Kirchheimer Umland

Im Eichert sterben die Eschen

Wald Noch vor wenigen Jahren als Baum des naturnahen Waldbaus gehandelt, ist die Zukunft für Eschen eher düster.

Notzingen. Die Esche hat sich zum Sorgenkind der Förster entwickelt. Weil ein aus Ostasien eingeschleppter Pilz die Bäume absterben lässt, müssen die befallenen gefällt werden. Im Waldgebiet „Eichert“ im Gemeindewald Notzingen wurden jetzt auf sieben Hek­tar zahlreiche kranke Eschen umgesägt. Das war wegen der Verkehrs- und Arbeitssicherheit notwendig.

„Falsches weißes Stängelbecherchen“ heißt der Pilz, der alte als auch junge Bäume befällt. Er lässt Blätter und Triebe vertrocknen. Für Försterin Carla Hohberger sind die Krankheitssymptome der Eschen im Eichert eindeutig zu erkennen: Erst werden die Kronen schütter, später sterben die Bäume ab. Schon ein schwacher Wind kann trockene Äste zum Abbrechen bringen. Die Standfestigkeit der Bäume geht verloren, was erhebliche Gefahren mit sich bringt.

Die Esche gilt als ökologisch wertvoll, wuchskräftig und mit begehrtem Holz. Der Eschenanteil in Notzingen sollte sogar noch gesteigert werden. Von diesen Plänen verabschieden sich die Förster derzeit. „Uns blutet das Herz, dass wir die Eschen jetzt flächig entnehmen müssen“, betont Forstamtsleiter Anton Watzek.

Seit 2006 breitet sich der Pilz im Land aus. Die befallenen Bäume sterben meist. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt: An wenigen Eschen wurden kaum Symptome beobachtet. Grund ist vermutlich eine vererbbare Resistenz gegenüber dem Eschentriebsterben. Es besteht also vielleicht doch noch die Möglichkeit, durch Züchtung eine erhöhte Widerstandsfähigkeit zu erreichen. An der aktuellen Situation ändert dies aber nichts.

Die Lücken werden meist mit Eichen aufgeforstet oder es keimen Bergahorn und Rotbuche. pm

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