Kirchheimer Umland

Kamille, Sonnenblume und Co. sollen Hasen anlocken

Natur Naberner Jäger haben eine Blühbrache initiiert. Die Saatgutmischung fördert den Bestand seltener Tierarten.

Dr. Uwe Hiller, Veronika Holz, Dr. Wilfried Daiss, Thomas Doll und Stefan Gölz (v. li.) freuen sich über die aufgegangene Saat.
Dr. Uwe Hiller, Veronika Holz, Dr. Wilfried Daiss, Thomas Doll und Stefan Gölz (v. li.) freuen sich über die aufgegangene Saat. Foto: Martin Dol

Kirchheim. Spaziergänger können in Nabern zum ersten Mal die „rotierende Blühbrache“ bewundern. Die breite Mischung ein- und mehrjähriger Pflanzenarten ist ein Magnet für Insekten, Vögel und Hasen, die hier Nahrung und Schutz vor Witterung und Beutegreifern finden. Besonders unmittelbar nach der Ernte und in den Wintermonaten bietet das Biotop noch Nahrung und Sicherheit. Pflanzen wie Luzerne, Kamille, Weißer Senf und Sonnenblumen sind optimal an den Standort angepasst.

Das Projekt entstand durch die Initiative der Naberner Jäger auf einer Pachtfläche der Gemeinde. Den Boden bearbeitet ein lokaler Landwirt. Die Saatgutmischung wird durch den Landesjagdverband (LJV) gefördert, der sich im Rahmen des Projekts „Allianz für Niederwild“ auch besonders um den dramatisch gesunkenen Rebhuhnbestand im Land bemüht. Der Landschaftserhaltungsverband (LEV) hat die Projektverantwortlichen bei der Planung beraten und die Umsetzung unterstützt. Dr. Uwe Hiller vom LEV Esslingen ermuntert, die Unterstützung solcher Projekte in Anspruch zu nehmen, um weitere Biotope zu schaffen und einen Verbund zu erreichen, wann immer das möglich ist. Diese Kooperationen zwischen Jägerschaft, Landwirtschaft, Gemeinde und LEV sollen die Artenvielfalt erhöhen.

Die Naberner Ortsvorsteherin Veronika Holz lobt: „Toll, wie für das Gelingen dieses Naturschutzprojekts zusammengearbeitet wird.“ Um die Strukturvielfalt und Qualität zu erhöhen, wird außerhalb der Brut- und Setzzeiten jährlich eine Hälfte der Fläche umgebrochen und neu eingesät - daher wird sie als rotierende Blühbrache bezeichnet. Es ist nicht notwendig, auf dieser Fläche Spritzmittel zu verwenden. Auch können die Pflanzen viel Stickstoff binden. Dadurch wird der Stickstoffaus­trag im Grundwasser vermindert.

Der Landwirt Stefan Gölz hat schon viele Schmetterlinge und Bienen auf der Blühbrache beobachtet und freut sich, dass die Saat schön aufgegangen ist. Die Naberner Jäger wiederum sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen. Die Blühbrache sehen sie als ein weiteres Mosaiksteinchen in ihren vielseitigen Bemühungen, sodass sich der Hasenbestand weiter erholen kann und zukünftig auch Rebhühner in Nabern wieder zu Hause sind. Katharina Daiss

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