Kirchheimer Umland

Künftig kicken ohne Klumpen

Kunstrasen Der heiße Sommer 2018 hatte dem Kunstrasenplatz in der Notzinger Sportanlage zugesetzt. Das Granulat war hart wie Beton. Jetzt ist er rundum erneuert und wird wieder fleißig genutzt. Von Katja Eisenhardt

Von links: Planer Roland Lengtat, Notzingens Bürgermeister Sven Haumacher, Sascha Seifferth von der Herstellerfirma Tisca und Ge
Von links: Planer Roland Lengtat, Notzingens Bürgermeister Sven Haumacher, Sascha Seifferth von der Herstellerfirma Tisca und Gerd Schätzle, Bauleiter der Firma Kutter aus Memmingen, die die Arbeiten ausgeführt hat. Foto: pr

Im vergangenen März hatte der Gemeinderat die kostspielige Komplettsanierung des verklumpten Kunstrasenplatzes beauftragt. Gerade mal 13 Jahre war dieser alt, was finanziell besonders schmerzte. Zur Erinnerung die Problematik: Dass das verbaute Füllmaterial des Kunstrasenplatzes die Hitzewelle 2018 nicht überstanden hatte, war wohl die Folge einer chemischen Reaktion. Dadurch wurde das Granulat teils hart wie Beton. Ein weiteres Problem war der Untergrund, der Setzungen aufwies und dadurch nicht mehr ausreichend tragfähig war, was einen kostengünstigeren reinen Austausch des Kunstrasens unmöglich machte.

Von Anfang Juni bis Ende September wurde der Platz jetzt durch die Firma Hermann Kutter aus Memmingen grundlegend saniert und wird bereits wieder von den Notzinger Fußballern und weiteren sportlich aktiven Bürgern genutzt, wie Bürgermeister Sven Haumacher berichtet. Die Flutlichtanlage wurde zudem auf LED-Technik umgerüstet, der Ballfangzaun wird derzeit fertiggestellt. Für den neuen Blitzschutz sind noch kleinere Grabarbeiten erforderlich. Die zusätzlichen Kosten für den Blitzschutz liegen laut Planer Roland Lengtat voraussichtlich bei rund 18 000 Euro.

Nach bisheriger Einschätzung werde der ursprüngliche Kostenrahmen von 858 500 Euro brutto leicht unterschritten, die angefallenen Mehrkosten für die Entsorgung von belastetem Erdaushub konnten durch Einsparungen in anderen Positionen aufgefangen werden. Zudem gibt es seitens des Landes Fördergelder in Höhe von 80 000 Euro aus dem Topf für den Sportstättenbau.

Beim neuen Rasen handelt es sich um ein unbefülltes System - das heißt, ohne das ohnehin sehr strittige umweltschädliche Granulat, Sand, Kork oder sonstige Bestandteile. Laut Sven Haumacher handelt sich um den ersten Kunstrasen dieser Art im Landkreis Esslingen. Der neue Belag ist im Vergleich zum Notzinger Vorgänger nun hitzeunempfindlich und kann das ganze Jahr über bei jedem Wetter bespielt werden. Der Pflegeaufwand ist über die gesamte Lebensdauer geringer als bei einem befüllten System, die Kosten für die Ergänzung von Kork oder Granulat entfallen zudem ganz. Hersteller ist die Firma Tisca aus der Schweiz.

Die durchschnittliche Lebenserwartung für den neuen Flor liegt je nach Nutzungsintensität bei 15 Jahren, „der Unterbau, der die meisten Kosten verursacht hat, sollte hoffentlich viele Jahrzehnte halten“, so Haumacher. Die Tragfähigkeitsprüfungen seitens des Geologen seien jedenfalls sehr gut ausgefallen. Drei Sanierungsvarianten standen für den Gemeinderat zur Debatte, günstig war keine davon. Unterschiede gab es in deren Schicht-Aufbau: Alle drei bestanden aus einer elastischen Tragschicht und einer vorhandenen Tragschicht aus Schotter und Splitt. Während allerdings bei der günstigsten Variante 1 nur noch eine weitere Schottertragschicht im Untergrund dazugekommen wäre, wurden die technisch besseren Varianten 2 und 3 allein schon durch den neuen Einbau einer hochwertigen Asphalttragschicht statt einer zusätzlichen Schottertragschicht teurer. Ein großer Vorteil der Asphaltschicht: Sie ist langlebiger und garantiert langfristig eine bessere Ebenheit des Platzes. Einzig bei der aktuell umgesetzten Variante 3 wurde die bereits vorhandene Schottertragschicht zusätzlich nochmals um fünf Zentimeter erhöht.

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