Kirchheimer Umland

Junge Talente zeigen großes Können

Konzert Zahlreiche jugendliche Musiker haben beim Podium des Kulturrings und der Musikschule Kirchheim am Freitagabend in der Stadthalle hervorragende Leistungen gezeigt. Von Hans-Günther Driess

Das Symphonische Orchester der Musikschule sorgte für eine gelungen Abrundung des Konzerts.Foto: Johannes Stortz
Das Symphonische Orchester der Musikschule sorgte für eine gelungen Abrundung des Konzerts. Foto: Johannes Stortz

Zahlreiche junge Musiker haben beim Podium des Kulturrings und der Musikschule in der Stadthalle durch hervorragende Leistungen ihr Talent unter Beweis gestellt.

Das Klarinetten-Quintett mit Luca Sigmund, Lena Sigmund, Hannah Schmid und Feline Schinko eröffnet den Konzertabend und versprüht mit der Serenade in C von Wolfgang Amadeus Mozart die Heiterkeit des frühklassischen galanten Stils in exaktem Zusammenspiel. Im Anschluss spielt Miriam Aberle gekonnt den 4. Satz des Violakonzerts von Georg Philipp Telemann.

Bei der Komposition „Infectious Recorders“ von Daniel Hellbach infiziert und begeistert die erst 12jährige Leni Göser dem Titel gemäß die Zuhörer mit ihrem Flötenspiel. Sie demonstriert auf dem gesamten „Flöten-Arsenal“ - Bassflöte, Tenorflöte, Altflöte, Sopranblockflöte und Sopranino - großes Können und Musikalität. Exotisch anmutende Klänge alternieren mit pfiffigen Jazzpassagen.

Die Cellistin Sarah Genz zeigt in der „Élégie“ von Gabriel Fauré beachtliche künstlerische Reife durch schönes Vibrato, gute Intonation und das warme Strömen ausdrucksvoller Kantilenen.

Den 3. Satz der Klaviersonate C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart geht Aurelio Cristofaro sehr mutig im schnellen Tempo an. Sein sprühendes Temperament wirkt sympathisch, müsste aber im Sinne der Musik etwas gebändigt werden. Marcello Kuhn erzeugt angenehme Töne auf seiner Violine beim Preludio von Arcangelo Corelli.

Der Geiger Jakob Kiedaisch glänzt im 1. Satz in „L‘ Estate - Der Sommer“ aus „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi durch saubere Töne in allen Lagen, sensitive Auskostung der tonmalerischen Stellen und die barocktypische Terrassendynamik mit ihrer Echowirkung.

Hochkarätig ist auch der Vortrag der Altsaxofonistin Katharina Sommer in „Pequena Czarda“ von Pedro Iturralde. Sie gestaltet die Musik mit mannigfaltigem Ausdruck und besticht durch lupenreine Intonation in höchster und tiefster Lage. Ihr feuriges Temperament beim Vortrag des „modernen“ Csardas begeistert die Zuhörer.

Miriam Abele zeigte an der Viola ihr Können.Foto: Carsten Riedl
Miriam Abele zeigte an der Viola ihr Können. Foto: Carsten Riedl

Pia Zehle präsentiert die anspruchsvolle „Partita Nr. 2“ für Violine solo von Johann Sebastian Bach. Souverän, auswendig und mit feiner sauberer Tongebung bewältigt sie mühelos schnelle Lauffiguren, Akkordbrechungen, Doppel- und Akkordgriffe - großartig.

Mit dem 1. Satz des Hornkonzerts Nr. 1 von Richard Strauß hat auch Johannes Funk einen höchst anspruchsvollen Part gewählt. Er bewältigt ihn eindrucksvoll und verleiht den spätromantischen Klängen mit triumphierenden Hornsignalen wunderbaren Glanz.

Nach der Pause spielt das Streichquartett der Musikschule „Eine kleine Nachtmusik“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Es ist nicht leicht für die jungen Streicher, exakt im Rhythmus zu bleiben. Jakob Kiedaisch, Antonia Schuster, Miriam Abele und Fabian Pfeil gelingt jedoch eine passable Aufführung des weltberühmten Werks.

Der Posaunist Johannes Paulik spielt überzeugend mit weicher klarer Tongebung „Introduktion, Thema und Variationen“ von Carl Maria von Weber. Anschließend brilliert Isabella Bögershausen als virtuose Solistin im Oboenkonzert von Domenico Cimarosa mit samtweichen Oboentönen.

Jubelrufe gibt es nach dem großartigen Vortrag des „Konzerts für Kontrabass und Orchester“ von Sergej Koussewitzky durch Johannes Henning. Er spielt das anspruchsvolle Werk mit seinen rasenden Läufen schon fast auf dem Niveau eines Berufsmusikers.

Im Konzert für Klarinette und Orchester Nr. 11, Es-Dur von Carl Stamitz zeigt der Solist Jannis Graf eine sehr gute Leistung mit differenzierter Dynamik und wunderbarem Holzbläserklang.

Für die hervorragenden Schülervorträge bilden die professionellen Klavierbegleiter Ella Flemmer, Cornelia Hahn, Lia Kasrasvili, Angela Richter und Ernst Leuze eine unerlässliche Stütze.

Das Symphonische Orchester der Musikschule unter Leitung von Takashi Otsuka beschert dem Konzert eine gelungene Abrundung mit George Gershwins „I Got Rhythm“ und der Orchester-Suite „Los cuatro Muchachos“ von Bertram Schattel.

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