Kirchheimer Umland

„Ich bin ein richtiger Aufschneider“

Norbert Ries kommt jeden Monat von Niederbayern mit Schwarzgeräuchertem auf den Markt

Schon seit 45 Jahren leitet ­Norbert Ries aus dem niederbayerischen Falkenstein seine Metzgerei – und das mit Erfolg. Mit seinem Schwarzgeräucherten kommt er nun seit 20 Jahren auf den Kirchheimer ­Monatsmarkt und verkauft hier seine Spezialitäten. Ans Aufhören denkt der bayerische Metzger noch lange nicht.

Der „Aufschneider“ in seinem Element. Sein Wagen zieht zahlreiche Stammkunden an.Fotos: Jean-Luc Jacques
Der „Aufschneider“ in seinem Element. Sein Wagen zieht zahlreiche Stammkunden an.Fotos: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. „Kirchheim ist für mich etwas ganz Besonderes. Die Leute sind so nett zu mir und jeder lächelt mich an, sobald er an meinen Verkaufswagen kommt“, sagt Norbert Ries. Als er das erste Mal auf dem Kirchheimer Monatsmarkt seine niederbayerischen Wurstwaren verkaufte, ahnte er noch nicht, dass die Nachfrage auch 20 Jahre später so groß sein würde. „Meine Kunden sind zufrieden – hauptsächlich natürlich mit mir“, scherzt Ries. Doch nicht nur die charmante Art des Niederbayern zieht die Kunden in seinen Bann, sondern auch sein Schwarzgeräuchertes und weitere niederbayerische Spezialitäten wie Leberkäse, Sülze und Pfefferbeißer.

Wenn Norbert Ries‘ Finger mal wieder schwarz sind und ein markanter Duft in der Luft liegt, dann gibt es wieder das niederbayerische Schwarzgeräucherte. Schwarzgeräuchertes wird im Volksmund auch G‘selchtes genannt. Beim Selchen wird das Schweinebauchfleisch gepökelt und in einem Kamin über Nadelholz geräuchert – zumindest bei Metzger Ries. „Ich bereite mein Schwarzgeräuchertes in einem echten Kamin zu und nicht wie es viele heutzutage in einem elektrischen Ofen machen. Überzeugen Sie sich selbst,“ sagt Norbert Ries und hält seinen Kunden ein Stück zum Probieren hin. Auch die sogenannte Nuss, der Schlegel zum Beispiel von einem Schwein, ist eine Spezialität des Metzgers und heiß begehrt bei den Kirchheimer Kunden.

Am Montag ist es so weit: Jeden ersten Montag im Monat reist Norbert Ries aus Niederbayern an und wenn er sowieso gerade in Gegend ist, lässt er sich auch den Wochenmarkt nicht entgehen. „Ich bin drei bis fünf Tage die Woche unterwegs. Oft auch in Köngen und Wendlingen“ sagt der jung gebliebene Metzger. Aber auch auf den Märkten in Frankfurt ist der Metzger ein sehr beliebter Gast. Egal wo es Norbert Ries mit seinem Schwarzgeräucherten hinzieht, die Kunden lieben nicht nur die Wurstwaren, sondern auch ihn selbst. Und auch die Kirchheimer folgen ihm in andere Städte: „Wenn ich mal Lust auf leckere, niederbayerische Wurstwaren habe, dann fahr ich einfach nach Köngen und besuche ihn dort“, sagt ein treuer Kunde.

„Sieben oder zehn Scheiben Leberkäs?“, fragt Ries seine Kundin mit einem Lächeln im Gesicht. Drei Scheiben reichen mir, antwortet sie und lacht. Während der Metzger aus Bayern die Scheiben herunter schneidet, sagt er: „Sie müssen wissen, ich bin ein richtiger Aufschneider.“ Charme und Witz, diese Eigenschaften machen Norbert Ries aus.

Seine Metzgerei hat der Niederbayer selbst auf die Beine gestellt und ist nun schon seit 45 Jahren im Betrieb. Fit ist Norbert Ries allemal. Flink rechnet er im Kopf die Preise zusammen und wenn er verkauft, läuft alles wie am Fließband. „Solang es geht und meine Gesundheit mitspielt, will ich hier auf den Kirchheimer Monatsmarkt kommen“, betont er. Auch seine Kunden möchte er nicht im Stich lassen. Es ist schön zu hören, sagt er, dass meine Wurstware die Kunden begeistert. Und über eins ist sich Metzger Norbert Ries sicher: „Wäre ich noch mal jung, würde ich alles genau so noch mal machen.“

Monatsmarkt

Der nächste Monatsmarkt in der Kirchheimer Innenstadt mit vielen Ständen steigt am Montag, 2. November.

Reportage über Wurstwaren Ries, hat seinen Stand für "Schwarzgeräuchertes" auf dem Markt direkt vor dem Spital. Reist jedes Mal
Reportage über Wurstwaren Ries, hat seinen Stand für "Schwarzgeräuchertes" auf dem Markt direkt vor dem Spital. Reist jedes Mal aus Niederbayern extra an.
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