Kirchheimer Umland

Historische Schlepper zu Gast

Mostfest Der Obst- und Gartenbauverein Hochdorf hatte Fahrzeuge eingeladen. Ein Lanz aus dem Jahr 1941 war das älteste.

Mostfest des OGV Hochdorf - rund 20 Schlepper und Traktoren kamen zu Besuch, davon neun von den Schlepperfreunden Ötlingen-Lindo
Mostfest des OGV Hochdorf - rund 20 Schlepper und Traktoren kamen zu Besuch, davon neun von den Schlepperfreunden Ötlingen-Lindorf

Hochdorf. Im Vorjahr hatte der Obst- und Gartenbauverein Hochdorf (OGV) zu seinem Mostfest erstmals Schlepper und andere historische Fahrzeuge eingeladen. Das kam so gut an, dass er es in diesem Jahr zum zweiten Mal tat. „Platz haben wir ja, die Wiese nebenan gehört meinem Bruder und meiner Schwester“, sagte Peter Schmid, der Erste Vorsitzende des OGV. Diesmal war der Einzugsbereich schon größer. Jürgen Veigele kam mit seinem Lanz-Bulldog aus dem Jahr 1941 aus Esslingen-Sulzgries angefahren - natürlich mit Tempo 18 auf eigener Achse: „Da kann man nicht einfach draufsitzen und fahren“, betonte Veigele, „man muss sichten.“ Der Lanz-Bulldog hat 72 Schmiernippel. „Der eine braucht alle acht Stunden Fett, ein anderer alle dreieinhalb Stunden.“ Das Starten ist ebenfalls eine größere Angelegenheit, zuerst wird mit der Lötlampe vorgeglüht und dann mit dem umgesteckten Lenkrad gekurbelt. Es gibt allerdings auch einen zweiten Tank für Benzin: „Dann kann man mit Benzin starten und mit Diesel weiterfahren.“

Beim Mostfest war der Lanz von 1941 das älteste unter etwa 20 Fahrzeugen, aber in guter Gesellschaft mit Kollegen von Porsche, Kramer, Allgaier, Hatz, Bautz, Deutz, Hanomag und Mc Cormick. „Der hat viel schaffen müssen“, sagt Manfred Hammelehle über seinen Deutz. Er gehört zu den Schlepperfreunden Ötlingen-Lindorf, die mit neun Fahrzeugen gekommen sind. Der Deutz stammt vom Vater, der Motor wurde komplett überholt und die Kupplung ausgetauscht, was zusammen rund 5 000 Euro gekostet hat. Der Deutz ist sogar getunt. „Er hat eine Reifennummer größer bekommen“, sagt Manfred Hammelehle. „Seither läuft er statt 20 nun 22 Kilometer pro Stunde.“

Dieter Götz, ebenfalls bei den Schlepperfreunden Ötlingen-Lindorf, erklärt: „Die einen wollen den Schlepper wie neu, die anderen so, wie er damals im Einsatz war.“ Die Unterschiede stecken manchmal im Detail: Manfred Hammelehle befestigt auf Ausstellungen sein Datenblatt mit Schrauben und Flügelmuttern, Dieter Götz mit einer Kordel. „Der Manfred ist Rentner, der hat mehr Zeit“, sagt Dieter Götz, dessen Allgaier es auf 22 PS bringt. „Ohne Internet wäre das nicht möglich“, sagt er zur Suche nach Ersatzteilen. Peter Dietrich

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