Kirchheimer Umland

Hund und Mensch retten Leben

Sommerferienprogramm Kinder erleben in Schlierbach die Arbeit der Rettungshundestaffel hautnah. Zeit zum Streicheln bleibt natürlich auch. Von Anna-Leah Gebühr

Auf dem Schlierbacher Trainingsgelände für Rettungshunde versammeln sich zum Sommerferienprogramm rund 20 Kinder. Punkt zehn geht die Tür auf, und dann kommen auch schon die Hunde. Ob Kurzhaar- oder Plüschhund, Border Collie oder Labrador, alle sind wohlerzogen und gut gelaunt. Insgesamt sieben Hunde sind es, die mit den Mitgliedern der BRH-Rettungshundestaffel Mittlerer Neckar heute für die Kinder dabei sind.

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Ein Rettungshund zeigt, was er kann. Fotos: Carsten Riedl
Ein Rettungshund zeigt, was er kann. Foto: Carsten Riedl

Fasziniert erfahren sie, dass diese Hunde Menschen suchen, vor allem nachts im Wald. Den Wald kann man mit einem Hubschrauber nämlich nicht absuchen. Deshalb ruft die Polizei die Rettungshundestaffel. Die Hunde suchen, oder besser gesagt erschnüffeln dann die vermisste Person. Das können sie, denn ein Hund hat eine ganz fantastische Nase. Und obwohl der Wald das häufigste Einsatzgebiet des ehrenamtlichen Teams ist, werden die Tiere auch als Trümmerhunde ausgebildet. Denn es kann immer sein, dass ein Haus einstürzt oder ein Erdbeben kommt. Einige Mitglieder der Rettungshundestaffel sind außerdem bei der I.S.A.R., der Internationalen Organisation für Suche und Rettung, wie etwa Daniela Lekies. Sie hat eine Zusatzausbildung für internationale Einsätze und war 2015 mit ihrem Hund Onja in Nepal, um bei der Suche nach vermissten Personen zu helfen.

Die Hunde hören einwandfrei auf Kommandos und laufen schwanzwedelnd über Wippen, durch Röhren und über Parcours auf verschiedenen Höhen. Am schwersten: Leitern laufen. Um immer genau auf die Sprossen zu treten, brauchen die Vierbeiner viel Konzentration und Übung. Erfahrene Hunde wie Onja und Lotte, auch Plüsch genannt, schaffen die Leitern ohne Probleme. Das ist eine gute Übung, da die Hunde so lernen müssen, auf ihre Hinterpfoten zu achten. Das wäre auch auf Geröll und Trümmern wichtig. Nach den Übungen gibt es Leckerchen für die Hunde. Sie lernen nur durch Belohnung, niemals durch Strafe. „Man kann sich nur auf Hunde verlassen, die das gerne machen“, sagt BRH-Pressesprecherin Sabine Hofman. Und Vertrauen ist wichtig, schließlich gehen Hund und Mensch zusammen in den Einsatz.

Sofepro Schlierbach: Kinder besuchen die Rettungshundestaffel
Sofepro Schlierbach: Kinder besuchen die Rettungshundestaffel. Foto: Carsten Riedl

Aber wie läuft so ein Einsatz ab? Begeistert rätseln die Kinder. Als Erstes werden die Mitglieder der Rettungsstaffel alarmiert. Dies wird auch gleich mal vorgespielt - wie eine Sirene hört es sich an. Dann schnappt sich jeder, der gerade weg kann, den Einsatzrucksack. Es ist richtig aufregend, als der Rucksack nach und nach ausgepackt wird. Die Kinder erraten, warum die Gegenstände im Rucksack sind. Da sammelt sich schon fast eine kleine Abenteuerausrüstung an: Verbandspäckchen, Handschuhe, Kompass und Funkgerät sind für den Einsatz im Wald. Die Rettungshundestaffel ist sowohl in Erster Hilfe als auch in Orientierung ausgebildet. Vor allem Letztes ist wichtig, damit sie sich am Ende nicht noch selbst suchen müssen. Dann gibt es noch Wasser, Zeckenspray und eine Kenndecke mit Lichtern für den Hund. Aber wozu braucht man Babypuder und Seifenblasen? Diese Hilfsmittel sind dazu da, die Windrichtung festzustellen. Das ist für den Geruchssinn des Hundes sehr wichtig und hilft den Menschen, zu sehen, wo noch gesucht werden muss.

Nach einer Pause gibt es für die Kids Tipps zum richtigen Umgang mit Hunden. Dann haben sie noch die Chance, die Vierbeiner in Aktion zu erleben. In kleinen Gruppen und mit einem Erwachsenen verstecken sich die Kinder in dem „Trümmerhaufen“ des Übungsgeländes, bis die Hunde sie gefunden haben. Zeit für Streicheleinheiten und Spiele ist natürlich auch noch.

Sofepro Schlierbach: Kinder besuchen die Rettungshundestaffel
Sofepro Schlierbach: Kinder besuchen die Rettungshundestaffel. Foto: Carsten Riedl