Kirchheimer Umland

Jetzt dürfen die Bürger das Schmuckstück inspizieren

Rathaus Der Sitz der Hochdorfer Verwaltung ist 200 Jahre alt und wurde jetzt saniert. Beim Tag der offenen Tür kann die Bevölkerung Rathausluft schnuppern. Von Katja Eisenhardt

Das alte Hochdorfer Rathaus wurde zum Schmuckstück saniert, ein moderner Erweiterungsbau schafft Platz.Foto: Carsten Riedl
Das alte Hochdorfer Rathaus wurde zum Schmuckstück saniert, ein moderner Erweiterungsbau schafft Platz.Foto: Carsten Riedl

Stolze 200 Jahre hat das Ortsbild prägende Rathausgebäude in Hochdorf auf dem Buckel. Seit Kurzem erstrahlt es in neuem Glanz. „Dringend erforderlich“ sei die Sanierung und Erweiterung aus vielen Gründen gewesen, erinnert Bürgermeister Gerhard Kuttler und verweist dabei auf die bedenkliche Statik, den nicht vorhandenen Schallschutz, das alte und enge Treppenhaus, die nicht vorhandene Barrierefreiheit und den über die Jahre immer größer gewordenen Platzmangel. „Vom Brandschutz sprechen wir besser gar nicht erst.“

Das alles hat im Zuges des Ortsentwicklungskonzepts ein glückliches Ende gefunden: „Das Ergebnis ist rundum gelungen, wir haben jetzt ein wahres Schmuckstück“, findet der Hausherr. Kosten- und Zeitrahmen wurden eingehalten, die Hälfte der insgesamt drei Millionen Euro werden durch Fördermittel gestemmt.

Architekt Peter Reiner vom Büro AeDis lobt die Entscheidung, die Erweiterung des Rathauses am ursprünglichen Standort vorzunehmen. In Zeiten, in denen es so oft nur um „höher, schneller, weiter“ gehe, müsse man sich immer wieder auf die vorhandenen Glanzpunkte eines Ortes besinnen und diese zukunftsfähig gestalten und bewahren. Das ist gelungen: durchgängige Barrierefreiheit, neu gestaltete, helle Räume inklusive Schallschutz, die Möglichkeit für öffentliche und private Veranstaltungen im neuen Saal, eine energetisch wertvolle Photovoltaikanlage, zusätzliche Fläche, moderne und leistungsfähige Technik im gesamten Gebäude.

Vom Ergebnis überzeugt zeigen sich durch die Bank Vertreter aller Gemeinderatsfraktionen. - Auch diejenigen, die dem ergänzenden Sitzungs- und Veranstaltungssaal aus Kostengründen kritisch bis ablehnend gegenüberstanden. „Sicher, das hat gekostet, das Ergebnis ist aber wirklich schön, und wir werden jetzt sehen, wie der Saal auch von der Öffentlichkeit genutzt wird“, sagt Birgit Wiesenhütter (Die Mitte). „Ich war anfangs aus Kostengründen ebenfalls nicht begeistert von einem neuen Sitzungssaal, bin mit dem Ergebnis und dem Nutzungskonzept jetzt aber glücklich“, bestätigt die SPD-Fraktionsvorsitzende Beate Schmid. „Schöner als einen Neubau“ findet auch die Grünen-Fraktionsvorsitzende Andrea Holzer das Ergebnis. Von Anfang an für eine Sanierung am bestehenden Standort und eine Erweiterung um einen neuen Saal waren die Freien Wähler sowie die CDU. Entsprechend zufrieden sind die Fraktionsvorsitzenden Siegfried Albrecht und Andrea Osthues: „Das ist ein Bau für die nächsten Jahrzehnte. Das hat sich definitiv gelohnt, gerade auch, weil das Ortseingangsbild mit Rathaus, Kirche und Pfarrhaus erhalten wurde“, findet Andrea Ost­hues. Siegfried Albrecht fasst es kurz und prägnant zusammen: „Ein Rathaus ohne einen Sitzungssaal wäre ein amputiertes Bauwerk gewesen.“

Info Der „Tag der offenen Tür“ im Rathaus in Hochdorf für die Bevölkerung findet am Samstag, 13. Mai, statt.

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