Kirchheimer Umland

Letzter Akt einer langen Geschichte

Baugebiet „Hofäcker IV“ in Notzingen erfordert viel Geduld bei allen Beteiligten. Mit reichlich Verspätung soll jetzt noch Ende dieses Jahres mit der Erschließung begonnen werden. Von Katja Eisenhardt

Im gepanten Baugebiet „Hofäcker IV“ soll es endlich bald losgehen.Foto: Carsten Riedl
Im gepanten Baugebiet „Hofäcker IV“ soll es endlich bald losgehen. Foto: Carsten Riedl

Im Juli 2019 zeigte sich Jürgen Holder, einer der Geschäftsführer des Kirchheimer Ingenieurbüros Geoteck noch recht optimistisch, dass die Erschließung des geplanten Baugebiets „Hofäcker IV“ im Spätherbst oder Winter vergangenen Jahres starten könne. Jetzt, im Juni 2020 ist davon allerdings noch nichts zu sehen. Das Baugebiet soll mit seinen 42 Plätzen für Einfamilien- und Doppelhäuser unmittelbar an das bestehende Wohngebiet im Bereich Sonnenweg-Fasanenweg-Hofackerweg im Westen von Notzingen anschließen.

Der erste Vorentwurf beschäftigte den Gemeinderat bereits im März 2016. Seither bereitete das Vorhaben allen Beteiligten schon öfter Bauchschmerzen. Grund dafür waren vor allem die dort lebenden streng geschützten Tiere, vorneweg die Zauneidechsen und Fledermäuse, die im vergangenen Jahr erfolgreich umgesiedelt wurden.

Für weitere Verzögerungen sorgte laut Jürgen Holder das Verfahren in Bezug auf die künftige Ableitung von Schmutz- und Regenwasser. Gut ein Jahr sei allein dadurch ins Land gezogen. „Ich hoffe nun sehr, dass die Genehmigung diese Woche seitens des Landratsamts endlich auf dem Tisch liegt.“ Im Januar habe man das entsprechende Schreiben bereits an die Behörde geschickt, „dass ein halbes Jahr später immer noch keine Antwort vorliegt, ist sehr frustrierend und massiv ärgerlich“, betonte Holder gerade auch in Bezug auf die in der Endlos-Warteschleife hängenden Grundstückseigentümer und künftigen Bauherren.

So manch einer war auch unter den Zuhörern in der Gemeindehalle. Dass das Thema unter den Nägeln brennt, zeigten die Nachfragen zum Status Quo und der zu erwartenden Zeitschiene, bis eine Bebauung endlich möglich sei. Die insgesamt immer umfassender werdenden Auflagen seitens des Gesetzgebers zur Wohngebietsentwicklung bezeichnete Jürgen Holder als „jenseits von Gut und Böse.“ Das sei teils nicht mehr nachvollziehbar, zumal in Zeiten, in denen der Bedarf an Wohnraum immens sei.

Sollte die ausstehende Genehmigung nun zeitnah vorliegen, kann der Gemeinderat im Juli den Bebauungsplan beschließen. Als weitere Bausteine stehen dann die Baulandumlegung und die Ausschreibung der Baumaßnahmen an. Die Ausschreibungen für die Erschließung sind für Oktober beziehungsweise November anvisiert. Gestartet werden soll noch im Dezember. Für die Erschließung rechnet Jürgen Holder mit einem Jahr. Sprich: Vor 2022 können die künftigen Bauherren kaum loslegen.

15 der künftigen Bauplätze bleiben im Besitz der aktuellen Grundstückseigentümer, die Gemeinde kann entsprechend die restlichen 27 Plätze veräußern. Der Gemeinderat wird zu gegebenem Zeitpunkt dafür noch die bisher schon vorliegenden Vergabekriterien anpassen. Dazu zählen etwa, ob Bewerber schon jetzt in Notzingen leben oder auch ob sie Kinder haben.

Jürgen Holder erklärte, in der Regel beginne man dann etwa fünf Monate vor Erschließungsende mit der Vergabe der Bauplätze. Hans Prell (UKW) plädierte dafür, damit so früh wie möglich zu beginnen, damit die Interessenten planen können. Ein Baugesuch könne erst dann eingereicht werden, wenn die Plätze an die Gemeinde übergeben wurden, so Holder. Das sei wohl Anfang 2021 der Fall.

Anzeige