Kirchheimer Umland

Kfz-Gewerbe zeigt sich gut aufgestellt

Arbeitswelt Die neu eingeführte „Meisterprämie“ heimst viel Lob ein: Vor allem als Einstieg in die Bildungsförderung ist die Maßnahme derzeit gefragt. Von Rainer Stephan

Wie derzeit fast überall, gab es auch bei der Mitgliederversammlung der Kraftfahrzeuginnung überwiegend ein Thema: Innungsobermeister Karl Boßler ist in der Weilheimer Limburghalle vor allem auf die coronabedingten Erschwernisse seiner Zunft eingegangen. Die neu eingeführte Meisterprämie von 1500 Euro für Handwerksmeister sei zwar gut, berufliche Bildung müsse auf Dauer jedoch genauso kostenlos sein wie akademische Bildung. Außerdem präsentierte Boßler den Gästen einen Film, der um den Verbleib der Abgasuntersuchung bei den Werkstätten als „hoheitliche Aufgabe“ warb.

In Sachen kaufmännische Berufsausbildung berichtete Gerhard Angelmaier über die positive Entwicklung der Schülerzahlen an der Kirchheimer Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule. In drei Klassen würden derzeit 104 Schüler unterrichtet und bei der Abschlussprüfung zum Automobilkaufmann hätten 93 Prozent erfolgreich bestanden.

Vorstandsmitglied Wolfgang Gross informierte über das Weiterbildungswesen und - wieder stand die Pandemie im Fokus - etliche Terminabsagen. Als Lichtblick am Ende des Tunnels zeige sich allerdings die „Hochvoltschulung“, die im Oktober stattfinden werde.

Über Neues bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wusste Hansjörg Russ zu berichten. Der E-Rennkisten-Cup auf dem Kirchheimer Marktplatz und die Fahrzeugsonderseiten in den Tageszeitungen seien volle Erfolge gewesen. Russ ging zudem auf den Geschäftssitz der Kfz-Wirtschaftsgesellschaft in Owen ein. Dort könne man auch über einen im Schaufenster stehenden Monitor gut sichtbar und effizient werben.

Die von Geschäftsführer Jens Schmitt vorgelegte Jahresrechnung wies im Ergebnishaushalt ein Plus von 4335 Euro aus. Die Kassenprüfer Gerhard Roos und Christoph Deininger bestätigten ein ordentliches Arbeiten. Dieselbe Einmütigkeit trat auch bei der Beitragsfestsetzung und der Aufstellung des Haushaltsplans zutage.

Die erfahrenen Führungskräfte der Kfz-Innung wurden einstimmig wiedergewählt: Obermeister Karl Boßler(rechts) und sein Stellvertreter Hansjörg Russ. Außerdem zeigte die Mitgliederversammlung, dass die Ausbildungzum Mechatroniker bei jungen Menschen weiterhin beliebt ist. Fotos: Rainer Stephan/Symbolbild Pexels

In geheimer Wahl wurden Karl Boßler zum Obermeister und Hansjörg Russ als Stellvertreter einstimmig gewählt und somit beiden für weitere drei Jahre das Vertrauen geschenkt. Als zusätzliche Vorstandsmitglieder wählte die Versammlung Gerhard Angelmaier, Uwe Diez, Christoph Grau, Wolfgang Gross und Nicolas Kuhn. Ebenso einstimmig votierten die Mitglieder für Bettina Schmauder als neue Kassenprüferin und für Oliver Ernst von der Firma Ramsperger Automobile, der als kooptiertes Mitglied in den Vorstand berufen wurde.

Einmal mehr bestens aufgestellt zeigte sich das Kraftfahrzeuggewerbe bei der Berufsausbildung. Für „hervorragende Leistungen“ in der Abschlussprüfung bei den Mechatronikern wurden Haralampos Makridis, Enes Tombul und Philipp Ulmer ausgezeichnet. Dieselbe Ehrung erfuhren Milena Stötzel, Jasmin Bente und Fabia Müller als Automobilkauffrauen. Obermeister Boßler ließ es sich zudem nicht nehmen, Stefan Schmauder vom Autohaus „Schmauder & Rau“ zu gratulieren, da die Kirchheimer Firma zum Gewinner des Deutschen Werkstattpreises gekürt wurde.

Zum Schluss bot der Regionalgeschäftsführer der IKK-Classic, Roland Schwarz, in einem Referat interessante Einblicke in das Innenleben seiner Krankenkasse und informierte über die aktuelle Entwicklung von Krankenständen sowie interessante Geschehnisse. So würden ab nächs­tem Jahr Krankmeldungen wohl digital übermittelt, die Anzeigepflicht bliebe aber grundsätzlich bestehen.

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