Kirchheimer Umland

„Ich will die Firma weiterentwickeln“

Die Kirchheimerin Nina Kröner-Paschen leitet Familienunternehmen in zweiter Generation

Was einst im heimischen Keller begann, ist nun ein zukunftsorientiertes Mittelstandsunternehmen. Noch leiten Vater und Tochter den Hochdorfer Familienbetrieb Kröner Armaturen und Dichtungstechnik als Doppelspitze. Zum Jahresende will Alfred Kröner nach 31 Jahren an Tochter Nina übergeben – als Berater bleibt er der Geschäftsführerin aber erhalten.

Ein eingespieltes Team: Alfred Kröner steht seiner Tochter Nina beratend zur Seite, will sich aber mehr aus dem Betrieb zurückzi
Ein eingespieltes Team: Alfred Kröner steht seiner Tochter Nina beratend zur Seite, will sich aber mehr aus dem Betrieb zurückziehen.Foto: Katja Eisenhardt

Hochdorf/Kirchheim. Seniorchef Alfred Kröner ist sichtlich froh darüber, dass seine Tochter Nina Kröner-Paschen im Jahr 2007 eingestiegen ist – direkt nach ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau mit dem Zusatz internationales Wirtschaftsmanagement und Fremdsprachen. Nur ein Jahr später wurde die heute 31-Jährige, die in Kirchheim lebt, neben ihrem Vater zur Geschäftsführerin des Mittelstandsunternehmens. „Mein Ziel ist es, die Firma stetig weiterzuentwickeln“, sagt Nina Kröner-Paschen. So hat sie bereits den Mitarbeiterstamm ausgebaut. Das derzeit 20-köpfige Team soll im kommenden Jahr durch weitere Kräfte aufgestockt werden.

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Aus den anfänglich auf den deutschen Raum beschränkten Geschäftsbeziehungen wurde bis heute ein europaweites Netzwerk: „Wir liefern vor allem in die Schweiz, nach Österreich, Luxemburg und Belgien. Seit 2009 gibt es zudem eine Niederlassung in Polen. Ganz wichtig ist dabei, dass wir nach wie vor in Hochdorf fertigen. Das ergibt kurze Arbeitswege und somit auch die Möglichkeit, flexibel und kurzfristig liefern zu können“, betont Nina Kröner-Paschen. „Das schätzen auch unsere Kunden seit nunmehr 31 Jahren, ebenso wie unsere fairen Preise bei einer hohen Qualität.“

Zum Kundenstamm zählen Energieversorger, Stadt- und Wasserwerke, Rohrleitungsbauunternehmen, Bauunternehmen an sich sowie Anlagenbauer: „Wir liefern im Prinzip überall dorthin, wo Leitungen wasserdicht in Gebäude hineinverlegt werden müssen“, fasst die Geschäftsführerin zusammen. Das Hauptprodukt seien daher die sogenannten Pressringdichtungen in verschiedenen Größen.

„Ich freue mich natürlich sehr darüber, dass das Lebenswerk meiner Frau und mir auch nach meinem Rückzug aus der Geschäftsleitung in Familienhand bleibt“, betont der 74-jährige Seniorchef.

Noch immer steht er seiner Tochter vor allem beratend zur Seite, was diese sehr schätzt. „Mein Ziel ist es, dass ich mich bis zum Jahresende noch weiter aus dem Betrieb zurückziehe, noch bin ich ja täglich hier“, erklärt Alfred Kröner. So ganz aufhören werde er allerdings wohl nie, dafür sei er zu sehr mit dem Unternehmen verbunden - auch, wenn es ihm im wohlverdienten Ruhestand sicher nicht langweilig werde, fügt er hinzu und lacht: „Oh, die Arbeit geht mir nie aus, In Haus und Garten gibt es immer was zu tun, und dann habe ich noch meine Oldtimer, die ein großes Hobby sind.“

Dadurch, dass seine Tochter im Betrieb aufgewachsen sei, habe sie sich schnell und verlässlich in der Position der Geschäftsführerin eingefunden, lobt der Vater.

An die Anfänge erinnert sich das Führungsduo noch gut: „Los ging es 1984 im heimischen Keller. Dort war mein Büro, die Garagen und eigens aufgestellte Campingzelte im Hof dienten als Lager. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen“, sagt Alfred Kröner und schmunzelt. Lange sei er im Außendienst tätig gewesen, habe so nach und nach das Kundennetzwerk ausgebaut, bis heute sind da­raus viele Stammkunden entstanden. Als das Lager zu Hause irgendwann aus allen Nähten platzte, wurde 1996 mit dem Bau des neuen Firmensitzes im Hochdorfer Gewerbegebiet begonnen. Erst nach zehn Jahren kamen die ersten Mitarbeiter dazu.

Aktuell wächst die Firma weiter: Derzeit wird der 1. Stock des Firmensitzes zu neuen Büroräumen ausgebaut, direkt gegenüber wurde im Juni eine neue Lagerhalle fertig gestellt. Insgesamt hat das Familienunternehmen für den Um- und Neubau rund eine Million Euro investiert.