Kirchheimer Umland

Hilfe von Frauen für Frauen

Das Frauenhaus Kirchheim stellt seinen Jahresbericht 2014 vor – Räume waren voll belegt

Seit über 20 Jahren bietet das Kirchheimer Frauenhaus Zuflucht für Opfer von häuslicher Gewalt. Träger ist der Verein „Frauen helfen Frauen“. Im vergangenen Jahr suchten 23 Frauen und 25 Kinder dort Zuflucht, sodass das Haus voll war.

Hannah Henrici

Für viele Frauen ist der letzte Ausweg oft das Frauenhaus, das ihnen und ihren Kindern Schutz bietet.Foto: Jean-Luc Jacques
Für viele Frauen ist der letzte Ausweg oft das Frauenhaus, das ihnen und ihren Kindern Schutz bietet.Foto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. Im Jahresbericht 2014 zieht der Verein „Frauen helfen Frauen“ Bilanz. Im Bereich der ehrenamtlichen Mitarbeiter gab es viel Bewegung: Die Freiwilligen machten mit den Bewohnerinnen des Frauenhauses und deren Kindern Ausflüge und boten Deutschkurse für Migrantinnen an.

Das Kirchheimer Frauenhaus hat zahlreiche Angebote. Da die Adresse anonym ist, müssen die Frauen keine Angst haben, von ihrem gewalttätigen Partner gefunden zu werden. Außerdem finden regelmäßige Beratungsgespräche statt. Gerade Kinder und Jugendliche, die mit ihren Mütter ins Frauenhaus kommen, brauchen besonders viel Zuwendung. Deshalb kümmert sich eine Sozialpädagogin um sie. Die Fachkraft betreut die Kinder in der Freizeit und im Schulalltag, auch Erziehungsfragen werden angegangen und therapeutische Maßnahmen eingeleitet. Eine nachgehende Beratung wird ebenfalls angeboten. Dabei können die Frauen auch nach ihrem Auszug aus dem Frauenhaus beraten und unterstützt werden. Häufig erfolgt diese Betreuung per Telefon.

Aufgenommen wurden im Jahr 2014 insgesamt 23 Frauen, viele von ihnen hatten einen Migrationshintergrund. Die meisten kamen aus dem Landkreis Esslingen oder einem anderen Teil Baden-Württembergs. Fast alle Frauen, die im Frauenhaus Zuflucht suchten, hatten Kinder. Diese waren zwischen vier Monaten und 14  Jahren alt.

Fast die Hälfte der Frauen zog anschließend in eine eigene Wohnung, was jedoch durch die derzeit angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt erschwert wurde. Dort haben alleinerziehende Mütter mit Kindern, Migrationshintergrund und ohne Arbeit kaum Chancen.

Das Kirchheimer Frauenhaus platzt fast immer aus allen Nähten. So mussten im vergangenen Jahr insgesamt 57 Frauen wegen Überfüllung abgelehnt werden. Wie wichtig die Arbeit des Vereins „Frauen helfen Frauen“ und des Kirchheimer Frauenhauses ist, zeigen die Berichte von zwei Bewohnerinnen, die vor ihren gewalttätigen Ehemännern geflohen waren. Sie erzählen, wie gut ihnen dort geholfen wurde, ihrer problematischen Familiensituation zu entkommen. „Es war gut, dass ich ins Frauenhaus gegangen bin“, meint eine von ihnen.

Besonders wichtig für den Verein „Frauen helfen Frauen“ ist eine möglichst enge Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Kirchheim, der Polizei, Ärzten, Schulen und zahlreichen sozialen Einrichtungen.

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