Kirchheimer Umland

Hoffen auf Hitzefrei bei über 30 Grad

<!502_Foto_3sp!>*
*

Jetzt ist es endlich mal richtig heiß, und dennoch dürfen die Schüler nicht früher ins Freibad: Hitzefrei fällt an den Kirchheimer Schulen leider wohl vorerst aus. Und

dies, obwohl die Temperaturen gestern die 30 Grad-Marke deutlich überschritten haben! Die Nächte kühlen auch nicht wirklich ab. Für die Kids bleibt‘s bei der Hoffnung auf Hitzefrei. In Wahrheit müssen sie bis zum bitteren Ende der Schulstunden bei Englisch, Mathe und Geschichte ausharren.

Besonders heiß geht‘s bei den armen Abiturienten her: Ihr Prüfungsmarathon hält an, und da raucht der Kopf bei der Mörderhitze gleich noch mehr. Manch ein Prüfling dürfte da zwischen Algorhythmen und Ablativus absolutus immer wieder von erfrischendem Eis oder vom kühlenden Sprung ins Wasser träumen.

Die Schulleiterin des Schlossgymnasiums, Lucia Heffner, lässt die Traumblase brutal platzen: „Die Prüflinge kriegen kein Hitzefrei.“ Die Hitzewelle lässt Heffner völlig kalt. „Es kühlt doch eh wieder ab, sagen die Wetterfrösche.“ Hitzefrei ist für sie erst dann ein Thema, wenn der Hochsommer mal deutlich länger anhält.

Im Schulgebäude selbst sei die Wärme noch erträglich, behauptet die Chefin. Auf Outdoor-Sport wird aber zum Wohle der Kinder – und wohl auch der Lehrer – verzichtet. – Auch wenn die Schüler wohl nichts gegen eine Physikstunde im Freibad hätten.

Besser als die angehenden Schulabgänger haben‘s die Dreikäsehochs zurzeit: Maren Frey betreut im Kindergarten Au ihre Schützlinge mit viel Freude – und Holundersaft. Der stammt aus dem eigenen Garten und ist bei den Kindern beliebt, sodass sie automatisch mehr trinken. Und was könnte einem bei der Affenhitze besseres einfallen, als Sonnenschilder für die Kinderköpfe in bunten Farben und Formen zu basteln?

Gerhard Klinger, der Schulleiter der Raunerschule in Kirchheim stöhnt über knapp 27 Grad, die er kurz vor Mittag in seinem Büro gemessen hat. Bisher gab‘s allerdings auch für ihn noch keinen Grund, die Schule ins Hitzefrei zu schicken. „Das Gebäude ist aus den Sechzigerjahren, und die Mauern fangen jetzt erst langsam an, sich aufzuheizen.“ Frühestens, wenn in den Schulzimmern schweißtreibende 30 Grad herrschen, hat der Boss ein Einsehen und schickt Schüler und Lehrer früher nach Hause.

Das Freibad ist für die Ganztagesgruppe an der Raunerschule eine willkommene Alternative zum Klassenzimmer. Alle 400 Kinder der Schule würden das Kirchheimer Freibad jedoch zum Bersten bringen, gingen alle gleichzeitig hin. „Ein eigener Pool auf dem Schulgelände wäre ideal“, schmunzelt der Schulchef. Die Vorstellung dürfte besonders den Kindern gefallen: Matheunterricht im Wasser. Mit Spaß könnten Volumen berechnet werden, zum Beispiel die Größe des Pools.

Trost für alle, die heute vergeblich auf Hitzefrei hoffen: Irgendwann läutet die Schulglocke, und dem Sprung ins kühle Nass steht nichts mehr entgegen.

Anzeige