Kirchheimer Umland

Im neuen Zuhause fühlt man sich pudelwohl

Kreisbau Die Genossenschaft hat 27 Wohnungen im Bodelschwinghweg errichtet. Ein Drittel ist gefördert.

Drinnen ist alles so gut wie fertig, draußen muss noch Grün sprießen. Foto: ppr
Drinnen ist alles so gut wie fertig, draußen muss noch Grün sprießen. Foto: ppr

Kirchheim. Draußen auf der Straße stehen die Umzugswagen. Möbel und Kartons werden geschleppt. Im Kirchheimer Bodelschwinghweg herrscht emsiges Treiben. Siglinde Bauer ist hoch erfreut: „Für mich war das wie ein Sechser im Lotto, als ich die Zusage für die Zwei-Zimmer-Erdgeschosswohnung hier bekam.“ Die Lage, der Komfort, die Innenausstattung mitsamt Fußbodenheizung, die Terrasse - alles sei einfach klasse, lobt die 62-Jährige, die als Verkäuferin im Schuheinzelhandel arbeitet und seit 2006 Mitglied bei der Kreisbaugenossenschaft Kirchheim-Plochingen ist.

Diese hat im Bodelschwinghweg 27 Genossenschaftswohnungen erstellt, neun davon im Rahmen der Landeswohnraumförderung, weswegen Bewohner, die einen Wohnberechtigungsschein brauchen, ein Drittel weniger als die ortsübliche Vergleichsmiete bezahlen. „Nur so konnte ich mir einen Umzug überhaupt leisten. Ich fühl’ mich schon pudelwohl“, schildert sie. Froh sei sie obendrein, dass sie sich weiterhin keine Sorgen um eine mögliche Kündigung wegen Eigenbedarfs machen müsse.

Zeitgemäß und chic steht er jedenfalls da, der weiße, dreigeschossige Wohnkomplex. Im Juli vergangenen Jahres war der traditionelle erste Spatenstich für das Bauvorhaben. Rund 15 Monate später, ziemlich genau zum 100. Geburtstag der Kreisbau, ziehen nun bereits die Mieter ein. Auf einem ehemals städtischen Gelände und einem angrenzenden Grundstück, das sich bereits in Besitz der Genossenschaft befand, sind Wohnungen mit Tiefgaragen- und Außenstellplätzen entstanden. Realisiert wurde das Projekt zudem unter Einbeziehung hoher energetischer und ökologischer Ansprüche.

Zwei Besonderheiten hat das Bauprojekt im Kirchheimer Bodelschwinghweg dennoch: Erstmals in ihrer langen Geschichte hatte die Kreisbau ein Vorhaben dieser Größenordnung zur schlüsselfertigen Herstellung an einen Generalunternehmer vergeben. Schmitzer zufolge habe die Leonberger Firma Mörk das in sie gesetzte Vertrauen gerechtfertigt. Beim Termin wie bei den Kosten sei man im vorgegebenen Rahmen geblieben.

Fast noch bedeutender ist indes die Tatsache, dass die Kreisbau erstmals seit Aufhebung der Wohnungsgemeinnützigkeit im Jahr 1990 wieder in den geförderten Wohnungsbau eingestiegen ist. Das bedeutet für die Bewohner von sechs Zwei-, zwei Drei- und einer Vier-Zimmer-Wohnung, dass sie maximal 7,40 Euro Miete pro Quadratmeter zu bezahlen haben. „Diesen Weg werden wir konsequent fortsetzen“, versichert Schmitzer. Bernd Weiler, der Vorstandssprecher der Kreisbaugenossenschaft, wird konkret: „Wir haben bereits ein weiteres Projekt in der Kirchheimer Schöllkopfstraße, wo unter 40 Mietwohnungen zehn geförderte sein werden.“ Darüber hinaus gebe es für noch zu realisierende Maßnahmen in Nürtingen und Plochingen bereits derartige Überlegungen, ergänzt er. Andreas Pflüger

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