Kirchheimer Umland

Künftig eigener Mietspiegel

Zuschuss Was kostet das Wohnen in Dettingen? Konkrete Antworten gibt es künftig dank einer entsprechenden Erhebung.

Dettingen. Ja zum Mietpreisspiegel haben die Dettinger Gemeinderäte mit großer Mehrheit gesagt. Es gab nur eine Gegenstimme - und die nur wegen der Folgekosten.

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Seit diesem Jahr gibt es Fördermöglichkeiten des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg. Die will die Gemeinde Dettingen für sich nutzen. Ebenso die Stadt Kirchheim sowie Notzingen, die weiteren Partner der Verwaltungsgemeinschaft.

„Die Kosten sind relativ gering - und die Folgekosten überschaubar“, sagte Hauptamtsleiter Sascha Krötz. Um jedoch in den Genuss der Gelder zu kommen, ist ein Gemeinderatsbeschluss nötig. „Bislang mussten wir auf den Esslinger Mietspiegel zurückgreifen“, nennt Sascha Krötz das Dilemma. Rechtlich gesehen kann darauf jedoch nicht verwiesen werden, da sich sowohl die Lage der Wohnung beziehungsweise des Hauses als auch die Nachfrage deutlich von Kirchheim und Dettingen unterscheide. „Dadurch kann nicht eindeutig begründet werden, wie hoch die ortsübliche Vergleichsmiete liegt, damit Mieter und Vermieter die Zulässigkeit der Miete eindeutig festlegen können“, erklärte er. Deshalb sei es gut, künftig die eigenen Zahlen an der Hand zu haben.

Keine Interpretation mehr

Im Falle Dettingens geht es um die Raumschaft. Neben der Schlossberggemeinde sind eben auch noch Kirchheim und Notzingen mit im Boot. Wird ein qualifizierter Mietspiel erstellt, ist das Verfahren auch detaillierter. Lage, Alter, Gebäude und Zuschnitt von Wohnung beziehungsweise Haus gelten künftig als Kriterien. „Dann müssen wir nicht mehr interpretieren“, sagte Bürgermeister Rainer Haußmann. Ihm geht es auch um die Analyse des bezahlbaren Wohnraums und den Überblick über die Mietpreise in Dettingen. „Das ist eigentlich eine staatliche Aufgabe, aber keine kommunale. Jetzt bekommen wir zwar die Förderung, aber anschließend bleiben die Kosten an den Kommunen hängen“, kritisierte der Schultes. Noch bis vor wenigen Jahren sei sozialer Wohnungsbau in Dettingen kein Thema gewesen. „Aber jetzt brauchen wir stets aktualisierte Daten“, ist der Schultes überzeugt.

Die Verwaltungsgemeinschaft erhält rund 25 000 Euro Fördergelder. Damit wäre ein Großteil der Kosten für den ersten qualifizierten und offiziellen Mietspiegel abgedeckt. Ohne diesen Landeszuschuss müsste Dettingen 3 700 Euro bezahlen. Somit reduziert sich fürs Erste der Betrag erheblich. Zu bezahlen hat die Schlossberggemeinde rund 600 Euro. Iris Häfner