Kirchheimer Umland

„Kinderlärm ist Zukunftsmusik“

CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf spricht in der Weilheimer Limburghalle

Politprominenz am Samstag in der Limburghalle in Weilheim: Guido Wolf folgte der Einladung von Karl Zimmermann und stellte vor begeistertem Publikum sein Regierungsprogramm vor.

Händeschütteln im Wahlkampf: Karl Zimmermann und Guido Wolf.Foto: Thomas Krytzner
Händeschütteln im Wahlkampf: Karl Zimmermann und Guido Wolf.Foto: Thomas Krytzner

Weilheim. Eingestimmt durch Willys Blasmusik begrüßte Karl Zimmermann die vielen Besucher. Er selbst freue sich besonders über den Landwirt Armin Kächele, der für die Wahlveranstaltung sogar seine „Viecher“ dem Rest der Familie überlassen hatte. Gleich danach und mit mahnendem Zeigefinger munterte er die Gäste auf, sich nicht von Umfragen „kirre machen zu lassen“. Vielmehr solle man dort das Kreuz machen, wo man erwarten kann, dass die Lösung der aktuellen Probleme im Fokus stehe. Und dafür sei die CDU geschaffen. Zimmermann setzte Guido Wolf in seiner Ansprache auf eine Linie mit Erwin Teufel und Lothar Späth. Er habe von beiden etwas und sei der ideale Mann für den Posten des Ministerpräsidenten.

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Rainer Bauer vertrat den Weilheimer Bürgermeister und freute sich „saumäßig“, dass Guido Wolf in der Zähringerstadt zu Gast sei. Als Vertreter der Stadt sei man oft versucht, die Chance zu nutzen und dem Spitzenkandidaten die kommunalen Probleme aufzudrücken. „Aber“, so Bauer weiter, „bei Guido Wolf brauche man das nicht, er kennt ja die Basis.“

Guido Wolf bestätigte, dass ihm die Region ja nicht fremd sei. Immerhin sei er sechs Jahre lang Bürgermeister in Nürtingen gewesen, und es gäbe noch einige gute Verbindungen in die Region. Er zeigte sich vom regen Interesse beeindruckt, besonders, da es ja in den letzten verbleibenden Tagen vor den Wahlen darum gehe, möglichst viele zu mobilisieren. Bei der Fahrt nach Weilheim sei ihm, so Wolf, einmal mehr aufgefallen, dass bei der Verkehrspolitik dringender Handlungsbedarf bestehe. „Wir wollen uns nicht mit den Staus auf den Autobahnen zufriedengeben“, erläuterte Wolf und versprach, dass hier einiges verbessert werde. Besonders kämpferisch zeigte sich Guido Wolf bei den sozialen Themen. „Das Thema Wohnungsnot ist nicht erst seit der Flüchtlingsproblematik aktuell“, rief er in Erinnerung, und das Hauptaugenmerk soll auf bezahlbarem Wohnraum für alle liegen. Ein Programm dafür bestehe bereits. Ebenso soll der soziale Wohnungsbau gefördert werden. Es könne auch nicht sein, erklärte Wolf, dass Familien die Kraft zum Eigenheim erst dann erlangen, wenn die Kinder fast in der Ausbildung sind. Gleichzeitig machte Guido Wolf aber deutlich, dass das Wohnraumproblem nur mit privaten Investoren gestemmt werden könne. Die Investoren scheuen sich, da die geltenden Regeln und Rechte massive Barrieren darstellen würden.

Wolf forderte, dass die Politik Respekt haben soll. Er blieb in seinen Ausführungen bei der Familienpolitik und versprach, dass dieses Thema wieder zu einem wichtigen Punkt in der Landespolitik werden soll. Baden-Württemberg, so Wolf in seiner Rede, solle kinder- und familienfreundlicher werden. Er erinnerte sich an seine Zeit als Richter am Verwaltungsgericht. „Die Streitigkeiten um Kinderlärm haben mich am meisten geärgert“, erklärte Wolf und lancierte „Kinderlärm ist Zukunftsmusik!“

Im Folgenden machte Wolf deutlich, dass die Realschule im Land gestärkt werden solle, genauso wie die beruflichen Schulen. Schließlich sei die „Duale Ausbildung“ eine Marke aus Baden-Württemberg. Das Thema Sicherheitspolitik liegt Guido Wolf sehr am Herzen. Die Polizei im Land solle zusätzlich 1 500 Personen zur Verstärkung erhalten, und die Ausrüstung soll deutlich verbessert werden. „Wir vertrauen der Polizei“, versicherte Wolf, „und stärken ihr den Rücken.“ Nicht außer Acht lassen dürfe man die Flüchtlingspolitik und die Angst vor der zunehmenden Islamisierung. Guido Wolf mahnte, dass Angst ein schlechter Ratgeber sei, man solle vielmehr die eigenen Wurzeln, den eigenen Glauben und die Traditionen bewusster leben. Zuletzt legte Guido Wolf dem Publikum Karl „Jimmy“ Zimmermann ans Herz. Er sei ein Kämpfer und verstehe keinen Spaß, wenn es um seinen Landkreis geht. Mit dem Zuruf „Wir haben die Chance, den Willen und die Leidenschaft!“ beendete Guido Wolf seinen Besuch in Weilheim.