Kirchheimer Umland

Im Schlamm, über Geröll und durchs Wasser

Wettbewerb Mit dem Reifen unter‘m Arm über das Gelände: Der Kirchheimer Carsten Riedl kämpfte um einen Platz bei der „Land- rover Experience Tour“. Von Melissa Seitz

Die Zeit rennt. Es ist kalt und schon nach Mitternacht. Die Teilnehmer müssen im Dunkeln ein Auto zusammenflicken, so schnell wie möglich und mit vollem Körpereinsatz. Die Ersatzteile sind auf einem unübersichtlichen Gelände versteckt. Klingt nach „Tough Mudder“? Ist es aber nicht. Es ist die Qualifikation für die „Land­rover Experience Tour“ nach Peru.

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Carsten Riedl aus Kirchheim konnte sich den Nervenkitzel nicht entgehen lassen. Der Gewinn: Eine Tour durch Peru mit dem Landrover. „Als ich im Radio gehört habe, dass man sich bewerben kann, wollte ich mitmachen“, erklärt der Kirchheimer, der neben seinem Beruf als IT‘ler noch für den Teckboten fotografiert. Das war vor einem Jahr. Im Oktober 2016 flatterte eine E-Mail in seinen Posteingang: „Sehr geehrter Herr Riedl, wir laden Sie zur Qualifikation ein.“ Die erste Hürde war geschafft: Aus 8 500 Bewerbern war Carsten Riedl unter den letzten 3 800. „Für mich ging es in den Off-Road-Park nach Langenaltheim“, erzählt er. Eins der neun Qualifikationscamps.

 

Mit Geschick durch den Parcours

 

Am Anfang war alles noch harmlos. „Wir durften Landrover fahren, den Parcours testen, und dann haben die Tests begonnen,“ sagt der Kirchheimer. Insgesamt gab es vier Prüfungen, die jeder Teilnehmer allein bewältigen musste. Für eine Übung brauchte es nicht viel: Einen Parcours, Stöcke, Golf- und Tennisbälle. „Wir durften die Golfbälle, die auf den Stöcken lagen, mit dem Landrover nicht berühren. Dafür mussten wir aber den Tennisball, der an einer Schnur hing, mit den Spiegeln antippen“, erklärt Carsten Riedl.

 

Schon beim ersten Qualifikationscamp wurde deutlich: Hier wird nicht nur im Auto rumgesessen. Mit einem GPS-Gerät ging es für Carsten Riedl in den Wald, zu Fuß und auf Zeit. „Wir mussten einen Platz finden, dort eine Rechenaufgabe lösen und wieder zurückrennen“, erzählt der Kirchheimer. Auch sein Wissen über Peru wurde getestet. Schließlich sollen die Gewinner über das Land Bescheid wissen, in das sie reisen.

 

Kaum Schlaf, aber viel Adrenalin

 

Danach trat Carsten Riedl erst einmal die Heimreise an. Ende Dezember kam dann die nächste Einladung von Landrover: „Ich sollte nach Wülfrath kommen. Dort befindet sich das Experience Center.“ Schotterpiste, Wasserlöcher und Steilhänge - das Areal bietet 62 Hindernisse auf 120 000 Quadratmetern. 30 Frauen und 30 Männer durften hier ein Wochenende verbringen, unter ihnen auch der Kirchheimer. Am Freitag um 9 Uhr ging es los. Den Tag über war Theorie angesagt. Nach dem Abendessen ging es richtig los - bis vier Uhr morgens. „In Teams mussten wir für ein Auto Ersatzteile finden“, erklärt Carsten Riedl.

 

Die erste Aufgabe: Das Ersatzrad aus einem Sandhaufen ausgraben. Das wurde nicht an den Wagen montiert, sondern musste zu jeder Prüfung mitgeschleppt werden. Klingt wirklich wie „Tough Mudder“. Nachdem das Auto zusammengeflickt war, gab es für Carsten Riedl ein wenig Schlaf. Zwei Stunden später klingelte der Wecker. „Geschicklichkeit“ war das Thema des nächsten Tages. „Wir haben mit Autos zum Beispiel den Turm von Hanoi gebaut“, erzählt der Kirchheimer. Außerdem mussten die Teilnehmer die Jury vor der Kamera von sich überzeugen.

 

Apropos Jury - die hat den Teilnehmern immer über die Schulter geschaut. „Ich vermute, dass die Gewinner anhand ihres Verhaltens ausgewählt wurden. Es war wohl nicht wichtig, wer ein Spiel gewonnen hat“, sagt der Kirchheimer.

 

Am letzten Tag ging es an den Winterspeck: Bogenschießen, Skibike fahren, Klettern und vieles mehr. „Zum Glück habe ich vor einem Jahr angefangen, Sport zu machen“, scherzt Carsten Riedl. Nach dem Mittagessen war es dann soweit: Die sechs Gewinner wurden auserwählt. Carsten Riedl erreichte den fünften Platz bei den Männern und ist damit nicht bei der Tour dabei. „Das war mir klar,“ sagt er, „ich kann nicht vor der Kamera sprechen.“ Und das ist wichtig: Denn die sechs Gewinner werden auf ihrer Reise von einem Kamerateam begleitet. Ihre Landrover-Tour wird in einer dreiteiligen Serie ausgestrahlt.

Mit dem Auto und ganz viel Präzision mussten die Teilnehmer den Turm von Hanoi bauen.
Mit dem Auto und ganz viel Präzision mussten die Teilnehmer den Turm von Hanoi bauen.
Bei einer Team-Activity: Carsten Riedl (in rot).Fotos: Craig Pusey
Bei einer Team-Activity: Carsten Riedl (in rot).Fotos: Craig Pusey

Übrigens...

Wettbewerbe liegen dem Kirchheimer. Vor vier Jahren gewann Carsten Riedl eine Reise nach Australien. Seine Bilder von der Burg Teck wurden ausgezeichnet.

Erst vor kurzem gewann er wieder eine Reise, und wie soll es anders sein - bei einem Fotowettbewerb. Mit dem Bild von einem fliegenden Uhu überzeugte er die Jury. Noch dieses Jahr darf er nach Afrika fliegen.

Reisen hat es ihm angetan: „Wenn ich bei einem Wettbewerb eine Reise gewinnen kann, muss ich teilnehmen.“ Denn die von Landrover könne man schwer selbst zusammenstellen.sei