Kirchheimer Umland

In der Schule summt und brummt es

Die Freie Waldorfschule in Kirchheim beherbergt seit diesem Jahr einen Bienenschwarm

Fast jede Freie Waldorfschule hat Bienen – seit diesem Jahr auch die in Kirchheim. Sonja Hynek ist Hobbyimkerin und erklärt den Mädchen und Jungen alles rund um das Insekt und die Imkerei.

Die Mädchen und Jungen der Freien Waldorfschule erleben die Bienen hautnah. Fotos: Carsten Riedl
Die Mädchen und Jungen der Freien Waldorfschule erleben die Bienen hautnah. Fotos: Carsten Riedl

Kirchheim. In der Freien Waldorfschule steht heute kein trockener Theorieunterricht auf dem Plan. Die Schüler dürfen die Bienen mit allen Sinnen wahrnehmen und kennenlernen. Diesmal begleitet die 4. Klasse Sonja Hynek zum Bienenstock.

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Bevor es aber richtig losgeht, lernt die Klasse erst einmal die Ausrüstung von einem Imker kennen. Alle Schüler bekommen einen Imkerhut, und auch Schutzjacken dürfen nicht fehlen. Neben der Kleidung ist auch das richtige Werkzeug wichtig. Ein Stockmeißel, zum Lösen von klemmenden Bodenplatten und ein „Raucher“ sind für einen Imker unentbehrliche Utensilien. „Der Raucher dient als Ablenkungsmanöver, damit werden die Bienen ruhig gestellt und der Imker kann am Bienenvolk arbeiten“, weiß Sonja Hynek, die zu Hause selbst Bienen hat. Blätter, die die Klasse gesammelt hat, sowie kleine Äste und Papier kommen in den Behälter. Danach wird der Inhalt angezündet und schon ist der Raucher einsatzbereit. Zuletzt darf nicht vergessen werden: langsam bewegen und bloß nicht fuchteln!

Als Sonja Hynek den Brutraum öffnet und ihn mit Rauch ausfüllt, scharen sich die Mädchen und Jungen um die Hobbyimkerin. Alle sind ganz aufgeregt und manche haben auch ein bisschen Angst. Die schwenkt aber schnell in Interesse um, als die Schüler dann die erste Bienenwabe zu Gesicht bekommen. „Das dunkelbraune, was ihr hier drin seht, ist die Brut“, erklärt Sonja Hynek und beschreibt den Viertklässlern ganz genau, wie daraus eine Biene entsteht.

Etwas ganz Besonderes ist die Aufzucht einer Königin. Diese entsteht durch spezielle Pflege und gesonderte Nahrung, denn sie bekommt Gelée Royale verfüttert. Die Schüler erkennen ihre Bienenkönigin sofort, sie zeichnet sich durch einen blauen Punkt auf ihrem Körper aus. Nicht nur für die Fortpflanzung ist sie im Bienenstock zuständig. Sie spielt noch eine weitere, überlebenswichtige Rolle, weiß Sonja Hynek: „Ist die Königin weg, stirbt das ganze Volk“. Sie sendet einen ganz speziellen Duftstoff aus. Ist dieser weg, wird nicht mehr gearbeitet.

Die Mädchen und Jungen sind ganz fasziniert von den Bienen, die immer wieder um sie kreisen und auf ihnen zu sitzen kommen. Ein Schüler fragt: „Müssen Bienen eigentlich nicht aufs Klo?“ Sonja Hynek erklärt, dass sie wohl aufs Klo müssen, das allerdings unterwegs los werden können. Am Ende bekommen alle Kinder noch ein Gummibärchen, denn auch das hat etwas mit Bienen zu tun. Bienenwachs wird nämlich auch in Süßigkeiten verarbeitet. „In der nächsten Stunde dürft ihr eine Biene auf die Hand nehmen und genauer anschauen“, verspricht sie den Schülern.