Kirchheimer Umland

Leckeres Essen zum Film ist gefragt

Köfte-Burger und Wilde Kartoffeln sind Spitzenreiter neben erlesenen Weinen und Kaffee-Spezialitäten

Bis zu 1 000 Besucher genießen Tag für Tag das Kirchheimer Sommernachts-Kino. Nebenbei lassen sie sich mit kulinarischen Spezialitäten verwöhnen.

Das Gastro-Team vom Sommernachts-Kino mit (nahezu) allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern - fast eine große „Familie“, die sich
Das Gastro-Team vom Sommernachts-Kino mit (nahezu) allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern - fast eine große „Familie“, die sich um die Besucher kümmern und sie mit leckeren Speisen und Getränken versorgen. Links die Damen vom „Streetsmocca“, in der Mitte die „Queens“-Truppe, dann das Popcorn-Duo, rechts Mike Hermann und seine Leute vom Getränkestand.Fotos: Andrea Barner und Carsten Riedl

Kirchheim. „Zu einem erfolgreichen Open-Air-Kino gehört auch eine hervorragende Gastronomie“, da ist sich Veranstalter Raimund Fischer ganz sicher. Beim 14. Sommernachts-Kino an der Kirchheimer Martinskirche servieren das „Queens“ und das „Streetsmocca“ Leckeres vom Grill und aus der Pfanne. Cocktails, Bier und Weine unterstreichen und ergänzen das Angebot. „Die Leute erwarten einfach mehr als nur einen schönen Film“, spricht Fischer aus Erfahrung. Roter Teppich, stimmungsvolle Beleuchtung und Gespräche, dazu gutes Essen und Trinken.

Ab 19 Uhr strömen die Besucher auf den Martinskirchplatz. Bis zu 250 Leute kann das „Queens“ problemlos versorgen. Das Ehepaar Lehmann bereitet in der Hauptküche des „Queens“ alles soweit wie möglich vor. Im Küchenpavillon an der Martinskirche wird dann frisch gebrutzelt und serviert. Salate sind angerichtet, Würzsoßen stehen bereit. „Am besten gehen die Wilden Kartoffeln“, hat Martin Lehmann festgestellt. Andrang herrscht ab 20 Uhr bis der Film um 21 Uhr losgeht und die Besucher auf ihre Sitzplätze strömen.

Damit der Betrieb reibungslos läuft, treibt das „Queens“ großen logistischen Aufwand mit Kühlschränken, Koch- und Grillgeräten. „Für dreieinhalb Wochen jedes Jahr lohnt sich das auf jeden Fall“ findet Martin Lehmann, der mit fünf Servicekräften arbeitet. „Zwischendurch brauchen wir immer wieder Nachschub, da muss dann halt einer von uns los“.

Das „Streetsmocca“ hat sich für eine türkische Variante des allseits beliebten Burgers entschieden: Köfte-Burger mit hausgemachter Tomaten-Paprika-Soße. Chefin Nalan Tasci hat dabei in den drei Wochen Sommernachts-Kino viel Unterstützung durch ihre Familie. Ihre Schwester kümmert sich um die Hackfleisch-Mischung für die Köfte und bringt auch körbeweise frisch gebackenes Fladenbrot mit. Neben der Burger-Bude gibt’s nicht irgendeinen Kaffee, sondern ausgezeichneten Cappuccino, Latte Macchiato oder Eiskaffee. „Ich habe vor Jahren eine italienische Kaffeemaschine gekauft und für das Sommernachts-Kino so umbauen lassen, dass ich sie mobil einsetzen kann“, plaudert Nalan Tasci aus dem Nähkästchen. „Sie ist natürlich das Herzstück unseres Angebots.“

Für Nalan Tasci, die in ihrem Café jedes Jahr eine leichte Sommerflaute erlebt, kommt das Open-Air-Kino genau richtig. Sie ist schon zum siebten Mal mit ihrem Kaffeestand dabei. „Weil die Currywurstbude abgesagt hat“ ist sie kurzfristig eingesprungen und bietet zum ersten Mal ihre Köfte-Burger an. „Die Vorbereitungen sind immer gewaltig, aber wir haben viel Spaß und fühlen uns mit den anderen Gastronomen hier fast wie eine große Familie.“

„Queens“ und „Streetsmocca“ arbeiten an der Martinskirche beim Sommernachts-Kino Hand in Hand. Vor dem Film ist der Andrang beim „Queens“ etwas größer, später stürzen sich die Besucher verstärkt auf Kaffee & Co. Was natürlich auch immer geht beim Filmegucken ist frisch zubereitetes Popcorn. Etwa 750 Kilogramm Popcornmais verbrauchen die Kirchheimer während des Freiluftkinos.

Keine Frage: „Hugo“ bleibt der Renner unter den leichten Sommerdrinks. Der Kultprosecco mit Holundersirup und frischer Minze hat in diesem Jahr Verstärkung durch „Emma“ (mit Campari) und „Inge“ bekommen. Letztere ein Scharfmacher mit frischem Ingwer drin. Mike Hermann, seit zwölf Jahren Getränke-Caterer des Sommernachts-Kinos, bietet diese Kreationen an. Viele Besucher wollen allerdings auch ein kühles, frisches Bier oder einfach nur Sprudel. „Viele schätzen aber auch unsere Weine von der Esslinger Weingärtnergenossenschaft. Und da ganz besonders den Weißherbst, also den Rosé“.

Früher, so erinnert sich Kino-Veranstalter Raimund Fischer, gab es Wegwerfbecher und die Hauptsache war, „irgendwas zum Trinken“. Doch das Publikum hat sich gewandelt. Erlesene Getränke und leckeres Essen gehören zu einem gehobenen Ambiente wie an der Martinskirche einfach dazu. „Unsere Besucher hier in Kirchheim sind durchschnittlich zwischen 25 und 45 Jahre alt, viele darüber, nur wenige darunter. Die wünschen sich ein bisschen Glamour.“

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