Kirchheimer Umland

Krötz bekommt Lob von allen Seiten

Amtseinsetzung Nach mehr als drei Jahrzehnten hat Schlierbach einen neuen Bürgermeister: Sascha Krötz übernimmt von Paul Schmid. Gäste und Bürger begleiten den 29-Jährigen in sein neues Amt. Von Volkmar Schreier

Erst 29 Jahre alt und schon Bürgermeister: Sascha Krötz (rechts) mit Landrat Edgar Wolff bei der Amtseinsetzung.Foto: Volkmar Sc
Erst 29 Jahre alt und schon Bürgermeister: Sascha Krötz (rechts) mit Landrat Edgar Wolff bei der Amtseinsetzung.Foto: Volkmar Schreier

Einmal mehr platzte die Schlierbacher Dorfwiesenhalle aus allen Nähten. Das Interesse der Schlierbacher an ihrem neuen Bürgermeister ist riesig. Mit lange anhaltendem Applaus begrüßten die Bürger Sascha Krötz, nachdem er den Amtseid abgelegt hatte.

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Viele Glückwünsche und gute Ratschläge haben die Festredner dem neuen Bürgermeister zu seinem Start mitgegeben. „Das Amt des Bürgermeisters mit seiner großen Breite an Aufgaben und seiner Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten ist eines der schönsten Ämter im ganzen Land“, so Göppingens Landrat Edgar Wolff. „Kein Amt ist näher dran am unmittelbaren Umfeld der Bürger.“ Doch diese Nähe könne auch schwierig werden, wenn einander widerstrebende Interessen ausgeglichen werden müssten.

„Leidenschaft, Verantwortungsgefühl und Augenmaß: Das sind die drei Dinge, die ein Bürgermeister braucht“, umriss Landrat Wolff die Kernkompetenzen eines Bürgermeisters. „Sie werden sie brauchen.“ Die Wahl zum Bürgermeister sei ein Auftrag, den es zu bewältigen gelte. „Dafür wünsche ich Ihnen Kraft, Elan und Fingerspitzengefühl“, so der Landrat.

Donzdorfs Bürgermeister Martin Stölzle sprach für die Bürgermeister des Landkreises Göppingen. Ein Bürgermeister müsse viele Fähigkeiten mitbringen, um erfolgreich zu sein. Dazu gehörten unter anderem Bürgernähe, ohne anbiedernd zu sein, Kompetenz in Fachfragen, Ideenreichtum oder die Fähigkeit, ein offenes Ohr für die Belange der Einzelnen zu haben, ohne das Ganze aus dem Blick zu verlieren. Kurz: „Der Bürgermeister ist eine Mischung aus Bierzeltkönig und Manager“, gab Stölzle seinem neuen Kollegen augenzwinkernd mit auf den Weg.

Auch Dettinges Bürgermeister Rainer Haußmann ließ es sich nicht nehmen, seinem bisherigen Hauptamtsleiter Sascha Krötz gute Worte mit auf den Weg zu geben. Was die Schlierbacher wohl dazu bewogen habe, ausgerechnet Krötz zu wählen? „Ein Junger muss her, der soll ja schließlich wieder 32 Jahre lang halten, wenn‘s ein Guter ist!“

Schulleiterin Susi Eckle-Schaal wünschte dem neuen Schultes viel Glück, denn: „Ein Neuanfang in einem neuen Amt bringt viele Herausforderungen mit sich.“ Pfarrer Georg Steffens sprach für die Schlierbacher Kirchengemeinden und stellte fest: „Das Rathaus bleibt in guten Händen.“ Und Horst Gasper wünschte Sascha Krötz im Namen der Schlierbacher Vereine viel Erfolg.

Nicht nehmen ließ es sich Altbürgermeister Paul Schmid, seinem jungen Nachfolger einige persönliche Worte und zwei Geschenke mit auf den Weg zu geben. Neben einer stilisierten Amtskette - „die hat mir damals mein Vorgänger geschenkt“ - überreichte Schmid einen Amtshut, an dessen Krempe 14 kleine Männchen hingen. „Die stehen für 14 Gemeinderäte, die alle unter einen Hut gebracht werden müssen.“

„Wir dürfen es uns nicht zu einfach machen“

In seiner Antrittsrede hat Schlierbachs neuer Bürgermeister Sascha Krötz allen Begleitern auf seinem bisherigen Weg gedankt. Ebenso wichtig sei die Unterstützung durch seinen bisherigen Chef Rainer Haußmann gewesen. „Ohne die ‚Dettinger Schule‘ wäre ich heute nicht hier.“ Besonderen Dank richtete Krötz an seinen Vorgänger Paul Schmid und nicht zuletzt an die Schlierbacher, die ihn freundlich aufgenommen hätten.

Der neue Bürgermeister gab einen Ausblick auf die Themen, die ihn zuvorderst beschäftigen werden. „Es herrscht Veränderung, beispielsweise durch die Digitalisierung. Wie können wir unsere Firmen unterstützen? Wie können wir für unsere Gemeinde die besten Lösungen finden, um uns weiterzuentwickeln?“ Offenheit und Bürgerbeteiligung werden dabei aus seiner Sicht immer wichtiger. „Wir sollten als Gemeinderat und Verwaltung den Weg dabei nicht stur vorgeben, sondern gemeinsam mit den Bürgern erarbeiten.“

Wichtig ist ihm eine gute Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, dem „gewählten Hauptorgan der Gemeinde“. Gemeinsam diskutieren, Querdenken, und neue und andere Blickwinkel zulassen, um anstehende Probleme gemeinsam zu lösen. Krötz mahnte: „Wir dürfen es uns nicht zu einfach machen.“vs