Bäumen vergammeln muss. Jeder darf sich an den Bäumen mit dem gelben Band bedienen und seinen Hunger nach Birnen, Äpfeln oder Walnüssen stillen.

„Die Reaktionen darauf waren so nicht zu erwarten und haben sämtliche bisher da gewesene Reaktionen auf der Facebook-Seite der Gemeinde bei Weitem übertroffen“, sagt Schlierbachs Bürgermeister Sascha Krötz. Tatsächlich haben nicht nur Facebook-Nutzer aus Schlierbach und Umgebung den Post der Gemeinde kommentiert und geteilt. „In Düsseldorf hat keiner Obstbäume“, kommentiert Userin Dorothee H. und garniert ihre Wortmeldung mit einem weinenden Smiley. Und Cornelia F. rät ihrem Stadtoberhaupt: „Herr Bürgermeister, das wäre doch auch was für Bad Orb.“ Und auch der Verband der Gartenbauvereine im Saarland und in Rheinland-Pfalz verlinkt auf die Schlierbacher Aktion: „Eine super Idee, um das hochwertige und geschmackvolle Obst der Streuobstwiesen nicht verkommen zu lassen.“

Sorgen machen sich manche Facebook-Nutzer aber darüber, ob mit den Obstbäumen beim Ernten auch pfleglich umgegangen wird. User Bobby F. etwa schreibt: „Natürlich sollte man auch darauf achten, dass man die jeweilige Frucht pflückt und nicht gleich die Äste mit abreißt oder beschädigt.“ Ansonsten, so seine Befürchtung, habe es sich wohl schnell wieder erledigt mit der Aktion „Pflück mich!“. Und Karl Josef fragt, wer denn schuld sei, wenn ein Pflücker von der Leiter falle: „Wir sind ja schließlich in Deutschland.“ Er findet die Idee hinter der Aktion ansonsten aber „nicht schlecht“.

Die Gemeinde kann sich auf ihrer Facebook-Seite also vor Herzchen, Daumen-Hoch-Icons und Beifall kaum retten. „Wir sind überwältigt von diesem Zuspruch und hoffen, dass noch viele weitere Kommunen mitmachen werden“, freut sich Bürgermeister Krötz. Über eine möglichst große Weiterverbreitung der Idee würden sich offensichtlich auch die vielen Facebook-Nutzer freuen, die die Aktion eifrig geteilt haben. So manch einer denkt sogar schon über einen Ortswechsel nach Schlierbach nach, wie etwa User Manfred R. aus Emmendingen: „Dann müssen wir wohl da hinziehen.“

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