Kirchheimer Umland

„Jeder hat sein Geheimrezept“

Rosina Wagner verkauft seit 14 Jahren Langosch auf dem Kirchheimer Krämermarkt

Ab 11 Uhr ist Andrang beim Langosch-Stand
Ab 11 Uhr ist Andrang beim Langosch-Stand

Kirchheim. Schon von Weitem ist die frittierte Spezialität zu riechen. Es riecht nach Knoblauch und Sauerrahm. In ihrem beschaulichen Stand zaubert Rosina Wagner seit

Jahren in Kirchheim Langosch. Der in Fett gebackene Hefeteig ist eine ungarische Spezialität und dient eigentlich hauptsächlich als Zwischenmahlzeit. Der Fladen ist vor allem in den osteuropäischen Ländern beliebt. In Slowenien, Tschechien, Polen, Serbien und Ungarn gehört Langosch zum täglichen Verzehr, wie im Schwabenland die Brezel oder das Leberkäsweckle.

Vergleichbar ist Langosch am ehesten mit dem in Deutschland bekannten Fasnetsküchle. Ursprünglich bestand Lángos – wie das Fladengebäck in Ungarn genannt wird – aus Brotteig, der an der Öffnung des Backofens nahe der Flamme gebacken wurde. Auf ungarisch heißt Flamme Láng. So kam der frittierte Snack zu seinem Namen.

In Kirchheim erlangte die Spezialität immer mehr Beliebtheit und der Stand von Rosina Wagner gehört heute quasi zum Inventar des Monatsmarktes oder des Gallusmarktes. Die Donauschwäbin, wie sie sich selbst betitelt, sagt dazu: „Auf den Teig kommt es an, das ist das Geheimnis. Jeder Bäcker hat sein eigenes Rezept.“

In den letzten 14 Jahren kamen viele Kirchheimer immer wieder an den Stand, um ihr Lieblingslangosch zu verlangen. „Am meisten wollen die Kunden die Variante mit Knoblauch, aber auch die Beläge Sauerrahm und Käse werden sehr oft gegessen.“ Immer wieder kommen neue Kunden dazu. Viele haben im Urlaub in Ungarn zum ersten Mal die frittierten Fladen gegessen und freuen sich, wenn sie einen Langosch-Stand finden. „Es kommen auch sehr viele Ungarn zum Stand und sind voll des Lobes.“ Stolz erzählt Rosina Wagner, dass sie mit ihrem Stand auch in Kirchheim war, als Vertreter aus der Kirchheimer Patenstadt Kalocsa in Ungarn zu Besuch waren. „Da habe ich viele Komplimenten bekommen“, freut sie sich.

Wagner war in Ungarn Lehrerin und hat den Langosch-Stand ohne spezielle Ausbildung aufgebaut. „Heute mache ich das nebenher, ich bin ja schon in Rente. Es ist ein Hobby für mich.“

Von 1990 bis 1994 hat sie in Kirchheim gewohnt. „Deshalb komme ich gerne immer wieder hierher“, sagt sie. Insgesamt ist Rosina Wagner rund 50 Mal pro Jahr mit dem Stand unterwegs. „Ich mach das gerne, so komme ich raus von daheim und freue mich jedes Mal auf die Gespräche mit den Menschen.“

Die tägliche Zahl an Langosch, die über die Theke geht, kennt sie nicht. „Ich habe noch nie gezählt, bin aber am Schluss des Tages fast immer ausverkauft.“ Sie lacht und gesteht, dass zwischendurch der Teig vor dem Tag aus ist. Jeden Fladen frittiert und belegt sie frisch, nach Bestellung des Kunden. „Langosch muss warm gegessen werden.“ Dann muss sich Rosina Wagner wieder drum kümmern, dass der Teig im Öl die richtige Temperatur und Farbe hat, damit er später mit Knoblauch belegt werden kann.

Seit 14 Jahren erfreut Rosina Wagner (rechts) die Kirchheimer Marktbesucher mit dem  ungarischen Hefegebäck. Fotos: Thomas Krytz
Seit 14 Jahren erfreut Rosina Wagner (rechts) die Kirchheimer Marktbesucher mit dem ungarischen Hefegebäck. Fotos: Thomas Krytzner
„Jeder hat sein Geheimrezept“
„Jeder hat sein Geheimrezept“
Anzeige