Kirchheimer Umland

„hivo“ mischt die Region auf

Start-up Einen süffigen Mix aus Wein und Saft haben zwei Göppinger zu einer eigenen Marke gemacht. Jetzt ist das Getränk auch an der Teck angekommen. Von Katharina Daiss

Patrick Leischner genießt sein neues Mixgetränk auf dem Kirchheimer Marktplatz.Foto: Jean-Luc Jacques
Patrick Leischner genießt sein neues Mixgetränk auf dem Kirchheimer Marktplatz. Foto: Jean-Luc Jacques

Deutschlandweit die führende Marke für Mixgetränke zu werden ist das Ziel von Patrick Leischner. Gemeinsam mit John Dörsam hat der Göppinger mit dem Getränk „hivo“ ein Start-up geschaffen. Der Gründerwille eint die beiden Jungunternehmer. Sie hatten schon viele Ideen für innovative Produkte, doch die zündende Idee kam den Freunden lange nicht.

Erst mit der ungewöhnlichen Mischung aus Rotwein und Johannisbeersaft waren der 21-Jährige und sein 19-jähriger Geschäftspartner zufrieden. Dabei war die Erfindung nur eine zufällige Entdeckung: Johannisbeerschorle war schon lange ein täglicher Genuss für die beiden. „Irgendwann haben wir einfach Rotwein reingemischt“, erinnert sich Patrick Leischner. Der Geschmack überzeugt die Freunde sofort.

Wie man daraus eine Marke macht, haben sie schnell herausgefunden: „Das war relativ einfach, eins führte zum anderen“, erzählt Patrick Leischner verschmitzt. Vor allem der Rat von Experten hat ihnen den Weg geebnet. Ein Fruchtsafthändler schickte die jungen Gründer zu einer Abfüllerei. Die Abfüllerei erklärte ihnen, dass sie noch Etiketten brauchen, dann folgten die Deckel. Wenig später stand ein fertiges Produkt vor Patrick Leischner und John Dörsam.

Fertig ist die neue Schöpfung dennoch noch lange nicht: „Es ist ein stetiger Verbesserungsprozess. Wir haben die Entwicklungsphase noch nicht verlassen“, erklärt Patrick Leischner. Gerade erst waren sie im Labor, um die Aromen zu verfeinern. Thymian, Zitrone, Kakao, Zimt, und Chili verleihen dem Getränk eine besondere Würze, doch die Erfinder wollen puristischer werden. „Aber etwas süßer sollte ‚hivo‘ sein“.

Dabei achtet Patrick Leischner penibel darauf, was in die Flasche kommt. Alle Zutaten sind bio-zertifiziert und vegan. „hivo“ soll nachhaltig sein, und damit liegt das alkoholische Getränk jetzt voll im Trend: Die Flaschen sind ins Mehrwegsystem eingebettet, das Getränk enthält keine chemischen Zusätze, berichten die Hersteller stolz.

Dass sie ausgerechnet Alkohol verkaufen, missfiel Patrick Leischner anfangs sehr: „Ich will ja nichts unter die Menschen bringen, das ihnen nicht gut tut“, erklärt der 21-Jährige. Dann erinnerte er sich, wie sehr ein guter Wein zum Essen den Moment aufwerten kann, dem Geschehen mehr Bedeutung verleiht.

Und wer kennt sie nicht: Die lauen Sommerabende auf dem Balkon, ein kaltes Glas in der Hand und gute Freunde an der Seite. „Genau für diese Momente ist unser Getränk gedacht“, sagen die Hersteller. Ihr Angebot richtet sich vor allem an die „klassischen Weißweinschorle-Trinker“. „‚hivo‘ schmeckt lieblich, intensiv und erfrischend“, erzählt Patrick Leischner. Bald soll eine neue Sorte auf den Markt kommen. Diesmal wird Weißwein mit einer tropischen Frucht gemischt.

Die Kombination aus Wein und Saft ist das Alleinstellungsmerkmal des Produkts. Das macht den Reiz des Getränks aus, finden Patrick Leischner und John Dörsam. Sie wollten ihrer Idee einen einprägsamen Namen geben. Die Freunde dachten an „Hidden vino“, also „versteckter Wein“, und kreierten daraus ihren Markennamen „hivo“.

Bis jetzt gab es das neue Produkt nur in Stuttgart und in Göppinger Bars. „hivo“ hat nun seinen Weg nach Kirchheim gefunden: Im „Queens“ und im „Holz und Feuer“ beispielsweise können durstige Gäste das Getränk jetzt schon genießen.

Mit der Marke wachsen auch ihre Macher: Die Jungunternehmer streben ihren Hochschulabschluss an. Der 19-jährige John Dörsam studiert „Mensch, Natur und Politik“. So kann er sich weiter in dem vielschichtigen Thema der Nachhaltikgeit bilden. Patrick Leischner konzentriert sich auf Betriebswirtschaft. Er studiert „Unternehmertum“ als Duales Studium. Um „hivo“ weiterhin gerecht werden zu können, hat er sich nicht bei einem fremden Unternehmen beworben, sondern bleibt seinem Start-up treu. Der junge Gründer will Erfahrung sammeln, strebt weitere Projekte an: „‚hivo‘ ist nur der Anfang“.

Stärken, die Existenzgründer auszeichnen

Durch Gründervenen fließt Leidenschaft und in Start-ups fließt Herzblut. Das erfordert den Mut, Risiken einzugehen und die Initiative zu ergreifen. Gründer haben Elan. Wer für seine Idee brennt, wird sich keine Faulheit leisten und fleißig sein.

Ausdauernd und hartnäckig: Viele Unternehmer bringt die Gründung an die psychischen, physischen und finanziellen Grenzen. Sie müssen belastbar und ausdauernd sein. Aufgeben ist keine Option. Gründer können sich und andere motivieren.

Das nötige Know-how ist für den Gründer unerlässlich. Er muss fachlich versiert sein und bereit, Neues zu lernen. Es ist notwendig, nicht nur das Produkt, sondern auch den Markt und den Wettbewerb zu kennen und Chancen zu begreifen. kd

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